Ich war in Teenagerzeiten immer ein Uhrenträger. Eine G-Shock von Casio, mit Funktionen wie einer Stoppuhr, einem Wecker oder einem Timer, waren zu meinen Zeiten damals wirklich ein Highlight. Doch irgendwann legte ich diese Uhr einfach ab und war über viele Jahre hinweg einfach kein Uhrenträger mehr. Erst die erste Apple Watch belegte mein linkes Handgelenk wieder und seither war jede Series der Apple Watch für ein Jahr hier angelegt. Seit dem Herbst 2021 nutze ich die Apple Watch Series 7 und über sie möchte ich in dieser Kolumne reden.

Die-Apple-Watch-Series-73-scaled Die Apple Watch Series 7

Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich in einer Podcastepisode vor.

 

Kolumnen-Podcast-Apple-Podcast-App-Badge-2022 Die Apple Watch Series 7

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Die Apple Watch …

… hat allgemein das Denken an und über eine Armbanduhr ganz anders definiert, als ich es zuvor geahnt hätte. Wo früher ein leeres Handgelenk normal war, ist es heute nicht mehr so normal. Fakt ist, lade ich die Apple Watch über Tag einmal außerhalb meines üblichen Zyklus auf, so fällt der Blick in dieser Zeit automatisch sehr oft auf ein leeres Handgelenk. Man gewöhnt sich schlicht an sie und das betrifft nicht nur das Ablesen der Uhrzeit. Meine Apple Watch trage ich seit nun fast vier Jahren mehr oder weniger 24 Stunden am Tag. Nur am Morgen und am Abend wird sie kurz abgelegt, um sie nachzuladen. Hier reichten mir am Morgen und Abend immer so 1,5 Stunden aus, damit die Uhr es einmal über den Tag und auch durch die Nacht schafft.

Seit der Apple Watch Series 0 klingelt bei mir am Morgen kein Wecker mehr laut. Die Apple Watch weckt mich seitdem lautlos und über ein Vibrationsmuster am Handgelenk. Das ist am Morgen komplett normal und hat nur den Griff mit einem Finger zum Display zur Folge – wodurch der Wecker ausgeschaltet oder auch ab und an mal auf einen kurzen Schlummermodus gestellt wird. Eigentlich reicht mir aber dieser eine Wecker und ich stehe direkt auf. Es klingeln daher keine zehn Wecker in einem Takt von fünf Minuten nacheinander. Am Morgen pusht mir nach dem Abschalten des Weckers die App AutoSleep fast schon direkt den Schlafbericht der Nacht. Den ignoriere ich aber meistens und lege die Uhr zum Aufladen ab. Ab hier änderte sich mit der Apple Watch Series 7 alles, was ich zuvor als Routine empfand.

Alles!

Mein Wecker geht sehr oft um 4.45 Uhr. Bedeutet, dass die Apple Watch um 4.45 Uhr vibriert, mich weckt, der Wecker von mir ausgeschaltet, die Apple Watch vom Handgelenk genommen wird und dann neben mir auf dem Nachttisch auf dem Ladepunkt Platz nimmt. Gegen 5.30 Uhr gehe ich aus dem Haus. In der Zwischenzeit mache ich eigentlich nur das Bett, putze meine Zähne, style meine Mitt-30er-Frisur, ziehe mich an und trinke meine erste Tasse Kaffee am Morgen, während ich nebenbei auf dem iPad die News der Nacht sichte, mir die Auswertungen von Blog und Shop betrachte und vielleicht auch noch einen Blick auf den 3D-Drucker und seinen Druckauftrag aus der Ferne werfe.

In dieser Zeitspanne lädt sich die Apple Watch auf und hierfür hat sie genau 45 Minuten Zeit. Über die Nacht verbraucht die Apple Watch für das Schlaftracking so zwischen 10 % und 20 % – je nach dem, wie lange man schläft. Sie misst in der Nacht den Puls und beobachtet somit auch Phasen des Tiefschlafs. Nebenbei macht sie ab und an auch eine Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes. Auch kann sie unterscheiden, ob Tageslicht oder künstliches Licht leuchtet. Ja, das kann sie wirklich. Doch nur wenige Apps nutzen diese Sensorik wirklich. Und natürlich nimmt sie auch ein nächtliches Aufstehen wahr und zählt dies zu den Zählstunden hinzu. Dieser kleine Computer ist schon echt clever und daher braucht er auch Energie. Ich schweife aber ab, oder?

Die-Apple-Watch-Series-72-scaled Die Apple Watch Series 7

Nun gut.

In den 45 Minuten vom Aufstehen bis zum Aufbruch schafft es die Apple Watch Series 7 nun immer sich auf 100 % aufzuladen. Selbst wenn sie nach dem Aufstehen nur bei 60 % liegt, schafft sie das in dieser kurzen Zeit am Morgen. Jegliche Apple Watch zuvor lud ihren Akku wesentlich langsamer. Ein Kernfeature und eine Besonderheit der Apple Watch Series 7 ist daher das Schnellladen und das ist im Alltag absolut perfekt. Wenn ich am Abend zu Bett gehe, dann lege ich die Apple Watch auf ihren Aufladepunkt auf dem Nachttisch, während ich noch 30 Minuten durch TikTok scrolle. In dieser Zeit pumpt sich die Armbanduhr so flott mit Energie voll, dass sie für die Nacht bereit ist. Am Morgen geht der Trott Spaß dann erneut los.

Und was will ich damit nun genau ausdrücken?

