Wenn ich mir mein Wohnzimmer so betrachte, dann existiert hier seit vielen Jahren schon das mehr oder weniger gleiche Interface. Zu Deutsch könnte man auch sagen, dass ich an meinem Fernseher seit Jahren mit der gleichen Benutzeroberfläche hantiere und somit die Inhalte aus dem Netz auf den Bildschirm hole. Schaue ich noch genauer hin, dann hat sich dieses Bild immer mehr verfeinert und ist zu einem sehr manifestierten Umgang geworden. Ich rede vom Apple TV und seit einiger Zeit ist der neueste Apple TV 4K (2021) bei mir im Einsatz.

Der-Apple-TV-4K-20211-scaled Der Apple TV 4K (2021)

Diese Kolumne ist auch als Podcast verfügbar.

Podcast_Badge_Transparent Der Apple TV 4K (2021)

Ein gutes, aber dummes Display …

… ist der Garant zum Erfolg. Wer meinen Blog, meine Arbeit oder mich als Person verfolgt, der bekommt viele Eindrücke mit und vermittelt. Ich mag große Bildschirme und das betrifft nicht nur iPhone und iPad. Auch wenn ich meine gesamte Arbeit mittlerweile an einem 13,3″ MacBook Air absolviere, so soll es im Wohnzimmer etwas größer sein. Schon in sehr frühen Zeiten war ein großer TFT-Fernseher mein Highlight beim abendlichen Filmgenuss. Später folgte ein LCD-Gerät mit LED-Hintergrundbeleuchtung, bald darauf ein LED-TV mit 4K-Auflösung und seit etwas mehr als einem Jahr gibt ein 55″ OLED-TV zu 95% alle gewünschten Inhalte in 4K-Auflösung, HDR oder Dolby Vision wieder (⇒LINK). Ein Bild, von dem man nicht mehr weg möchte und an das man sich schlicht gewöhnt. 1080p sehen wie Matsch aus. Das realisiert man hier recht schnell.

Smart TVs sind nicht smart

Das merkt man erst dann, wenn man von Beginn an mit ihnen hantierte und über Jahre hinweg verfolgte, wie die ganzen Geräte dennoch nicht intuitiver und damit smarter wurden. Es ist ein Versprechen auf der Geräteverpackung, das im Alltag leider nicht gehalten wird. Ein Smart TV denkt nicht mit und allein deswegen ist er nicht smart. Und betrachtet man sich das Analysieren und Sammeln von Nutzerdaten, dann gruselt einen dieses Thema noch viel mehr. Ja, Hersteller von angeblich smarten TV-Geräten sehen heute, was der Kunde sieht und nutzen diese Daten für Werbezwecke. Das kann man mögen, sollte man aber nicht. Denn man möchte ja auch nicht, dass der Nachbar immer über die Schultern zuschaut, wenn man seinen Fernsehabend zelebriert, oder? Daher sollten Displays im Wohnzimmer gut, aber dumm sein. Und wieso?

Der Apple TV ist seit Jahren das Gerät am Fernseher, das mir Inhalte sehr einfach aufzeigt und seit Jahren fast in Perfektion arbeitet. Jeden Tag und jede Videominute. Er gibt dem Fernseher das, was er wirklich braucht – eine verständliche Oberfläche. Diese ist von Beginn an auf Einfachheit getrimmt und das zieht sich bis in die Anfänge des Apple TV (⇒LINK). Heute ist tvOS (noch) das Betriebssystem des Apple TV, das Inhalte aus Apps heraus liefert und die Benutzerfreundlichkeit aus iOS und iPadOS auf dem größten Display im Zuhause widerspiegelt. Wieso sage ich “noch”? Nun ich bin der Meinung, dass der Apple TV in nächster Zeit eine andere Rolle einnehmen wird als die, die er derzeit nur nebenbei spielt.

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Der Apple TV – die HomeKit-Steuerzentrale im Stillen

Wer seit dem Apple TV 3 eine Set-Top-Box dieser Art nutzt, der hat ganz nebenbei eine Steuerzentrale im Einsatz. Diese kümmert sich um Automationen in einem Apple HomeKit-Zuhause. Ab dem Apple TV 4 wurde darüber auch die An- und Abwesenheit geregelt, wodurch ein Apple TV wirklich erst eine vollwertige Steuerzentrale war. Der Apple TV 4K (2021) kann nun nochmals eine Sache mehr: Er kann mit Geräten via Thread sprechen. Was Thread ist, könnt ihr hier von mir nachlesen (⇒LINK). Damit ist der Apple TV im Wohnzimmer zum einen die grafische Oberfläche, um auf alle möglichen Video- und auch Musikinhalte zugreifen zu können, zugleich aber auch ganz still die Steuerzentrale auf neuester Technik, um ein Apple HomeKit-Zuhause steuern, regeln und verwalten zu können.

