Unser Smartphone ist ein essentielles Objekt in unserem Alltag. Wir machen eigentlich alles damit. Wir halten Kontakt zu Familie und Freunden, wir erledigen von der Couch aus unsere Einkäufe und Bankgeschäfte, jagen im Park virtuelle Pokémon und steuern auch unser SmartHome damit. Auch Social Media ist ein Thema im Zusammenhang mit dem Smartphone. Wir sind permanent dort drinnen unterwegs und versinken mehr oder weniger in der Flut von Eindrücken. TikTok ist hier zu einem wirklichen Phänomen geworden und lässt nach längerer Zeit der Beobachtung eine Frage aufkommen: Wie gefährlich ist TikTok?

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Diese Kolumne ist auch als Podcast verfügbar.

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Die Vergangenheit von TikTok …

… hat Spuren bis in das Jahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt nannte sich das Videoportal der Firma ByteDance noch “musical.ly” und war von Beginn an für seine unterhaltsamen Videoschnipsel bekannt. Nutzer konnten mit ihrem Smartphone relativ einfach ein Video von sich anfertigen und sich lippensynchron zu einer anderen Audiospur verhalten. 2018 erhielt die App, nach einer Fusion mit dem Mutterkonzern Bytedance Technology, einen kompletten Neuanstrich und trägt seitdem den Namen TikTok. Von nun an schoß dieser Videodienst durch die Decke und lief anderen Social Media Plattformen den Rang ab.

Mittlerweile wurde TikTok über 2 Milliarden mal heruntergeladen. Täglich tummeln sich Millionen von Nutzern auf der Plattform. Dieser Erfolg verhalf TikTok dabei, dass es allein 2019 ganze 176,9 Millionen US-Dollar erwirtschaftete. Mittlerweile zählen viele Firmen zu den Werbekunden von TikTok. Selbst Apple schaltet über einen eigenen Account Werbespots von Produkten und Diensten und nutzt die Reichweite der Plattform.

Doch: Wie gefährlich ist TikTok?

Diese Frage kann man auf unterschiedliche Arten betrachten und stellen. Zum einen öffentlich, aber auch für sein privates Verhalten. Betrachtet man diese Frage öffentlich, dann kommt man schnell auf Aussagen von Experten: Diese sehen TikTok schon seit Jahren für sehr problematisch an, da die App und der Dienst dahinter sehr viele Daten der Nutzer sammelt. Das ist in erster Linie nicht wirklich verwunderlich, denn um die korrekte Werbung für die korrekte Nutzerschicht zu kennen, braucht es diese gesammelten Daten. Auch Facebook und YouTube standen aber schon oft wegen dieser Art von Datensammlungen in der Kritik – es wird nur immer wieder gern vergessen.

Gerade der Zukauf von Instagram und WhatsApp macht Facebook in diesen Punkten keinen Deut besser. Doch Konkurrenz sticht man dort aus, wo man zustechen kann. Auch aus diesem Grund war es wohl Mark Zuckerberg, der die Gefahr von TikTok betonte, als er selbst mit Facebook, Instagram und WhatsApp in Bestrebungen einer Regulierung durch die US-Bundesregierung geriet. Auch aus diesem Grund drohte die US-Bundesregierung ByteDance mit einem Bann von TikTok in den USA, sollte man keiner Regulierung durch die eigene Regierung zustimmen. Man muss in diesen Punkten ehrlicherweise betonen, dass es das gleiche Spiel wie seit Jahren ist – ein Spiel zwischen den USA und China. Mittlerweile kooperiert TikTok in den USA mit Oracle, wodurch auch eine Sperrung im US-Markt abgewendet werden konnte.

Die Technologie hinter TikTok …

… basiert sehr stark auf der Analyse durch eine künstliche Intelligenz. ByteDance hat das perfektioniert, womit YouTube und Facebook einmal begonnen haben. TikTok weiß sehr gut, was seine Nutzer sehen möchten und präsentiert es ihnen schnell und ohne Videoruckler. Auch Livestreams sind eine Möglichkeit Nutzer stärker an TikTok zu binden, indem Ersteller von Inhalten ihre Follower weiterhin auf der Plattform halten. Man geht erst, wenn das Licht ausgeht. Und das Licht geht auf TikTok niemals aus. Zumindest wirkt es so und fühlt sich so an. TikTok weiß, wann ein Video bis zum Ende durchgelaufen lassen wird und wann nicht. Man weiß, wann ein Zuschauer kommentiert und zu welchem Thema. Aus etlichen Daten weiß die künstliche Intelligenz somit in Perfektion, welche Nutzerschichten es gibt und was sie sich betrachten möchten. Ganz unabhängig von den Kanälen, denen man sowieso selbst schon auf der Plattform folgt.

Betrachtet man sich die gestellte Frage …

… auf persönlicher Ebene, dann stößt man bei dieser Frage “Wie gefährlich ist TikTok?” auf das eigene Verhalten. Wer TikTok kennt und nutzt, wird den Bann kennen und bemerken. Öffnet man die App, dann ist eine Stunde Videokonsum noch das Minimum. Exakt hier greift das Konzept von TikTok, denn du gehst einfach nicht, wenn immer wieder ein neuer Eindruck dich zum nächsten Video zerrt. Ich selbst kann behaupten, dass es bei mir bisher nicht nur ein Abend war, an dem plötzlich zwei Stunden TikTok-Konsum um 2 Uhr nachts endete, wo man eigentlich schon längst hätte schlafen wollen. Das Konstrukt funktioniert bei Jung und Alt, weil die Erwartung an den nächsten Videoclip gesetzt wird und am Ende schlicht die Neugier siegt – auch wenn man vielleicht enttäuscht wird.

TikTok ist nur so gefährlich, …

… wie man es an sich heranlässt und dann vielleicht auch damit übertreibt. Als Firma bist du mit der Werbung zu deinen Produkten oder Dienstleistungen dort, wo die Kundschaft ist. Aus diesem Grund sterben Facebook in Verbund mit Instagram auch die Werbezahlen stetig weg – weil Nutzer abwandern. Und Fakt ist, dass TikTok irgendetwas richtig machen muss, wenn sie einen so massiven Erfolg besitzen. Am Ende ist es immer der Nutzer, der entscheidet und der Dinge als gefährlich einstuft oder auch nicht. Denn neben alledem gibt es immer noch eine viel wichtigere Frage: “Wie viel Smartphone ist eigentlich gut für uns?” (⇒LINK).

Das größte Risiko ist es, keine Risiken einzugehen … in einer Welt, die sich so schnell verändert, ist kein Risiko einzugehen die sicherste Strategie, um zu versagen.

∼ Mark Zuckerberg – Gründer von Facebook ∼

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