Vielleicht, dass ein zu Beginn eher belächeltes Feature oder eine Neuerung im Alltag doch einen größeren Effekt hat als man anfangs dachte. Das Schnellladen der Apple Watch Series 7 funktioniert nur mit einem Schnellladekabel, welches der Apple Watch beiliegt und am Ende einen USB-C-Stecker besitzt. Man sollte ein USB-C-Netzteil nutzen, welches mindestens 15 Watt ausgeben kann und zudem USB-C Power Delivery beherrscht. Ich nutze dieses hier zum Beispiel (⇒LINK). Der MagSafe Duo beherrscht übrigens keine Schnellladefunktion für die Apple Watch und lädt die Apple Watch daher in alter Geschwindigkeit auf – was schade ist. Mehr zum MagSafe Duo in Textform hier (⇒LINK). Ich habe mir ein Schnellladekabel einfach in meinen entworfenen Hochkanteinbau gepackt und somit auf dem Nachttisch und auch im Flur auf dem Schuhschrank ein Schnellladepunkt für die Apple Watch geschaffen. Das könnt ihr auch. Schaut einfach mal hier nach (⇒LINK).

Das schnelle Aufladen …

… ist nur ein Keyfeature der Apple Watch Series 7. Denn die nächste Neuerung wurde ebenfalls zu Beginn sehr belächelt. Die Rede ist vom größeren Display, was keiner so wirklich ernst nimmt. Allerdings vergisst man hier den Blick auf das Detail. Die Apple Watch Series 7 hat im Vergleich zur Series 6, Series 5 und Series 4 ein nun fast 20 % größeres Display. Das merkt man immer erst dann, wenn man mehr Inhalt sehen will und das ist bei manch einem Zifferblattdesign sehr schnell erkennbar. Zudem ist es der größte Displaysprung bisher und im Vergleich zu einer Series 3 ist das Display somit sogar um mehr als 50 % größer. Wer also von einer Apple Watch Series 3 oder älter auf eine Apple Watch Series 7 umsteigt, den erwartet ein massives Display am Handgelenk, ohne dass die Uhr mehr aufträgt.

Die-Apple-Watch-Series-71-scaled Die Apple Watch Series 7

Neben alledem ist die Apple Watch Series 7 …

… mehr oder weniger eine Apple Watch Series 6. Und ist das schlimm? Nein. Denn eine Apple Watch Series 3 war auch mehr oder weniger eine Series 2, nur mit verbauter eSIM für den Mobilfunk. Eine Series 5 war nur eine Series 4, aber mit einem Always-On-Display. Und eine Apple Watch 6 war nur eine Series 5, aber mit einem Sensor zur Blutsauerstoffmessung. Was ich sagen will, ist, dass die Sprünge schon immer klein waren, aber in der Summe sehr groß wirken. Nimmt man heute eine Series 0 in die Hand und vergleicht sie mit der Series 7, treffen zwei Welten aufeinander. Auch daher glaube ich, dass am Handgelenk noch viel mehr Potential schlummert (⇒LINK).

Und was kann die nun mehr als das Modell vorher?

Das ist eine Frage, die ich eigentlich jedes Jahr höre und auf die ich keine Antwort habe. Ich betrachte Hardware nicht unter diesem Aspekt – auch die Apple Watch nicht. Für mich ist es eher die Frage, was kann ich nicht mehr machen, würde ich sie nicht besitzen und tragen. Etwas muss nicht revolutionär neu sein und das jedes Jahr auf Neue, um besessen werden zu müssen. Oder fragt man auch einen Musiker, was an seinem neuen Album nun durchdachter ist als in seinem Album davor? Nein, denn es geht um den Aspekt, in diesem Fall die Musik.

Die-Apple-Watch-Series-74-scaled Die Apple Watch Series 7

Die Apple Watch hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Wandlung durchzogen und der Wegfall des versteckten Serviceanschlusses und das Ausstatten mit einer eigenen drahtlosen Kommunikation zeigt, dass die Apple Watch in neue und robustere Gebiete will (⇒LINK). Das zeigt sich auch, indem die Apple Watch Series 7 nun mit ihrer IP6X-Klasse auch neben der Wasserdichtigkeit einen Staubschutz aufweist. Ganz am Rande erwähnt ist die Akkukapazität ca, 6,8 % größer als bei der Series 6 – was wahrscheinlich ein Ausgleich ist, damit das neue OLED-Display nun auch noch heller als die Series 6 erstrahlen kann. Das merkt man im Dunkeln vor allem über die Taschenlampenfunktion.

Lohnt sich die Apple Watch Series 7?

Ist ebenfalls eine falsche Frage, denn man kann sie nicht pauschalisiert beantworten. Das wäre wie die Frage, ob sich das tägliche Trinken von drei Litern Wasser lohnt. Ja, kann schon sein. Kann es aber auch nicht. Trinken ist lebensnotwendig, aber ob es täglich immer drei Liter sein müssen? Vielleicht reichen auch zwei Liter? Oder man trinkt nur dann, wenn man Durst hat? Die Apple Watch rentiert sich dann, wenn man sich an die sie Gewöhnt hat und sie dann vermisst, wenn man sie ablegt. Das automatische Entsperren eines Mac oder das Entsperren eines iPhone beim Tragen einer Maske, all dies sind so kleine Punkte, welche in Summe entscheiden, ob einem etwas wert ist oder nicht. Ich würde nie mehr ohne Apple Watch am Handgelenk rausgehen wollen. Allein schon deswegen nicht, weil sie mir über zwei Fingertipps die Haustür öffnet.

Die zwei größten Tyrannen der Erde: Der Zufall und die Zeit.

∼ Johann Gottfried von Herder – deutscher Dichter ∼

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