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Besinnen wir uns einmal auf das Jahr 2017 zurück, als Apple im Juni den HomePod erstmals vorstellte. Lange Zeit nach dem iPod Hi-Fi sah man keinen eigenständigen Lautsprecher mehr, doch der HomePod sollte dieses Gebiet ganz neu besiedeln. Was 2018 dann offiziell begann, wurde bereits im März 2021 eingestellt: Der HomePod ist tot. Wirklich tot?

Der-HomePod-ist-tot-es-lebe-der-HomePod-Kolumne-Matthias-Petrat-scaled Der HomePod ist tot - es lebe der HomePod

Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich in einer Podcastepisode vor.

 

Kolumnen-Podcast-Apple-Podcast-App-Badge-2022 Der HomePod ist tot - es lebe der HomePod

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… war und ist der kleine Bruder des großen HomePod. Er teilt sich den Namen mit seinem Bruder und wird durch den Zusatz “mini” ganz klar deklariert. Er ist schlicht nur eine kleinere Ausführung und kann dennoch mehr. Der HomePod mini wurde erst Ende 2020 angekündigt, bereits kurz darauf ging er in den Verkauf (⇒LINK). Und er schlug ein wie eine Bombe. Wieso? Weil er auf der einen Seite als ein Lautsprecher von Apple großes Interesse weckt und auf der anderen Seite auch einen absolut attraktiven Preis hat. Und genau hier beginnen die Probleme des großen HomePod.

Der große HomePod wurde mit einem Preis von 329 € angekündigt und bis zum Schluss auch exakt zu diesem Preis von Apple verkauft – auch wenn die Straßenpreise teilweise bis auf 200 € sanken. Dennoch war der HomePod für viele allein in Anbetracht des Preises leider unattraktiv. Für viele war und ist der Kaufpreis eines solchen Gerätes der Kaufpreis, den sie für ein iPhone ausgeben wollen – nicht jeder greift zum neuesten iPhone-Modell. Wer sich den HomePod als Stereopaar vor den TV stellen möchte, der kommt direkt auf stolze 658 €. Für Enthusiasten okay, für den durchschnittlichen Anwender nicht nachvollziehbar. Das größte Problem am HomePod ist und war sein Preis. Das kann man nicht schönreden.

HomePod vs. HomePod mini

Technologie ändert sich und das bemerkt man schon, wenn man sich das Datenblatt von HomePod und HomePod mini genauer ansieht. Im HomePod arbeitet ein A8-Prozessor, welcher 1 GB an Arbeitsspeicher zur Verfügung hat. Das ist exakt die Technik eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus. Im Jahr 2021 und im Hinblick auf aktuelle iPhone-, iPad- und Mac-Modelle, wirkt dies wie Technologie von vor 20 Jahren. Der HomePod mini hingegen wirkt frisch. Er arbeitet mit einem S5-Chip und diesen kennt man aus der Apple Watch Series 5. Es ist nur ein Chip, auf dem alles enthalten ist. Der HomePod mini hat also allein technologisch schon viel mehr Zukunft als es ein HomePod vor 3 Jahren hatte. Vielleicht hat man sich hier auch einfach etwas verschätzt oder war mit der Entwicklung der S-Reihe noch nicht weit genug. 

Der HomePod – die Apple HomeKit-Steuerzentrale

Viele wissen es und viele wissen es nicht. Für ein Apple HomeKit-Zuhause ist ein HomePod essentiell. Egal, ob wir über den großen oder kleinen HomePod reden, beide sind Geräte zur Bedienung des Zuhauses via Siri. Zum anderen kümmert sich ein HomePod aber auch über angelegte Automationen und erkennt automatisch die An- und Abwesenheit von Hausbewohnern und deren iPhone. Ein HomePod ist somit eine relativ unscheinbare Steuerzentrale und keine hässliche Bridge neben dem Router. Und so schön er wirkt, so ganz beiläufig spielt er dann noch Musik, Podcasts etc. via AirPlay 2 ab. Auf Wunsch sogar synchron mit anderen HomePod-Modellen in anderen Räumen.

Doch auch hier hat der HomePod mini einen großen Vorteil. Er spricht das neue Funkprotokoll “Thread”. Grundlegend kann ein HomePod einmal via WiFi im Netzwerk arbeiten, aber auch via Bluetooth. Im Sinne von WiFi gibt es wenige Limitierungen, da der Radius relativ groß ist und Endgeräte an sich immer erreichbar sind. In Sachen Bluetooth sieht es allerdings schon ein wenig anders aus. Hier ist die Reichweite sehr limitiert und jeder affine HomeKit-Nutzer wird die Problematik kennen. Thread ist der dritte im Bunde. Ein HomePod mini fungiert in einem Thread-Netzwerk als Router. HomeKit-Zubehör, das immer mit dem Strom verbunden ist und Thread unterstützt, kann als Repeater arbeiten. Alles drumherum kann via Thread als Endpunkt fungieren. Es entsteht somit ein MESH-Netzwerk, wie man es auch von Zigbee kennt. Allerdings spielt der große HomePod hier keine Rolle, denn er ist schlicht zu alt, um hier hardwaretechnisch mitspielen zu können.

