Leider ist iMessage bisher kein Dienst geworden, der auch unter Android oder sogar Windows genutzt werden könnte (⇒LINK). Allerdings hat Apple FaceTime unter iOS 15 stark aufgebohrt und damit das Einladen von Teilnehmern auf anderen Plattformen möglich gemacht. Dennoch ist iMessage ein markanter Dienst, der nur für das Apple-Ökosystem nutzbar ist. Doch iMessage fehlt es bis heute an ein paar grundsätzlichen Funktionen. Daher möchte ich hiermit kurz erläutern, wie Apple iMessage stark erweitern und damit Verbesserungen einarbeiten könnte und auch sollte.

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iMessage …

… ist ein Dienst, welcher seit iOS 5 in der Nachrichten-App schlummert. Damit ist iMessage nun auch schon zehn Jahre alt. Verblüffend, wie die Zeit vergeht, oder? In ganz alten Tagen nannte sich die App übrigens auch schlicht “SMS”, denn nichts anderes konnte sie. Sie erlaubte schlicht das Empfangen, Lesen und Schreiben von SMS-Nachrichten. Erst später taufte Apple sie zu “Nachrichten” um, denn die App erlaubte ab diesem Zeitpunkt nicht nur das zentrale Nutzen von SMS, sondern auch von Apples eigenem Messagingdienst – die Rede ist natürlich von iMessage.

iMessage hat den großen Vorteil, dass es mit allen Geräten im Apple Ökosystem genutzt werden kann. So beginnt man eine Konversation auf dem iPhone und kann sie zum Beispiel am Mac fortführen. Der gesamte iMessage-Verlauf liegt als Wunsch in der iCloud und kann somit auch auf neue Geräte geladen und im Gleichstand mit allen anderen Geräten gehalten werden. Das hat den Vorteil, dass man mit jedem Griff zu einem seiner Geräte immer de gelichen Datenbestand seiner Konversation zur Hand hat. Eine Sache, welche WhatsApp bis heute schlicht verpennt hat und auch aus diesem Grund ein nicht sehr geliebtes Kind von mir ist. Zu 99% nutze ich mit all meinen Kontakten nur iMassage als zentralen Punkt der Kommunikation. Das hat vor allem auf der Apple Watch viele Vorteile, da man so schnell Dinge mitbekommt und auch kurz interagieren kann – ganz ohne zum iPhone greifen zu müssen.

Seit der Einführung von iMessage …

… bin ich auch ein Nutzer dieses Dienstes. Apple hat immer wieder Funktionen nachgereicht und mit iOS 15 und Co. vor allem die Übersicht empfangener Bilder in Nachrichtenverläufen endlich übersichtlicher gestaltet. Auch die Interaktion des Teilens von Inhalten ist endlich logischer geworden und lässt Inhalte schneller erkennen und betrachten. In Summe ist die Nachrichten-App zu einem recht aufgeräumten Ort für Unterhaltungen geworden und lässt hier heraus auch schnell von Text in FaceTime-Audio und FaceTime-Video springen. Und doch fehlen dem Diesnt wichtige Punkte, damit er runder und schlicht einfacher zu bedienen ist.

Sprachnachrichten …

… mag man oder eben nicht. Ich mag die Art eine Information in gesprochenes Wort zu fassen. Wie das Aufsprechen einer Nachricht auf einen Anrufbeantworter. Das finde ich persönlich und auch informativ zugleich. Der Ton macht bei dieser Art der Information schlicht die Musik und dadurch kann ein bestimmtes Thema teilweise auch besser kommuniziert werden. Allerdings mag ich keine Sprachnachrichten über vier Minuten, da dies schlicht die Aufnahmefähigkeit an Information sprengt.

Zumal Informationen nicht mehr gebündelt sind und gestreckt wirken. Wer ein Sprachnachicht unter iMessage abhört wird immer wieder bemerken, dass sich diese zwar pausieren und erneut starten lassen, sich aber die Abspielposition beim Verlassen der Konversation nicht gemerkt wird. Man muss somit die Nachricht erneut von Beginn an durchhören. Auch lässt sich eine Sprachnachricht bis heute nicht vorspulen. Ich würde mir hier sehr wünschen, dass man endlich auch in der Waveform der Sprachnachricht vorspulen kann, um nur einen bestimmten Punkt einer Sprachnachricht nochmals anhören zu können.

