Wie viel Zeit benötigt ihr pro Woche, damit eure Wohnung oder eine Wohnetage eures Hauses am Boden staubfrei ist? Kennt ihr die Zahl? Ich hab diese Zahl mal in einem Selbstversuch getrackt. Dreimal die Woche sauge ich alles durch. Bei 90qm braucht das in einem gründlichen Zyklus 20 Minuten. Das sind 60 Minuten pro Woche. In einem Monat also vier Stunden. Und wer zwecks Haustieren täglich saugen muss und will, braucht noch mehr Zeit. Zeit die man sich einsparen kann. Zeit in der man sich diese Arbeit abnehmen lassen kann.

Keine Ahnung wann bei mir genau der erste Saugroboter im Haus herumfuhr. Allerdings muss es schon lange her sein, denn ich habe schon die ersten Roomba-Modelle von iRobot genutzt und mittlerweile ist es das fünfte Modell im Haushalt. Nicht, weil sie permanent kaputt gingen, sondern weil ich sie immer verkauft und durch eine verbesserte Variante aus dem Hause iRobot ersetzt habe.

Seit einem halben Jahr saugt bei mir nun schon das 980er-Modell eine Wohnetage im Haus und was soll ich sagen? Der Roboter ist genial! Ich möchte euch ein paar Eindrücke vermitteln und die Vorzüge eines solchen Haushaltshelfers aufzeigen.

Der gesamte iRobot Roomba kommt in einem Karton verpackt ins Haus. Darin befindet sich der Saugroboter selbst, eine Ladestation, ein Ersatz-HEPA-Filter, eine Ersatz-Seitenbürste und zwei kleine, schwarze Türme. Nach dem Auspacken wählt man einen geeigneten Platz für den Roboter aus. Ideal ist immer eine Wand, wovon der Roboter rückwärts ohne Hindernis von der Ladestation fahren kann. Hat man diesen Platz gefunden, stellt man den Roomba auf der Ladestation für 2-3 Stunden ab, damit er sich einmal komplett aufladen kann. Im Anschluss gilt es die App herunterzuladen und die gibt es für iOS und Android.

iRobot HOME
Preis: Kostenlos

Für die Verwendung könnt ihr euch einen Account bei iRobot anlegen. Diesen benötigt ihr allerdings nur, wenn ihr den Saugroboter später auch via Alexa oder Google Assistant steuern möchtet. Ansonsten könnt ihr die Ersteinrichtung aber auch ohne diesen Account ausführen. Öffnet die App und folgt den Anweisungen darin. In der Ersteinrichtung vergebt ihr eurem Roboter einen Namen, bindet ihn in euer WLAN-Netzwerk ein, aktualisiert die Firmware und seid danach startklar.

Was kann und macht der iRobot Roomba 980 nun genau? Er saugt eure Wohnung und zwar auf intelligente Art. Auf der Oberseite ist eine Kamera verbaut, welche den Raum abtastet und so eine virtuelle Karte zum Reinigen eurer einzelnen Wohnräume anlegt. Die Kamera zeichnet keine für den Menschen sichtbaren Bilder auf, sondern setzt sich ein Muster aus weißen und schwarzen Punkten zusammen. Die Kamera sieht also nicht das was man vielleicht denkt. Dadurch muss man auch keine Bedenken haben, dass der Roboter Personen oder Gegenstände im Wohnraum erkennt und weitergeben könnte. Das Anlegen der virtuellen Räume wird bei jedem Reinigungsvorgang neu angelegt. Das sogenannte Mapping wird also nicht gespeichert, dient dem Roomba aber dennoch dafür, dass er sich selbst trainiert und Kanten und Hindernisse nach und nach besser erkennt. Durch die seitlich verbauten Sensoren und die Kamera auf der Oberfläche, sieht er Gegenstände, fährt diese langsam an und reinigt an den Kanten entlang. Sensoren auf der Unterseite erkennen Abhänge. Der Roomba kann also keine Treppen runterfahren und dreht direkt um, sollte er unter sich einen Abgrund feststellen.

Die Saugleistung kann manuell eingestellt werden, aber vom Saugroboter auch intelligent gewählt werden. So kann der Roomba den Wohnbereich in einem Durchgang oder in zwei Durchgängen reinigen. Auch kann er danach eine Kantenreinigung absolvieren. Und auch kann er das all das mit normaler Saugleistung oder maximaler Saugleistung absolvieren. Wenn die Saugleistung auf Automatik steht, dann saugt der Roomba mit normaler Saugleistung und dreht sie auf das Maximum hoch, wenn er auf Teppich fährt – so saugt er Teppiche noch gründlicher ab. Eine Reinigung erfolgt immer in Bahnen. Fuhren alte Modelle noch durch das Chaosprinzip im Zickzack durch die Wohnung, verfährt der Roomba 980 sehr orientiert und geradlinig. Durch diese Navigation weiß der Roboter wo er zuvor in seiner Ladestation stand, wo er künftig hinfährt und wo er in der Wohnung gerade steht. Sollte er bei einer großen Wohnung also bemerken, dass sein Akku zu neige geht – was erst nach ca. 55 Minuten der Fall ist – fährt er auf geradem Wege durch die Wohnung zur Ladestation zurück, lädt sich auf, fährt von der Ladestation an den zuletzt gesaugten Punkt in der Wohnung zurück und reinigt dann von dort die Wohnfläche zu ende. Nach einer einfachen Reinigung fährt er alle Kanten der Wohnräume ab – sofern dies in der App so einsgestellt wurde. Er fährt also die Kontur der Wohnung ab und saugt, sich mit Hilfe der Seitenbürste, so etwaigen Reststaub auf. Bei einer zweifachen Reinigung saugt der Roomba die gesamte Wohnfläche zweimal. Bei meiner 90qm-Wohnung dauert eine einfache Reinigung ca. 46 Minuten. Die zweifache Reinigung benötigt ca. 110 Minuten. Beides inklusive nachträglicher Kantenreinigung.

