Schaut man sich die Geschichte der Medien etwas genauer an (⇒LINK), dann bemerkt man nicht nur einen Wandel der Hardware, der Medien und den Umgang damit, sondern auch eine sehr große visuelle Veränderung. Wo Bilder und Videos noch einst analog gebannt und anschließend betrachtet wurden, werden sie heute rein digital aufgenommen und ortsungebunden konsumiert. Was einst ein Polaroidbild im Geldbeutel war, ist heute eher ein Portraitbild im Zifferblatt der Apple Watch. Und was einst Videoaufnahmen auf einem Magnetband waren, sind heute 4K-Videos auf einem Display, greifbar in der Hosentasche. Apple und das Thema 4K sind in der Wahrnehmung jedoch eher unbeachtet und daher möchte ich es hier ein wenig genauer beleuchten.

Apple-und-4K-scaled Apple und der 4K-Moment

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Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich in einer Podcastepisode vor.


Ein Blick in die Vergangenheit zeigt …

… wie sehr sich unsere Wahrnehmung, aber auch unsere Ansprüche, fast zeitgleich verändert haben. Wir sind visuell schlicht verwöhnt geworden. Schauen wir auf das Jahr 2007 und den Start des iPhone zurück, so war die verbaute Kamera in der Rückseite des iPhone schon ein sehr großes Highlight für sich: Apple war von Beginn an klar, dass der Fokus bei einem “Telefon” dieser Art auch auf der Kamera liegen muss. Nicht umsonst ist die Kameratechnik jedes Jahr ein wichtiger Punkt bei der Präsentation eines neuen iPhone-Modells. Die Kamera ist am iPhone so wichtig geworden, dass heute etliche Dinge in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Und was auf der Geräterückseite begann, wurde mit dem iPhone 4 über die Gerätevorderseite erweitert. Somit ist FaceTime seit Jahren ein fester Begriff, Selfies in Form von Bildern mit Portraitberechnung und mittlerweile auch Weitwinkelvideos inklusive Gesichtsverfolgung absolut normal geworden. Doch all dies begann einst in kleinen Qualitätsstufen, bis es heute in 4K zu bestaunen ist.

Der Sprung zum iPhone 4S war auch ein Sprung in die Welt von Full-HD. Erstmals nahm das Smartphone von Apple auch Videos in 1080p auf und machte das Gerät somit auch zu einer sehr handlichen Videokamera. Wenn ich daran zurückdenke, dann erinnere ich mich auch an ein sehr heißes iPhone 4S. Der damalige Zweikernprozessor hatte zu dieser Zeit scheinbar einiges zu leisten, um den 1080p-Videostream sichten und speichern zu können. Dennoch waren die Videos im Nachhinein sehr angenehm auf einem großen Display zu betrachten. Zwei Jahre später sollte dieser Sprung noch höher gehen. Das iPhone 5S erlaubte erstmals das Aufnehmen von 4K-Videos. In dieser Zeit war 4K eher ein Medium für die Profis statt für den Endanwender. Dennoch sprang Apple auf diesen Zug auf und lässt ihn bis heute fahren.

Heute ist 4K eine relativ normale Sache, …

… denn das Format begegnet uns jeden Tag und an unterschiedlichen Orten. Wie wichtig es am Ende für jeden ist, entscheidet jeder für sich ganz alleine. Dennoch befasst sich Apple sehr intensiv mit 4K. Heute, im Jahr 2021, kann jedes neue iPhone-Modell Videos in 4K aufzeichnen, egal ob Pro-Modell oder nicht. Selbst das iPad spielt in dieser Liga mit und ist somit zeitgleich das mobilste Gerät zum Sichten dieser gefilmten Inhalte. Nicht umsonst wird das iPad daher auch bei Fotografen eingesetzt, um bei einem Shooting das Ergebnis der Bilder direkt und mobil betrachten zu können. Und schaut man sich Apps wie LumaFusion an, dann ist das iPad das handlichste Schnittplatz für Videos. Das iPad Pro 2021 mit M1 Prozessor (⇒LINK) geht mit 4K-Videos um, als wäre es 720p-Material – nichts dauert, nichts wird warm und nichts wird laut. Schauen wir auf die Mac-Sparte, dann ist auch hier 4K ganz gewöhnlich geworden. Ein iMac mit 4K-Display nehmen wir schon gar nicht mehr in dieser Richtung wahr, da uns das Ergebnis eines Retina Displays von iPhone und iPad sehr bekannt sind. Und wahrscheinlich werden die meisten bei einem iMac aus 2021 nicht den Unterschied zwischen 4K und 4,5K bemerken. Das größere iMac-Modell besitzt sogar ein 5K-Display und löst daher noch einen Tick höher auf. 