Auch lassen sich Sprachnachrichten nicht weiterleiten

Auch das wäre wünschenswert, um zum Beispiel eine nette Nachricht speichern zu können. Hier würde schlicht ein Teilen-Symbol neben der Sprachnachricht reichen. Der Inhalt könnte so geteilt, aber zum Beispiel auch in der Dateien-App abgelegt werden. Daneben wäre ein Transkript der Nachrichten hilfreich. Apple-Hardware kann heute schon lokal Sprache übersetzen und auch transkribieren. iMessage könnte demnach eine eingegangene Sprachnachricht im Hintergrund durchhören und ein Transskript erstellen. Damit könnte man eine Sprachnachricht auch lesbar machen, wenn man gerade mal keine Sprachnachricht abhören kann oder die erwähnte Informationen aus der Sprachnachricht weiterverarbeiten will. So könnte Siri lokal auch Termine aus Sprachnachrichten filtern und sie auf Wunsch vorschlagen. Damit könnte man auch den Nutzern den Umgang mit Sprachnachrichten erleichtern, die sie nicht mögen. So wird aus einem gesprochene Wort schlicht auf Wunsch auch reiner Text.

Formatierter Text …

… ist oft nötig, um etwas in das richtige Licht zu setzen. Das fehlt iMessage aber komplett. Text kann daher zum Bespiel nicht fett oder kursiv dargestellt werden. Das wäre aber recht einfach machbar, in dem man einfach die Formatierungsoptionen in das Kontextmenü packt. Markierter Text könnte hierüber über eine Formatierungsleiste, bekannt aus Pages und auch der Notiz-App, recht einfach formatiert werden. Damit würden sich auch Listen anlegen lassen, welche eine Auflistung einfacher gestalten lassen. Auch könnte man nach etlichen Jahren des Stillstandes auch neue Effekte für Nachrichten nachreichen, um Inhalte neu präsentieren zu können. Hierzu zählen auch die Hintergrundeffekte, die wahrscheinlich kaum jemand nutzt und nur durch Zufall darüber stolpert, wenn er “Frohes neues Jahr” oder “Alles Gute zum Geburtstag” schreibt und abschickt. Etwas frischer Design- und Animationswind wäre hier wirklich angebracht, um die in die Jahre gekommenen Effekte frischer wirken zu lassen und allgemein wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Eine Social Media Plattform …

… hat Apple schon öfter probiert. Und wahrscheinlich erinnert sich kaum noch jemand an Ping, oder? Nun iMessage ist ein sehr zentraler Punkt für die Kommunikation. Allerdings könnte die Nachrichten-App hier noch etwas mehr leisten und somit auch endlich eine Story-Funktion besitzen. Stories nutzen und schauen wir eigentlich immer und überall. Egal, ob bei Instagram, WhatsApp, Facebook oder einst sogar Twitter. Über diese Funktion könnte man in und über die Nachrichten-App mit seinen Kontakten gewisse Inhalte in Stories teilen.

Das würde auch das Verschicken von Bilden an die Kontakte selbst wahrscheinlich reduzieren. Da Apple scheinbar immer noch Muse in seine Clips-App steckt, könnte man mit dieser sicherlich auch gut und gerne das ein oder andere Video anfertigen und von dortaus in seine iMessage-Story teilen. Ich bin fest der Meinung, dass der Nachrichten-App solch eine Art der Informationsart fehlt und direkt Millionen von Nutzern weltweit nutzen würden. Nicht umsonst sind Stories allgemein so beliebt geworden. Sie sind kurz, prägnant und verfallen schlicht nach einiger Zeit.

Verfallen trifft es, …

… denn ich würde auch behaupten, dass iMessage verfallende Nachrichten erlauben sollte. So sollten Bilder auch so verschickt werden können, dass man sie nur einmal betrachten kann und sie danach restlos aus dem Verlauf verschwinden. Das mag für eine kleine und sehr private Art der Kommunikation sicherlich hilfreich sein, um einen Verlauf nicht vollzumüllen und auch eine neue Art von Privatsphäre aufzubauen. Auch Text sollte verfallend sein, um nur für eine gewisse Zeit betrachtet werden zu können. So würde ein übermitteltes Passwort nur für eine kurze Zeit sichtbar sein und dann als Information verschwinden. Das klingt etwas wie der Effekt “Geheimtinte”, nur eben besser. Verfallende Nachrichten wären daher wirklich eine der großen Verbesserungen, welche iMessage noch vertragen könnte.

