Das iPad mini Pro war schon einmal ein Thema einer ausführlichen Kolumne. Und dieses Thema ist derzeit aktueller denn je, denn das kleine Tablet erhält ernsthafte Konkurrenz. Konkurrenz, von der man sich sehr viel erhofft. Konkurrenz, die Dinge. Neu machen und das iPad mini vielleicht komplett in den Schatten stellen wird.
KI-erweitertes Bild (iPad mini Seitenränder verkleinert)
Zu Beginn drei Fragen:
- Wer nutzt ein iPad mini?
- Wer nutzt ein iPad Pro?
- Wer würde eine Kombination aus beiden Modellen nutzen wollen?
Diese drei Fragen und ihre möglichen Antworten gilt es zu betrachten.
Das iPad mini ist grundsätzlich ein iPad, das es so eigentlich nie hätte geben dürfen. Zumindest wissen wir durch Überlieferungen, dass Steve Jobs nur EINE iPad-Größe als DAS iPad ansah. Somit würden heute aber auch nicht iPad, iPad Air und iPad Pro in zwei Größen existieren. Und dennoch können wir, wenn wir uns für ein iPad entscheiden, zu unterschiedlichen Größen greifen. Entscheiden wir uns für ein 8,3 “ Display, dann entscheiden wir uns für das iPad mini. Diese Bildschirmgröße ist seit dem iPad Air der ersten Generation für uns greifbar. Das iPad mini startete ohne Retina-Display, wurde in seiner zweiten Generation aber damit erweitert und erlebte dann nur noch innere Hardware‑Neuerungen. Erst die 6. Generation brachte dem iPad mini das flache und markante Design, das wir vom iPad Pro kannten. In der 7. Generation ist das iPad mini ein leistungsstarker Tabletcomputer, der nur ein paar Features vermissen lässt, an die wir uns von iPhone, Apple Watch und iPad gewöhnt haben.
Nach vielen Jahren iPad mini gibt es Dinge, die ich an dem Gerät einfach liebe. Es ist das kleinste iPad, das ich neben dem iPhone mitnehmen und nutzen kann. Dank der 5G-Anbindung kann ich das gefühlt auch überall und so Dinge erarbeiten, die auf dem Display des iPhones zu klein umgesetzt werden müssten. Auch heute noch schaue ich oft auf das Display des iPad mini und bemerke, dass sich das Gerät nicht entsperrt und ich aktiv einen registrierten Finger auf den Touch-ID-Sensor am Powerknopf legen muss. Das Auflegen alleine reicht hier schon. Aber dieser Griff fühlt sich jedes Mal ein klein wenig falsch an. Auch wenn ich am Mac ebenfalls den Finger auf den Touch-ID-Sensor lege. Doch das iPhone verwöhnt einen hier seit Jahren und das iPad Pro hat das bei mir nicht besser gemacht. Also ist der Griff dazwischen immer einer, der etwas vermissen lässt und der klar macht, dass ein iPad mini Pro mit Face ID in vielen Punkten toll wäre.
Das Display des iPad mini …
… ist beim Betrachten leider immer drei Schritte zurück. Allerdings auch nur, weil man die HDR‑Displays von iPhone, iPad Pro und MacBook Pro erkennt. Sogar die Apple Watch hat ein helleres Display, als das Display des iPad mini. Wenn ich zwischen iPhone und iPad mini wechsle, dann kommt es mir immer vor, als hätte ich auf dem iPad die Bildschirmhelligkeit auf 50 % eingestellt. In heller Umgebung ist das iPad daher manchmal sehr schwer lesbar. Das stört und ist bedauerlicherweise der größte Störfaktor. Ein iPad mini Pro mit OLED-Display wäre daher grandios. Nicht nur, dass der kleine Tabletcomputer endlich einen tiefen Schwarzwert aufweisen würde, das Display wäre vor allem heller und auch etwas sparsamer. Technisch gibt es keine Gründe, wieso das iPad mini nicht diesen Sprung auf dieses Display machen könnte. Es ist nur die Frage, ob man das als Nutzer:in wirklich will und ob Apple das auch so sieht. Nur weil eine kleine Gruppe an Nutzer:innen ein iPad mini Pro vermisst, heißt das nicht, dass dies ein grundsätzlicher Wunsch wäre. Viele Nutzer:innen sehen diese Dinge grundsätzlich anders und vermissen Face ID und ein OLED-HDR-Display am iPad mini überhaupt nicht.
Stirbt das iPad mini generell?
