Februar 2018 – Apple zeigt einen Vorgeschmack. Dieses Mal einen für den musikliebenden Nutzer. Es geht um den ersten Lautsprecher aus den eigenen Reihen. Bitte? Ja. Stimmt. Würde man alle Geräte und deren explizit für diese Geräte konzipierten und verbauten Lautsprecher erwähnen, wäre es vielleicht der erste Macintosh im Jahr 1984 gewesen, der auch als erster Lautsprecher aus den eigenen Reihen anzusehen wäre. Denn wir vergessen an dieser Stelle nicht, dass Apple der weltweit größte Anbieter von Lautsprechern ist. Jedes iPhone, iPad, der Mac und auch jeder HomePod zählt dazu. Korrekt – es geht um den HomePod. Und mittlerweile hat dieser Nachwuchs bekommen: Nämlich den HomePod mini.

HomePod_mini_Apple_HomeKit_Siri_Kolumne-tinified-scaled Der HomePod mini

Diese Kolumne ist auch als Podcast verfügbar.

Podcast_Badge_Transparent Der HomePod mini

 

Ein wenig Geschichte zum HomePod

Der HomePod ist der erste smarte Lautsprecher von Apple, denn zuvor kannten und nutzten wir nur den analogen iPod Hi-Fi als Lautsprecher. Der eine werkelte nur lokal, wohingegen der andere nur mit einer aktiven Internetverbindung seine Arbeit verrichtet. Der HomePod zeigte 2018 ganz klar auf, dass er mehr als nur ein einfacher Lautsprecher ist, was auch noch heute auf ihn zutrifft. Er ist viel mehr als er es von außen erahnen lässt. Die Namensgebung passt so perfekt, dass sie zu Beginn für Verwirrung sorgte. Doch es sind Parallelen, welche hier in den Vordergrund gerückt werden sollten. Das “Pod” wurde dem neuen Lautsprecher als Erbe der iPod-Ära aufgedrückt und auch der iPod Hi-Fi spielt hier wieder eine Rolle. Das “Home” steht für den persönlichen Touch, denn nichts ist so persönlich wie das eigene Zuhause.

Geht in’s Ohr!

Der HomePod sollte ein audiophiles Erlebnis bieten. Gepaart mit seiner Technik, Siri als Assistent und Apple Music als Dienst ist Musik zu einer Kernfunktion geworden. Musik erreicht uns mit dem HomePod direkt, unverschnörkelt und auf uns zugeschnitten. Der HomePod kennt damit uns und unseren Geschmack auf Dauer besser als wir selbst. Das lässt so manch kreierte Playlist erkennen, die uns Musikstücke spielt, die wir schon lange nicht mehr gehört haben und vor längerer Zeit liebten. Das sind die Momente, in denen ich meinen HomePod feiere – wenn er mir ein Stück Musiknostalgie aufzeigt. Das eigenständige Mithören, Analysieren und Ausrichten des Rundumklangs ist eine kleine Meisterleistung. Der HomePod klingt einfach an jedem Ort gut, da er seinen Ort selbst wahrnimmt und ihn angepasst beschallt.

HomePod – es ist dein Zuhause

Der HomePod ist eine Apple HomeKit-Steuerzentrale. Genau daher trägt er auch den Namen “Home” in sich. Wie auch die Home-App auf dem iPhone und iPad, deklariert schon der Name, dass es hier um etwas Persönliches geht. Und damit ist nicht nur der Musikgeschmack gemeint. Es geht um das eigene Zuhause und das ist individueller als vieles andere um uns herum. Der HomePod kümmert sich in einem Zuhause um alle SmartHome-Aufgaben. Er bekommt mit, wenn man im Dunkeln nach Hause kommt und knipst die Lichter ein und er schaltet sie aus, wenn wir das Haus verlassen. Er analysiert lokal das Videomaterial von Apple HomeKit-Sicherheitskameras und behütet das Zuhause mit größter Sicherheit und Sorgfalt. Und das alles macht er unbemerkt im Hintergrund, nachdem man ihn mit seinem iPhone oder iPad in nur drei Minuten als Lautsprecher eingerichtet hat.