Technische Neuigkeiten …

… hat der Apple TV 4K (2021) nur im Detail parat. Zum einen wäre dies der A12 Bionic Chip, der ihn nun antreibt. Dieser stammt aus der Zeit eines iPhone XS. Der Prozessor ist also etwas mehr als drei Jahre alt. Und ist das schlimm? Nein, denn Apple kennt die Raffinessen und die Leistung des Prozessors nun seit Jahren ganz genau und hat tvOS daher auf diese Merkmale getrimmt. Das merkt man immer dann, wenn man auf dem Apple TV 4K (2021) Apps öffnet, schließt oder in das Multitasking wechselt. Die Animationen sind nun wesentlich flotter, ruckeln zu fast keinem Zeitpunkt mehr und Apps sind blitzschnell geöffnet. Der Apple TV 4K von 2017 nutzte einen A10X Fusion Prozessor und dieser war mit solchen grafischen Dingen gerne mal sehr überfordert. Das merkte man vor allem dann, wenn man aus einem Film in 4K und HDR in die App-Übersicht wechselte.

Wo der Apple TV 4K von 2017 noch 3 GB an RAM besaß, besitzt der Apple TV 4K (2021) nun 4 GB an RAM. Der Apple TV 4K (2021) kann nun auch WiFi 6 reden. Für die fachkundigen Leser wäre der exakte Begriff natürlich 802.11ax. Das erlaubt beim Streamen schon wesentlich höhere Übertragungsraten als zuvor und sorgt gerade bei all den 4K-Inhalten in Dolby Atmos und HDR für ein schnelleres Füllen des Zwischenspeichers und somit für ein schnelleres Abspielen und unterbrechungsfreies Durchspielen dieser großen Wiedergabemaßen. Das mag auf dem Datenblatt alles nach nicht viel Unterschied wirken, allerdings ist der Effekt in der Praxis spürbar, wenn man den Apple TV jeden Tag im Einsatz hatte und ihn dann durch das neue Modell ersetzt. Und an sich ist das der Grund für die Zufriedenheit auf der Couch – wenn Dinge einfach und schnell funktionieren.

Die Sache mit dem HDMI-Stecker …

… ist bis heute noch eine Verwirrung ohne Ende. Jeder HDMI-Stecker sieht gleich aus, aber die Spezifikationen dahinter sind immer anders. Der Apple TV 4K (2021) setzt erstmals auf HDMI 2.1. Dieses HDMI-Kabel liegt dem Apple TV übrigens nicht bei – das tat es zuvor aber auch nie. Für die Verwendung von HDMI 2.1 muss auch der Flachbildfernseher HDMI 2.1 unterstützen. HDMI 2.1 erlaubt dem Apple TV 4K nun auch, dass er HDR-Inhalte mit der doppelten Bildrate wiedergeben kann. Das sorgt für hellere Bilder und realistischere Farben. Ich bin ehrlich: Ich habe den Effekt an mir schon bekannten Inhalten aus Apple TV+ direkt bemerkt. Das Bild wirkt irgendwie angenehmer. Wahrscheinlich werden viele diesen Unterschied aber nicht bemerken. Es braucht hierfür auch einen direkten Vergleich und ein verwöhntes Auge. HDMI 2.1 erlaubt euch nun aber auch HDMI ARC oder eARC. Damit kann der Apple TV über HDMI das Audiosignal einer Spielekonsole durch den Fernseher durchschleifen und zu einem HomePod streamen. Das macht dann Sinn, wenn man ein HomePod-Stereopaar als Musikausgang über den Apple TV am Fernseher einsetzt. Der HomePod mini erfährt dieses Feature erst noch und bisher können nur die großen und bisher auch abgekündigten HomePod-Modelle diese Funktion umsetzen (⇒LINK).

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Das Highlight – die Fernbedienung

Unglaublich, wie gut man eine Fernbedienung machen kann und wie viel man über eine Fernbedienung reden und debattieren kann. Aber: Apple hat die Fernbedienung für den Apple TV 4K (2021) wirklich in Perfektion gebracht. Noch nie war ich mit einer Bedienung so zufrieden. Zwar gewöhnte man sich an die Siri Remote in ihrem flachen und schwarzen Design, doch diese neue und kantige Fernbedienung aus einem Guss Aluminium setzt endlich neue Maßstäbe in der Bedienung. Wenn man geschichtlich dabei war, dann ist die neue Siri Remote 2.0 eine Kombination aus der Siri Remote des Apple TV HD und der Fernbedienung des Apple TV 3. Und ganz kleine Ansätze kommen sogar noch von der Fernbedienung des allerersten Apple TV Modells. Apple hat also bekannte Dinge aus den letzten Jahren kombiniert und in ein Konzept gepackt.