Unsicher, wo Apple mit dem iPad so hinwollte. Sie sind nun aber prinzipiell mit dem iPad an einem Punkt angekommen, wo es das Wesen zwischen Tablet und Tabletcomputer wechseln kann und darf. So kann es schlicht ein Display sein, das man in Händen hält, oder auch mit einem Magic Keyboard zu einer Art MacBook werden und doch weiterhin auf iPadOS setzen. An diesen beiden Wesen wird grundsätzlich nichts mehr passieren, außer, dass das iPad immer besser und schneller wird. Vielleicht sogar auch noch dünner, als es jetzt ohnehin schon ist. Aber mehr Wesen, wird hier nicht passieren. Also stellt sich auch die Frage, wo das iPad mini seine Rolle spielt, da es auch mit externer Tastatur und Co. nicht wirklich das ist, was ein größeres iPad Air danach in diesem Wesen liefern kann. Das iPad mini ist also eher ein Konsumergerät, auch wenn ich damit gewisse Arbeiten erledigen kann. Bildbearbeitung beispielsweise – die findet nur noch auf einem iPad statt.
Warum könnte das iPad mini wegsterben?
Grund ist ein neues iPhone-Modell, welches uns scheinbar in ein paar Monaten die Dinge etwas neu erklärt. Es geht um ein faltbares iPhone. Jetzt muss man erst einmal sagen, dass ein iPhone kein iPad ist. Aber ich vermute, dass diese Aussage einfach falsch ist und Apple dies anders erklären wird. Denn wenn die Displaybreite eines iPhones sich durch bloßes Aufklappen des Gerätes plötzlich verdoppelt und dann die Größe eines iPad mini, aber noch dünner, besitzt, fehlt dem iPad mini nicht nur ein Argument für sein Dasein. Die Thematik mit einem Apple Pencil lassen wir hier erst einmal außen vor. Wenn aber ein iPhone in diesem aufgeklappten Zustand auch wie ein iPad agiert und mehr oder weniger von iOS zu iPadOS wechselt, dann wird aus einem iPhone ein iPad. Sprich, mit einem iPhone besitzt man ein iPad mini. Und auch das Display wäre eher iPhone-like als iPad-mini-like. Über Face ID und Touch ID wissen wir hier noch gar nichts. Diese Frage bleibt offen. Die Frage ist also, ob man mit solch einem iPhone etwas gewonnen hat und vom iPad mini Abstand nehmen könnte.
Ich kenne die Antwort nicht.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein faltbares iPhone für mich ein iPad mini ersetzen würde. Alleine aus dem Grund, dass ich nur noch ein Gerät mit dabei hätte und nicht mehr zwei. Alle anderen Themen wie die Akkulaufzeit und Co. wurden komplett außen vorgelassen. Aber die Akkulaufzeit ist nicht so das Ding, wie das iPhone Air ganz klar zeigt. Gegenwärtig hat das iPad mini nur noch den Vorteil, dass es das kleinste iPad ist. Mehr Argumente liefert es nicht. Es würde ihm bei einem erwähnten faltbaren iPhone daher auch dieses Argument fehlen, weil man nicht mehr zu einem kleinsten iPad greifen müsste oder muss, möchte man ein etwas größeres Display unterhalb eines Standard-iPads besitzen.
Daher stellen sich jetzt zwei neue Fragen in Bezug auf das iPad mini:
- Möchte man ein Gerät, das zwei Bildschirmgrößen ermöglicht?
- Möchte man zwei Geräte nutzen, die jeder für sich eine Bildschirmgröße anbieten?
Beide Antworten bringen einen immer wieder zu der Erkenntnis, dass derzeit ein iPad mini Pro fehlt. Aus technischer Sicht fehlt es, weil wir höhere Anforderungen mittlerweile gewohnt sind und uns helle Displays und Face ID einfach schon lange begleiten. Wer auf ein iPad mini setzt, wird als dieses iPad mini Pro also vielleicht ebenso vermissen. Wenn wir aber ehrlich sind, dann wird es eher das iPhone sein, das sein Wesen künftig ändern wird. Wäre natürlich die Frage, ob auf dem iPhone ein iPad wird, wenn man es aufklappt, oder beim Zuklappen aus dem iPad ein iPhone wird. Man kann es in beide Richtungen drehen und kommt doch immer bei nur einem Gerät heraus, das beide Wesen erfüllen kann. Das iPad mini Pro könnte kommen, aber es wäre wirklich fraglich, ob es nur einmal erscheint und dann nicht mehr gepflegt wird. Denn in das gleiche Thema krätscht auch der Mac Pro, der lange vermisst wurde und heute faktisch nicht mehr existiert.
Wir müssen uns immer verändern, erneuern, verjüngen; sonst verstocken wir.
∼ Johann Wolfgang von Goethe ∼
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