Eine Interaktion …

… kann schon schlicht das Liken einer Nachricht sein – und das mache ich gern. Für mich ist diese Art der Interaktion auch eine Antwort für denjenigen gegenüber. Ich hätte hier aber gerne noch etwas mehr Möglichkeiten. So würde ich es zum Beispiel sehr passend finden, wenn man als Reaktion auch schlicht ein Smilie an die Nachricht heften könnte. Zwar kann man Sticker an Nachrichten heften, doch kaum jemand findet und nutzt diese Funktion über die App-Leiste in der Nachrichten-App.

Smilies versteht eigentlich jeder und so könnte man eine Interaktion und auch gefühlstechnische Reaktion auf eine Nachricht schnell mit einem passenden Smilie unterstreichen – ohne nur ein Smilie als Reaktion einzeln in die Textzeile zu setzen und abzuschicken. Auch wäre hier das farbliche Kennzeichnen von Textinhalt im Nachgang nett, um nochmals etwas hervorzuheben. Markiert ein Teilnehmer etwas in der Konversation, sieht dies auch der andere Teilnehmer direkt – auf dem iPad würde sich dies mit dem Apple Pencil sicherlich noch besser unterstreichen lassen.

Routen …

… plant man sich gerne mit der Karten-App. Das geht schnell und einfach. Einmal über eine Texteingabe, aber auch mit Hilfe von Siri. Allerdings fehlt es auch hier an der Anbindung zur Nachrichten-App und damit auch zu iMessage. Ich vermisse hier bis heute, dass man eine geplante Route aus der Karten-App heraus in Konversationen der Nachrichten-App teilen kann. Auch das Hinzufügen von mehreren Kontakten in eine Route oder das Teilen einer Route fehlt hier.

In einer Gruppe könnten sich Personen somit untereinander ihre Routen teilen und somit verfolgen, wer und wie die anderen Teilnehmer zu einem gemeinsamen Ziel unterwegs sind. Zwar mag man diese Funktion unter Apple CarPlay schon ansatzweise kennen und auch nutzen, allerdings nicht mit einer Anbindung und/oder einem sinnvollen Nachverfolgen über die Nachrichten-App. Hier könnte man die Familienfreigabe und auch Funktionen von “Wo Ist?” mit einfließen lassen und ganz neue Kommunikationseben schaffen. Verabredungen in Gruppen wären damit ganz neu gedacht und mit weniger Absprache planbar.

Wenn man iMessage tagtäglich nutzt, …

… dann fallen einem die Punkte auf, die schlicht komplett fehlen oder stark nachgebessert werden müssten. Die Nachrichten-App ist eine Kernfunktion von iOS, iPadOS, macOS und auch watchOS und selbst der HomePod spielt mit Funktionen in diesem Gebiet mit. Es gilt hier aber in den nächsten Jahren viel mehr Wert auf die Art mit dem Umgang der gebündelten und zentralen Informationen zu setzen und iOS 15 und Co. zeigen zumindest, dass Apple dies selbst auch so sieht.

Allerdings fehlt es dem Dienst an Kernfunktionen, für die wir die App verlassen und uns an anderen Orten austauschen – wo oft eine Sammelwut von Daten herrscht und uns Werbung in persönlichen Inhalt gemischt wird. Mit neuen Umsetzungsmöglichkeiten könnte man Nutzer daher zum Umdenken bewegen und Nutzer zeitgleich auch mehr an eine einfache Art der Interaktion mit Kontakten knüpfen. Nur Apple selbst weiß, wie oft die Nachrichten-App pro Tag weltweit geöffnet, geschlossen und summiert genutzt wird. Daher sollten für iMessage funktionelle Verbesserungen auf Dauer eine gute Investition sein.

Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen.

∼ Henry Ford – US-amerikanischer Erfinder ∼

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