Der HomePod mini – ein ganz Großer

Der HomePod zog in seiner ersten Größe in viele Haushalte ein. Manchmal waren es auch mehr als nur einer. So kann ich mit drei großen HomePod-Modellen und der ganzen Multiroomfunktion definitiv ein Wörtchen mitreden. Doch auch wenn es mittlerweile eine Nummer kleiner geht, so ist der HomePod mini dennoch ein ganz Großer. So unscheinbar er auf den ersten Blick wirkt, so groß und wuchtig tritt er beim ersten Soundcheck auf. In meinem Zuhause sind vor kurzer Zeit gleich zwei Stück eingezogen. Einer im Badezimmer und einer in der Werkstatt. Ja, auch die Werkstatt spricht viel Apple HomeKit und auch die richtige Musik ist beim Werkeln nun einmal wichtig. Und hier beginnen wir mit der Geschichte des HomePod mini.

In die gleichen Fußstapfen treten

Der HomePod mini vollzieht den gleichen Gedanken wie den seines großen Bruders. Nur tut er dies in einem kleineren Formfaktor, der für viele Orte schlicht auch besser geeignet ist. In meinem Badezimmer wäre für einen großen HomePod zum Beispiel nie Platz gewesen. Und so geht es vielen. Der HomePod mini vereint die Funktionen des bekannten HomePod mit einer handlichen Größe und macht ihn damit zu einem der attraktivsten Lautsprecher in einem “Apple-Ökosystem”. Und auch spielt der Preis hier mit Sicherheit ein große Rolle bei einer kleinen Entscheidung. Für 96,50 € bekommt man nun einen HomePod für sein Zuhause und kann endlich auch sein Apple Music Abo direkt über einen Assistenten nutzen. Und was viele nicht sehen, ist der Einstieg in Apple HomeKit (⇒LINK).

Der HomePod mini ist der zugleich einfachste und günstigste Weg auch ein kleines Zuhause direkt mit Apple HomeKit aufrüsten zu können. Es braucht hierfür nur ein wenig Apple HomeKit-Zubehör und schon kann ein Nutzer mit Hilfe von iPhone und HomePod mini in die SmartHome-Welt von Apple einsteigen. Das ist vielen leider bisher gar nicht so klar und daher ist es umso besser, wenn nach dem Erwachen auch bekannt ist, dass der HomePod mini das neue Protokoll “Thread” spricht, welches das SmartHome an sich hinsichtlich der Bedienung um ein großes Stück nach vorne bringt. Thread lässt Apple HomeKit-Zubehör reaktionsschnell untereinander kommunizieren und der HomePod mini ist hier das erste und feste Glied in der Kette.

Sanft, warm und dennoch kraftvoll

Einen Klang zu vermitteln ist nicht nur schwierig, es ist unmöglich. Nichts kann den sanften, warmen und leicht knacksenden Klang einer Schallplatte vermitteln. Jeder muss diesen selbst einmal wahrgenommen haben, nach dem er die digitale Nadel auf der sich drehenden Platte abgesetzt hat und einfach nur zuhört. Für den HomePod mini gilt dies ebenso. Erst nach dem ersten Abspielen von geliebten Musikstücken wird klar, wie genial der HomePod mini bei seiner Größe klingt. Es ist unmöglich ihn zu beschreiben, aber ich möchte es dennoch kurz probieren. Er klingt in den Höhen unglaublich klar – fast schon zu klar. Dadurch kommen aber Stimmen sehr gut zur Geltung und das nimmt man vor allem auch beim Hören von Podcastepsioden wahr. Stimmen wirken dabei dennoch kräftig. Diese weisen eine gewisse Stärke in der Betonung auf.

