2007 – das iPhone erreicht uns. Damit auch das Ent- und Absperren eines Gerätes über den Bildschirm und jeder wird sich noch an das “Slide to Unlock” aus dieser Zeit erinnern. Was so bereits markant war, wurde mit Touch ID noch markanter und machte den einstigen und schlichten Home-Button zu einem Bedienkonzept für mehrere Dinge. Doch der Beginn von Touch ID ist zugleich aus das Ende.

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Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich in einer Podcastepisode vor.

 

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Touch ID …

… feierte sein Debüt im September 2013. Das iPhone 5s legte zum ersten Mal ein goldenes Gewand als Gehäusefarbe auf. Das erste goldene iPhone war aber nicht wegen seiner Farbe so beliebt, sondern vor allem wegen seiner neuen Art, um das Gerät entsperren zu können. Auch war es der Start des 64-Bit-ARM-Prozessors beim iPhone. Ja, 2013 veränderte im Hinblick auf diese Faktoren gleiche mehrere Eigenschaften, Denkweisen und Entscheidungen. Doch wo Touch ID hier seinen Beginn feierte, startete – heute betrachtet – auch irgendwie sein Ende.

Der Sensor …

… wurde erstmals im genannten iPhone 5s verbaut und machte den Home-Button damit zu einem ganz anderen Bedienkonzept. Fortan konnte man über ihn nicht nur eine App schließen und in den Multitaskswitcher gelangen, sondern sich auch über den Fingerabdruck authentifizieren. An der Art der Nutzung hat sich bis heute nichts geändert. Das alleinige Auflegen eines registrieren Fingers reicht aus, um eine Authentifizierung durchzuführen. Zur Erkennung schließt die Haut des Fingers einen Stromkreis über den eingelassenen Metallring. In dem Ring befindet sich eine mit einem Laser geschnittene Kristallscheibe, durch die ein Sensor den Fingerabdruck hindurchlesen kann. Insgesamt können maximal fünf Finger und damit fünf unterschiedliche Fingerabdrücke registriert werden. Wer seinen Touch ID Sensor flotter machen möchte, der bedient sich diesem alten Trick hier (⇒LINK).

Die Funktionen ..

… hinter Touch ID haben sich nicht wirklich weiterentwickelt. Neben dem Entsperren eines Gerätes und dem Authentifizieren für einen Kauf im AppStore können noch das Authentifizieren eines Kaufs via ApplePay sowie das zusätzliche Sperren einzelner Apps erwähnt werden. Nach dem iPhone 5s wurde Touch ID erstmals 2014 auch im iPad verbaut. Hier ist die Rede vom iPad Air 2. Lange her, was? Auch das iPad mini 3 kam im selben Jahr in die Vorzüge von Touch ID. Der iPod touch bekam bis zu seinem Ende nie einen Touch ID Sensor verpasst. Würde sich hier doch allein der Name schon dafür anbieten. Allerdings bekam das MacBook Pro ab 2016 einen Touch ID Sensor in den Powerknopf verbaut. Mittlerweile besitzen alle neuen MacBook-Modelle einen Touch ID Sensor und selbst der iMac bedient sich über das kabellose Magic Keyboard dieser Technologie. Touch ID ist somit für jeden neuen Mac mit Apple Silicon nutzbar.

Doch wohin geht die Reise?

In Zeiten von Face ID stellt sich die Frage, wie sinnvoll Touch ID in vielen Punkten noch ist. Klar ist, dass die Pandemie deutlich aufgezeigt hat, dass Face ID seine Probleme hat, wenn man eine Maske trägt. Auch ist klar, dass Touch ID hier nie in diese Probleme gerannt wäre. Wir wissen daneben aber auch, dass Face ID das Erkennen und Ignorieren von Masken erlernt hat und auch dieses Problem nun behoben ist. Grundsätzlich haben Touch ID und Face ID also beide ihre Vor-, aber auch Nachteile. Die Sinnhaftigkeit entscheidet sich immer beim Endgerät selbst.

Bis heute würde ich zum Beispiel auf der Siri Remote des Apple TV gerne einen Touch ID Sensor sehen, um Apps gesondert sperren und entsperren zu können und auch um Käufe schnell zu bestätigen. Zwar kann ein Kauf schnell via iPhone oder iPad authentifiziert werden, allerdings hält man die Siri Remote sowieso schon in den Händen und der Schritt wäre hier plausibler und würde ein Umgreifen zu einem anderen Gerät ersparen. Auch könnte man gewisse Inhalte oder Apps so auf dem Apple TV wegschließen und nur durch Touch ID offenlegen. In diesem Punkt wären auch die Benutzerkonten auf dem Apple TV noch besser getrennt voneinander nutzbar, indem jeder seinen Account mit seinem Fingerabdruck entsperren könnte. Denn was der Apple TV besitzt, fehlt dem iPad bis heute – Multiusersupport.

Der Mac …

… kennt nur Touch ID und der freundliche Finder schielt wahrscheinlich bis heute recht neidisch auf iPhone und iPad mit Face ID herüber. Dabei wäre er der perfekte Kandidat, um Touch ID abzuschaffen. Allerdings ist der Griff mit den Fingern zur Tastatur schneller als es Face ID wäre, so schön sich Face ID für einen iMac also auch anhören mag – und ich nutze gerne meinen 24″ iMac (⇒LINK). Um Face ID vor sich an einem Mac zu aktivieren, müsste man wahrscheinlich zum Entsperren des Computers nur eine Taste auf der Tastatur drücken und auf das Display in Richtung Kamera schauen. Zum Authentifizieren wären es hier wahrscheinlich das zweimalige Drücken einer bestimmten Taste. So funktioniert Face ID zumindest bis heute unter iPhoneOS und iPadOS.

Der Griff am Mac …

… über Touch ID ist daher in vielen Punkten also schneller, als es der Griff zu Face ID am gleichen Gerät wäre. Auch ein Touch ID Sensor unterhalb des Displays wäre eine Möglichkeit für die Zukunft. Damit würde auch die Apple Watch in ein neues Gebiet rutschen. Zumal ein iPhone auf diese Weise Touch ID und Face ID gleichermaßen anbieten würde. Damit könnte man auch einen doppelten Sicherheitsboden einziehen, indem per Touch ID entsperrt und Face ID im gleichen Moment zur zweiten Authentifizierung genutzt wird. Dadurch würden sich zwei biometrische Daten gegenseitig bestätigen. Und hier kommen wir grundlegend zu der Erkenntnis, dass Touch ID noch lange kein Ende hat. Es ist schlicht die Art des Endgerätes, welche über die Vorzüge von Touch ID und/oder Face ID entscheidet.

Jegliche Konkurrenz zu Face ID: “Die stinken alle.”

∼ Phil Schiller – ehemaliger Apple Marketing-Vizepräsident  ∼

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