Knöpfe sind eine feine Sache, denn sie sind schlicht blind zu bedienen. Man kennt ihr Lage und ihre Funktion. Daher drückt man sie dann, wenn man will und muss. Apple hat die Fernbedienung für den Apple TV 4K (2021) daher endlich so konzipiert, dass es schlicht mehr Knöpfe gibt. Ein Powerknopf oben rechts sorgt dafür, dass der Apple TV durch kurzes Halten des Knopfes ausgeschaltet wird. Er kann auch den TV gleich mit ausschalten, wenn dieser via CEC über HDMI kommunizieren kann. Das geht auch andersherum, wenn man den Apple TV einschaltet. Der Menü-Knopf ist weg und nun schlicht ein Knopf, um in einem Menü einen Schritt zurückgehen zu können. Das war auch die Funktion des Menü-Knopfes zuvor, doch nun ist die Funktion des Knopfes schlicht richtig deklariert. Ein Stummknopf sorgt mit einem Knopfdruck dafür, dass der Ton verstummt, aber der Inhalt weiterläuft. Und um an Siri zu kommen, drückt man nun seitlich auf einen dedizierten Siri-Knopf. Diese Bedienart ähnelt nun der Erreichbarkeit von Siri an einem iPhone.

Infrarotsteuerung sorgt dafür, …

… dass der Apple TV 4K (2021) auch eine Soundanlage steuern kann. In meinem Fall ist das eine Soundbar von Yamaha. tvOS erlaubt das Anlernen solcher Geräte. Man benötigt hierfür die originale Fernbedienung des Soundsystems und kann dem Apple TV so die Infrarotbefehle beibringen. Im Anschluss kann man mit der neuen Siri Remote den Ton einer Soundanlage leiser, lauter stellen oder auch über den dedizierten Knopf auf stumm schalten. Leider fehlt mir hier noch die Möglichkeit, dass der Apple TV auch eine Soundanlage via Infrarot ein- und ausschalten kann. Meine Soundbar ist via optischem Kabel am Flachbildfernseher angeschlossen, wodurch die Möglichkeit des Ausschaltens der Soundbar via Infrarot ideal wäre. So setze ich weiterhin auf meine Möglichkeit den TV-Genuss ein- und auszuschalten (⇒LINK).

Das Fazit

Der Apple TV 4K (2021) ist ein sehr sinnvolles Upgrade für das Wohnzimmer. Für mich ist HDMI 2.1, Thread und die mitgelieferte Siri Remote 2.0 der wesentliche Grund dafür, dass ich von dem Apple TV 4K (2017) auf den Apple TV 4K (2021) gewechselt bin. Die flottere Bedienung anhand der höheren Prozessorleistung ist für mich jeden Tag spürbar, da ich wirklich jeden Tag den Apple TV mindestens drei Stunden für Videoinhalte nutze.

Aber muss man von seinem Apple TV 4K von 2017 zu diesem Modell wechseln?

Nicht, wenn einem gewisse und genannte Punkte nicht wichtig sind. Aber man sollte auf die neue Fernbedienung wechseln und diese verkauft Apple einem auch seperat. Dadurch kann man mit seinem Apple TV 4K von 2017 zumindest ein sehr großes Bedienungsupgrade erfahren, über das man sich wirklich jeden Tag freuen wird. Gibt es negative Punkte? Jein. Mir fehlt, wie gesagt, weiterhin die Möglichkeit, dass der Apple TV mehr via Infrarot im TV-Bereich ein- und ausschalten kann. Dann wäre auch der abgekündigte Logitech Hub unter dem Lowboard weg und der Apple TV würde diese Dinge übernehmen. Ansonsten wird tvOS 15 bald schon Spatial Audio ermöglichen, um die Audiospur vom Apple TV 4K (2021) dann auch mit den AirPods Pro und AirPods Max in höherem Sinne genießen zu können. Und mit tvOS 15 wird dann auch der HomePod mini am Apple TV 4K (2021) endlich als vollwertiges Stereopaar fungieren.

Das Fernsehen wurde erfunden, um den Analphabeten einen guten Grund zum Brillentragen zu geben.

∼ Dieter Hallervorden – deutscher Komiker ∼

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