Wenn es um Musik geht, dann ist vor allem der Bass ein wichtiges Kriterium. Dieser wird in Kombination mit den Mitten und Höhen immer dem Untergrund der Aufstellung angepasst. Ein HomePod mini berechnet sich durch den S5-Prozessor, den wir aus der Apple Watch Series 5 kennen, seinen Raumklang permanent neu. Aus diesem Grund wirkt er auch auf einer Glasplatte abgestellt nie aufdringlich oder gar dröhnend. Er balanciert den Klang und die Schwingungen aus. Er hört einfach mit und passt es sich selbst auf einem nahezu perfekten Level an. Für den Preis und diese Größe habe ich bisher noch nie einen so guten Klang hören dürfen. Und ich bin hier wirklich sehr audiophil und verwöhnt.

Siri im Handformat

Um den HomePod steuern zu können, muss man ihn mit “Hey Siri” ansprechen. Dadurch spricht man die Assistentin an, stellt eine Frage oder bittet um einen Gefallen. Wer bei der Einrichtung die persönlichen Anfragen aktiviert, der holt das komplette Potential aus dem kleinen Lautsprecher heraus. Denn dadurch kann Siri auch auf dem HomePod mini eine eingegangene Nachricht vorlesen und auch mit Hilfe der Diktierfunktion darauf antworten. Ebenfalls können so Telefonate getätigt werden, Dinge auf den Einkaufszettel gesetzt werden, Kalendertermine abgefragt und angelegt werden und nun einmal auch ein Apple HomeKit-Zuhause bedient werden.

Der HomePod mini ist somit viel mehr als nur ein Lautsprecher, der auch dank AirPlay 2 in Apple HomeKit-Automationen und für Multiroomwiedergabe eingesetzt werden kann. Anders als sein großer Bruder setzt der HomePod mini an seinem Kabelende nicht auf einen Netzstecker für jedes Land, sondern auf USB-Typ-C. Damit gibt es nur eine Hardwarevariante und ein USB-C-Netzteil mit 20 Watt an Leistung liegt ebenfalls direkt dabei. Das ermöglicht dem HomePod mini in Zukunft auch an allen Orten auftreten zu können, an denen ein USB-C-Port mit 20 Watt verfügbar ist. Auch wenn ich mir hier gewünscht hätte, dass das Netzteil immer passend zur Farbe des HomePod mini passt. Ein schwarzes Kabel beißt sich optisch einfach mit einem weißen Netzteil.

Privacy by Design

Sicherheit und Datenschutz sind bei der Entwicklung von Hardware, Software und Services bei Apple von elementarer Bedeutung und Privatsphäre ist wirklich wichtig, besonders zu Hause. Der HomePod mini wurde entwickelt, um die privaten Daten des Nutzers zu schützen und um ein Assistent im Alltag der Familie zu sein, dem man vertrauen kann. Jegliche Interaktion mit ihm wird auf beiden Wegen verschlüsselt und anonymisiert vollzogen. Für mich sind solche Dinge eine Kernfunktion. Ich würde daher zum Beispiel niemals einen smarten Lautsprecher von Amazon oder Google in mein Zuhause lassen, weil das komplette Sicherheitskonzept dahinter totaler Murks ist. Der HomePod mini drückt mit seinem Namen, seinem Preis und seinem gesamten Auftreten so auf, wie es sich für das persönliche Zuhause auch gehört. Er ist die ideale Erweiterung, um Funktion von iPhone, iPad und Diensten wie Apple Music komplett neue Funktionen zu ermöglichen. Das sind die fantastischen Dinge, die man nur in einem “Apple-Ökosystem” vollbringen kann, in dem kleine Zahnräder auch große Zahnräder antreiben. Der HomePod mini ist eines davon.

Kleine Geister handeln, große wirken.

∼ Karl Heinrich Waggerl – österreichischer Schriftsteller ∼

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