1080p hat im Vergleich zu 4K den Vorteil, …

… dass es in seinem Volumen natürlich viel kleiner ist. Es gibt viel weniger Videoinformationen zu übertragen und anzuzeigen. Daher sind Videostreams in 1080p bei einer langsamen Internetverbindung eher die Wahl als die 4K-Stufe darüber. 4K ist allerdings nur ein Oberbegriff und gerade HDR-Zusatzinformationen sind ausschlaggebend dafür, was 4K am Ende so gut wirken lässt. Es ist demnach nicht nur die reine Bildschirmauflösung, sondern es sind die ganzen Randinformationen eines Bildes, die den hohen Effekt ausmachen. Das bemerkt man vor allem dann, wenn man sich die Kamera-Einstellungen auf iPhone und/oder iPad genauer betrachtet. So ist 4K-Videomaterial in unterschiedlichen Stufen aufnehmbar. Der Unterschied liegt in den Bildern pro Sekunde und dem Raum an Farben, in dem aufgezeichnet wird. Je mehr Bilder in einem hohen Farbraum aufgezeichnet werden, desto mehr Informationen befinden sich am Ende in der Videodatei und umso größer fällt das Videomaterial am Ende auch aus. Ein einminütiges 4K-Video kann auf einem iPhone und/oder iPad daher schnell 450 MB groß sein.

Apple hat allerhand Dienste im Zusammenhang mit 4K erstellt …

… und das fällt erst beim zweiten Blick auf. Der Apple TV 4K, egal ob das Modell aus 2021 oder 2017, erlaubt heute das Betrachten der mit iPhone und iPad aufgenommenen 4K-Videos. Das war nicht immer so, ist aber heute eine ganz normale Sache. Auch unterstützt AirPlay 2 mittlerweile die Funktion, auch 4K-Inhalte von iPhone oder iPad an einen Apple TV oder auch Mac streamen zu können. Das sind kleine Details, die oft nicht wahrgenommen werden, aber stetig präsent sind. Die Fotos-App in Verbund mit der iCloud Fotomediathek schlägt selbstständig Erinnerungen vor und verpackt sie liebevoll in kurzweilige Videos. Das macht die Fotos-App generell in 4K, wenn das Material dafür vorhanden ist. Wenn nicht, beschränkt sie sich auf 1080p und liefert nur die Bilder in ihren höchsten Auflösungen aus. Das sind sehr scharfe und hochwertige Erinnerungen in Videoform, bei denen uns die hohe Aufnahmequalität oft gar nicht bewusst ist. Selbst Apple TV+, der hauseigene Streamingdienst von Apple, setzt auf eine reine 4K-Produktion und diese immer in HDR. Daher sieht man in diesem Streamingdienst grundlegend nur Hochglanzmaterial.

Was ist meine Schlussfolgerung dieser Kolumne?

Nun, jeder Endnutzer ist anders und einige darunter sind auch Profi-Anwender. Ich persönlich würde mich irgendwo dazwischen sehen. Ich lege Wert auf Serien und Filme in 4K, aber bin nicht der Profi, der alles selbst in 4K aufnimmt und speichert. Aus diesem Grund sind auch Video in meiner iCloud Fotomediathek zu 90 % in 1080p und 60 fps aufgenommen worden. Allerdings wird mir gerade beim Betrachten dieser Videos auf dem Apple TV oder Mac immer wieder klar, wie genialer sie noch aussehen würden, hätte ich sie in der höchsten 4K-Stufe aufgenommen. Doch muss man auch dazusagen, dass diese großen Videos nicht nur auf dem Gerät selbst einiges an Speicherplatz einnehmen, sondern auch wesentlich mehr Platz des iCloud-Speichers einnehmen. Mein Rat ist daher die High Efficiency Stufe zu wählen, wenn man seine Videos in 4K-Auflösung aufnehmen möchte. Ich für meine Fälle belasse hier weiterhin vieles auf 1080p und 60 fps und stelle diesen Videowert nur dann um, wenn ich Videos für Bloginhalte erstelle. Denn hier kann am Ende dann wieder jeder selbst seine Einstellung frei wählen.

Ich würde mein ganzes Leben retuschieren.

∼ Dusty Springfield – britische Pop- und Soulsängerin ∼

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