Mein Roomba saugt schon immer täglich die Wohnung und immer nur dann wenn ich nicht zu Hause bin. So komme ich immer nach Hause und tägliche Fussel, Krümel, Haare oder Staubmäuse sind weggesaugt. Krümel auf dem Frühstückstisch wische ich mit Absicht zu Boden.

„Helga saugt ja nachher durch.”

Jedes Roomba-Modell wurde bei mir bisher “Helga” genannt, das setzt solch einem Gerät irgendwie einen Charakter auf und irgendwie macht das jeder Besitzer eines Saugroboters, oder? Was muss man an dem Roboter eigentlich reinigen und warten? Nun, nicht viel. Der Auffangbehälter nimmt ziemlich viel Schmutz auf. Dadurch sauge ich ihn jeden Samstag einmal flott mit meinem beutellosen Dyson-Staubsauger aus und setze ihn danach wieder im Roomba ein. Der HEPA-Filter im Roboter reinigt die Luft übrigens beim Saugen – so wird eine staubfreie Luft ausgegeben. Auf der Unterseite des Roomba sitzen zwei Kunststoffrollen. Diese drehen sich beim Reinigungsvorgang gegeneinander, kehren so den Boden und Teppiche ab und befördern so größere Schmutzpartikel mechanisch in den Auffangbehälter. Die Saugleistung hilft dabei und zieht alle kleinen Schmutzpartikel und Staub mit in den Auffangbehälter. Die Seitenbürste kehrt Schmutz unter den Roboter, wo dieser dann aufgenommen wird. Seitenbürsten sind ein Muss, glaubt mir. Egal was andere Hersteller von Saugrobotern sagen, nur eine Seitenbürste hilft dabei, dass auch Kanten korrekt und bestmöglich gereinigt werden können. Außer, dass man also den Auffangbehälter und die Unterseite des Roombas ab und an leeren bzw. absaugen muss, gilt es nicht viel zu warten. Der iRobot Roomba 980 meldet übrigens, wenn der Auffangbehälter voll ist und geleert werden soll – man muss dies also nicht permanent manuell kontrollieren.

Auf Zuruf kann man den Roomba mit Alexa oder dem Google Assistant starten und stoppen. Hierfür folgt man einfach in der App der Anweisung zur Verknüpfung mit einem der beiden Sprachdienste. Die Reinigung kann jederzeit manuell über die App gestartet werden. Auch reicht ein Druck auf den mittplatzierten Knopf auf dem Roomba selbst aus, um den Roboter zum Putzen zu animieren. In der App können auch Putzpläne eingestellt werden. Für jeden Wochentag kann ein Startpunkt zeitlich definiert werden. Verlässt man Montags bis Freitag also um 8 Uhr das Haus, kann der Roomba auf Wunsch um 9 Uhr das Haus anfangen zu saugen. Über den Eintrag “Verlauf” kann jeder beendete Reinigungsvorgang nachträglich eingesehen werden. So sieht man wo der Roomba überall gesaugt hat. Man erkennt in diesem Fall von oben betrachtet immer direkt den Umriss seiner Wohnung und weiß genau wo er war und wo nicht – Hindernisse umfährt er und so ist ein Tisch vor der Couch auch in der Regel als weiße Fläche in dem sonst grünen Putzumriss zu erkennen.

Es gibt Dinge die will man dem Roomba verbieten. So darf er bei mir zum Beispiel nicht ins Badezimmer fahren. Erstens wäre der Boden hier ab und an nach dem Duschen feucht/nass – was man ihm nicht aussetzen sollte – und außerdem sind die Teppiche im Badezimmer zu hochfloorig. Ja, hochfloorige Teppiche mag der Roomba nicht. Teppiche müssen am besten flach oder sehr kurzhaarig sein. Sind hochfloorige Teppiche vorhanden, fährt der Roboter entweder gegen die hohe Teppichkante und saugt so um den Teppich drumherum, oder er schafft es manchmal grenzwertig auf den Teppich hinauf und fährt sich so gern in den langen Teppichfranzen fest. Hohe Teppiche mag der Roomba also nicht – wie jeder andere Saugroboter auf dem Markt übrigens auch. Man kann dem Roomba einen Bereich sperren und das geht mit einem Leuchturm. Diesen stellt man einfach in die Tür des Raumes, wodurch eine unsichtbare Lichtschranke dem Roboter vermittelt “Hier darfst du nich rein, Junge!”. Man kann solch einen Leuchtturm auch in die Mitte des Wasser- und Futternapfes von Hund und/oder Katze platzieren – wodurch der Bereich kreisrund umfahren und ignoriert wird. Der iRobot Roomba 980 saugt seit mehr als einem halben Jahr von Montags bis Freitag täglich meine Wohnung und hat in all dieser Zeit keinerlei Probleme verursacht. Täglicher Schmutz ist verschwunden und das Saugen per Hand Geschichte.

Ich nutze das Modell 980. Wer auf den automatischen Teppichmodus verzichten kann, greift zum Modell 960 und kann ansonsten wie beim 980er Modell alle genannten Funktionen nutzen.

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