Nichts ist unbeständiger als eine Anschlussart. Dies lehrten uns schon FireWire, VGA und viele andere Anschlüsse, von denen wir niemals dachten, dass wir sie vielleicht einmal vergessen würden. 2023 ist das Jahr, in dem wir Abschied von Lightning als Anschluss nehmen werden. Zeit, um diese 11 Jahre mit dem Lightninganschluss einmal ein wenig Revue passieren zu lassen.

Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich in einer Podcastepisode vor.
Der Startschuss für Lightning …
… war das iPhone 5 und der 12. September 2012. Ich feierte an diesem Tag meinen 25. Geburtstag und Lightning löste den altbekannten Dockconnector ab. Ich habe mir diese Keynote nochmals in Ruhe betrachtet, um die Erinnerungen etwas aufzufrischen. Der Dockconnector war so bekannt, dass sogar jedes Auto aus dieser Zeit ein Dockconnectorkabel hatte. So konnte man seinen iPod anschließen, aber auch sein iPhone.
Selbst der iPod Hi-Fi nahm ein iPhone bis zum Wechsel zu Lightning an und ließ somit die persönliche Musiksammlung abspielen. Der Aufschrei war wirklich riesig und Apple bot im selben Augenblick einen Adapter an, der den analogen Dockconnectoranschluss auf den digitalen Lightninganschluss umwandelte. Somit konnte man bestimmtes Zubehör weiterhin nutzen, auch wenn das optisch nicht sehr elegant aussah.
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Lightning …
… bot vielerlei neue Dinge an, die der Dockconnector nicht mehr bieten konnte. Zum einen wurde das iPhone, aber auch das iPad, immer dünner, wodurch der Dockconnector aus platztechnischen Gründen schon nicht mehr an einer Gerätekante angewendet werden konnte. Der Lightningstecker, aber auch der Lightningport, waren 80 % platzsparender als es Dockconnector mit Stecker und Buchse waren. Acht Pins sitzen auf dem Connector eines Lightningkabels. Jeder einzelne Pin kann adaptiv belegt werden. So entscheidet das Gerät selbst, wie viele Pins für die Stromversorgung und die Datenübertragung genutzt werden – zum gleichen Zeitpunkt, wo beides durchgeführt wird. Auch war Lightning der erste Steckertyp, den man beidseitig verwenden konnte. Jahre vor USB-C als Standard. Der Lightninganschluss war somit seiner Zeit weit voraus.
Mit dem iPhone 5 …
… begann die Reise des Anschlusses. Sie sollte 11 Jahre andauern und damit genauso lange wie Phil Schiller versprach, als er meinte: „Dieser Anschluss ist der Standard für die nächste Dekade.“ Selbst das iPad sprang mit dem iPad 4 schnell auf diesen Anschluss und schnell war klar, dass es kein Zurück mehr geben wird. Selbst der iPod touch und der iPod nano 7G sprangen auf den Lightningzug auf, auch wenn ihre Reise mittlerweile schon lange in der Endstation endete. Viele neue Geräte setzten von Beginn an auf den Lightninganschluss.
So konnten die ersten AirPods nur via Lightningkabel geladen werden, bevor sie auch ein drahtloses Ladecase besaßen. Bis heute kann man AirPods auf beiden Wegen laden. AirPods Max besitzen nur einen Lightningport und selbst die Magic Mouse, Magic Keyboard und Magic Trackpad setzten schnell auf Lightning und das bis heute. Im Apple-Ökosystem haben sich jegliches Zubehör und Kleingeräte auf diesen Anschluss eingeschossen und den ersten Absprung hat die Siri Remote gemacht, indem sie von Lightning auf USB-C wechselte.
Ein Feuerwerk …
… an Hardwareveränderungen wird uns in den nächsten Wochen und Monaten erreichen, wenn Lightning sein Ende finden wird. Doch was bedeutet eigentlich USB-C am iPhone genau? Ist es wirklich nur ein Anschluss? Nein. Der Wegfall wird uns in der nächsten Zeit noch sehr stark betreffen, denn dieser Wandel wird einiges an Zeit benötigen. Ich würde wetten, dass Apple schon einen Lightning-auf-USB-C-Adapter fertig hat, damit Lightningzubehör auf USB-C gebracht werden kann und somit auch Anschluss an einem neuen iPhone mit USB-C findet.
Auch wäre hier noch jegliches Zubehör zu erwähnen, was weiterhin eine Ligtningbuchse hat. Hier wird Apple wahrscheinlich neue Revisionen mit USB-C in die physischen und virtuellen Regal stellen. Und wer nicht alles gleich wegen eines Anschlusswechsels austauschen will, der wird noch länger mit Lightning zu tun haben. Für AirPods wird Apple mit hoher Sicherheit ein neues Case ankündigen, wodurch man nur das Ladecase seiner AirPods wechseln muss, um diese künftig kabelgebunden via USB-C und nicht mehr via Lightning aufladen zu können.
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USB-C …
… ist schon lange ein Standard und Apple hat ihn super konsequent beim Mac durchgedrückt. Von heute auf morgen war USB-A tot und USB-C ersetzte alles, auch wenn dahinter noch Thunderbolt 3 und USB4 steckte. Dennoch, den Anschlusstyp drückten sie durch. Leider wurde hier aber viel zu langsam in anderen Bereichen auf USB-C gesetzt – das iPad hier ausgenommen. So hätten schon die AirPods Pro 2 ein Ladecase mit USB-C besitzen und nicht mehr auf Lightning setzen sollen. Doch was tut man, wenn das Flaggschiff, das iPhone, noch nicht so weit ist? Genau, alles darunter muss als Zubehör weiterhin folgen. Daher folgten AirPods auch MagSafe vom iPhone, wodurch iPhone und AirPods sich via MagSafe laden lassen. Etwas wirr. Ungünstigerweise.
Der Wechsel …
… von Lightning auf USB-C und der damit verbundene Tod von Lightning wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Bis heute beschäftigen uns diese alten Anschlussarten noch. Nicht selten muss man noch mit seinem MacBook via VGA an einen Beamer, mit einem FireWire-Kabel auf eine alte Festplatte oder den iPod via Dockconnectorkabel aufladen, um seine geliebten und alten Playlists weiterhin genießen zu können. Auch Lightning wird uns daher immer wieder in die Hände fallen, um eine ältere Siri Remote aufzuladen, ein älteres iPhone oder iPad zu laden oder auch nur, um leere Peripherie für den Mac aufzuladen und so Magic Mouse und Co. wieder im Einsatz zu haben.
Ebenfalls der Dockconnectoranschluss begleitete uns nach seinem Tod noch lange Jahre und heute noch findet man ganz hinten im Handschuhfach oft noch ein vergessenes „iPod-Kabel“. Ich bin nicht gegen diesen Wandel – ganz im Gegenteil. USB-C bevorzuge ich seit Jahren generell. Ich möchte aber die Euphorie etwas bremsen, dass sich von heute auf morgen alles bessern wird, wenn wir den Lightninganschluss durch USB-C ersetzen, denn Lightning wird uns so schnell nicht loslassen. Davon kann Micro-USB an Smartphones und Zubehör ein lautes Lied von singen.
Was kommt nach dem Lightninganschluss und nach USB-C?
Funktioniert die Welt danach, wie lange schon versprochen, dann erst komplett kabellos?
Lightning, ein Connector für das nächste Jahrzehnt.
∼ Phil Schiller – ehemaliger Apple Marketing-Vizepräsident ∼
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