Ein Statement

Apple hat sich nach 3 Jahren sehr plötzlich dazu entschlossen, dass der HomePod aus dem Verkauf geht und nur noch der HomePod mini im Sortiment bleibt. Der große HomePod ist damit Geschichte und tot. Zumindest lautet so das offizielle Statement von Apple. Und immer, wenn das Aus einer Sache bekannt gegeben wird, wird diese Sache plötzlich wieder interessant. In diesem Fall bedeutet dies, dass Leute losrennen und sich noch schnell einen großen HomePod kaufen. Das ist okay, denn er war vor drei Jahren gut, ist heute gut und wird es auch die nächsten Jahre noch sein. Er wird noch Softwaresupport erhalten, aber nun einmal kein Featuresupport mehr. Allein dass ihm der U1-Chip fehlt (⇒LINK), macht ihn in der Zukunft leider obsolet. Für das, was er für die meisten aber ist, nämlich ein Lautsprecher, wird er dennoch weiterhin seinen Dienst erfüllen. Auch heute noch sehe ich Nutzer, die aktiv eine TimeCapsule oder AirPort Express einsetzen – was auch schon vor Jahren seitens Apple ins Aus geriet. So ganz tot sind manche Dinge aber doch nicht – auch der HomePod nicht.

Der HomePod ist tot …

Apple hat offiziell bekanntgegeben, dass der große HomePod nicht mehr produziert wird und nur noch der Lagerbestand verkauft wird. Das bedeutet, dass es ab einem gewissen Punkt nur noch den HomePod mini geben wird. Der HomePod mini hat für seine Größe schon einiges auf der Kugel dem Kasten und beschallt einen Raum doch recht gut. Koppelt man zwei HomePod mini als Stereopaar, dann ist der Sound noch besser. Allerdings sind sie kein Ersatz für ein Stereopaar aus zwei großen HomePod-Modellen, um sie als Soundanlage an einem Apple TV nutzen zu können. Dieser Softwaresupport fehlt dem HomePod mini. Wenn Apple also den HomePod aufgibt, dann geben sie momentan zugleich auch alles am HomePod auf, was die Audioverwaltung an einem Apple TV betrifft. Die Frage ist also, ob der HomePod mini künftig diesen Softwaresupport erhalten wird, um als ein möglicher Nachfolger fungieren zu können.

… es lebe der HomePod!

So ganz tot kann der HomePod nicht sein. Allein der Namenszusatz “mini” betitelt schon, dass dieses Modell ganz klar platziert ist. Es ist ein kleineres Modell eines HomePod. Apple wusste auch zu Zeiten dessen Ankündigung mit Sicherheit schon, dass der große HomePod nicht ankommt. Also hätte man zu diesem Zeitpunkt und in einem Rutsch den großen HomePod einstellen und komplett und inklusive Namensgebung durch einen neuen und kleinen HomePod ersetzen können – den wir nun HomePod mini nennen. Der große HomePod war der erste Schritt und in meinen Augen nicht der letzte. Er verschwindet nun erst einmal als bekannter Lautsprecher im Zylinderformat und wird in einer neuen Art neu daherkommen. Zumindest ist dies meine Meinung. Und wieso? Weil die reine Sprachbedienung nicht immer funktioniert. Vor allem nicht im Sinne von Apple HomeKit.

Der HomePod besitzt nur ein Interface zur Bedienung – die Sprache. Allerdings ist exakt diese Ebene auch seine Hürde, denn nicht jeder möchte im Haus mit einem Lautsprecher reden, damit etwas ausgeführt wird. Zumindest nicht immer. So ein Display ist schon eine sehr gut funktionierende Bedienweise und ich denke, dass dem HomePod künftig etwas in dieser Richtung widerfahren könnte. Wieso sollte ein HomePod also nicht künftig aus der Kombination von iPad- und HomePod-Design bestehen? Nutzer hängen sich auch ein ausrangiertes iPad an die Wand, um die Home-App permanent sichtbar und als Steuerelement greifbar zu haben. Zumal so jeder im Haushalt ein Apple HomeKit-Zuhause steuern kann.

Eine HomePod-Generation dieser neuen Art …

… könnte auch verschiedene Gesichter via Face ID erkennen und so nicht jedem Nutzer vor dem Gerät den Zugriff auf solche Funktionen bieten. Ein HomePod mit Display wäre in diesem Verbund auch ein sehr guter Kommunikationspunkt via FaceTime, aber auch Intercom. Intercom beschränkt sich aktuell nur auf Audio, aber wieso nicht auch künftig im Haus zwischen zwei HomePod mit Display via Intercom ein kurzes Videogespräch führen? Der große HomePod war der erste Fuß in der Tür und ich bin mir sehr sicher, dass diese Tür auch nach dem Herausziehen des Fußes noch lange offen bleibt. Der HomePod wird in meinen Augen als neues Gerät daherkommen und sich dann wieder neben dem HomePod mini platzieren. So würden sich beide Geräte auch wieder ganz exakt voneinander abheben – vor allem in Anbetracht der Bedienung. So ganz tot wirkt der HomePod also nicht.

Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.

∼ Epikur von Samos  – altgriechischer Philosoph ∼

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