Ich bin ein bekannter Zocker. Viel mehr bin ich aber schon immer ein Nintendoliebhaber gewesen. Vielleicht lässt mich das in dieser Sparte etwas als Fanboy wirken und dennoch bin ich nun mal mit Mario und all den anderen Nintendocharakteren aufgewachsen. Unendliche Nachmittage verbrachte ich als Neunjähriger bei Schulfreunden, um deren SNES zu quälen – es war eine wunderschöne Zeit. Der Game Boy zu meinem 10. Geburtstag machte das mobile Spielerlebnis perfekt und eigentlich sah man Matthias immer oder/und irgendwo mit seinem Game Boy sitzen. Und dann kam Pokemon plötzlich! Fragt mich bitte nicht wie viele Stunden ich schon in das Fangen und Trainieren dieser Viecher investiert habe und heute immer noch mit einer gewissen Begeisterung tue. Ein bisschen Kind darf und muss man bleiben und das rate ich heute jedem erwachsenen Mann aber auch jeder erwachsenen Frau. Tja, und als Nintendokind hattest du in deinem Leben auch jede Konsole zu Hause – egal ob sie stationär oder mobil nutzbar war. Die Nintendo Switch ließ 2017 diese beiden Welten miteinander verschmelzen und die Barrieren zwischen Spielpraktiken etwas vergessen.

Ich war mit Sicherheit einer der aller ersten die eine Nintendo Switch in den Händen hielten, als sie am 03. März 2017 in den Verkauf ging – denn ich hatte sie schon am 01. März 2017 im Betrieb. Von Beginn an kann man sich für eine graue oder bunte Konsolenvariante entscheiden. Ich bin da eher klassisch angehaucht und finde, dass sich eine graue Konsole doch besser in das Gesamtbild des Wohnzimmers einbindet. Dennoch leben viele gerne bunt und daher haben Freunde von mir oft die bunte Konsolenvariante vor ihrem Fernseher stehen oder eben mit dabei – alles eine Frage des Geschmacks eben.

Preis: ab 319,99 EUR 355,64 EUR

Mehr oder weniger kaufte ich mir auch alles wirklich nötige an Zubehör dazu, denn ich wusste, dass sie meinen alten 3DS XL ablösen und das mobile Spielen neu definieren würde. Daher war eine Transporttasche unabdingbar. Ebenfalls braucht man auch eine zweites Netzteil zum Aufladen der Nintendo Switch, sollte sie unterwegs mal leer sein. Der Konsole liegt von Beginn an ein Dock und eine Netzteil bei, doch möchte man dieses sicher nicht immer abbauen, um es mitnehmen zu können. Ein Luxusproblem, aber eher ein kleines. Wer ein aktuelles MacBook Pro nutzt, der kann unterwegs übrigens einfach dessen Netzstecker und USB-C-Kabel zum Aufladen der Switch nutzen.

USB-C? Jepp, richtig! Die Nintendokonsole hat nur einen Anschluss und dieser ist ein USB-C-Anschluss – was herrlich ist. Ein USB-C-Kabel gehört in meiner Redakteurtasche zur Standardausrüstung und ist daher immer griffbereit. Über einen Zusatzakku von Anker lade ich so auch öfter mal die Switch in der Tasche unterwegs auf – das Review zu diesem Zusatzakku findet ihr hier (->LINK). Die Konsole besitzt übrigens einen microSD-Kartenschacht. Steckt man eine Speicherkarte ein, kann man Spiele auf dieser Karte ablegen – das betrifft aber nur im eShop gekaufte und heruntergeladene Spiele. Hierfür nutze ich eine microSD-Karte mit einer Speicherkapazität von 256GB von SanDisk. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Switch auch microSDXC-Karten unterstützt und diese maximal 2TB groß sein dürfen – was heute noch nicht bezahlbar ist. 128GB oder 256GB reichen wirklich aus, um den internen Konsolenspeicher von 32GB aufzuwerten (wovon ein Teil schon für das Betriebssystem reserviert ist). Achso, der Schacht für die Speicherkarte ist übrigens unter dem ausklappbaren Ständer versteckt.

Preis: 26,99 EUR

Transport und Stromversorgung ist das Eine. Die Spiele und die Bedienung dieser das Andere. Ich liebe die Zelda-Reihe und habe auch fast jegliches Spiel dieser Reihe durch. Keine Frage, dass mich “Zelda – Breath Of The Wild” fast 200 Spielstunden gekostet hat. Aber auch “Mario Odyssey” hat mich nach alten Mario-Klassikern wie “Super Mario Sunshine” und “Super Mario 64” wieder begeistert. Und derzeit ist es “Donkey Kong Tropical Freeze” was mich allein durch die Musik und das Leveldesign aus der Realität zieht. Ich setze immer auf die Downloadversion der Spiele und lade sie mir schlicht im eShop herunter. Dadurch hab ich alle Spiele immer dabei und muss keine Spieleriegel mit mir rumschleppen. Achso – ja Spiele sind auf Speicherkarten gesichert und dadurch wirklich extrem flott was Lade- und Speicherzeiten betrifft – da kann jede Xbox und PlayStation mit ihrem BluRay-Laufwerk einpacken. Die Spielspeicherkarten beinhalten nur das Spiel. Spielupdates, DLC’s und die Spielspeicherstände werden auf der Konsole gesichert – entweder auf dem internen oder dem externen Speicher (microSD-Karte). Okay, zu den Spielständen später noch mehr! Vielleicht erkennt man den Grund für die Wahl einer 256GB-microSD-Karte nun auch etwas klarer.

Ich spiele viel zu Hause aber auch sehr gern unterwegs oder mal auf dem Balkon. Man spielt ansich immer das gleiche Spiel und wählt schlicht nur zwischen der Bildschirmgröße. Auf der Switch wird jedes Spiel auf dem 6,2″ Display in 720p mit 60Hz angezeigt. Im Dock eingesteckt und am Fernseher per HDMI-Kabel angeschlossen, werden Spiele maximal in 1080p und 60Hz angezeigt. Wer sich mit Jump ’n’ Run-Spielen auskennt weiß, dass 60Hz sein müssen. In Zeiten von 4K, HDR und Co. wirkt die Switch nicht zeitgemäß. Allerdings muss man immer betonen, dass gerade das 6,2″ Display für seine Größe ein sehr scharfes und farbtreues Spielerlebnis liefert und auch der TV-Modus in jeglicher Hinsicht flüssig und sauber läuft. Fraglich, ob 4K und HDR da wirklich so notwendig sind. Was man aber bemerkt ist, dass das Display kein OLED-Display ist. Das fällt gerade beim Wechsel vom iPhone X zur Switch auf. Und auch  könnte das Display der Switch noch heller sein, auch wenn ich immer bei maximaler Bildschirmhelligkeit spiele. Unterwegs spiele ich im klassischen Handheldmodus – die beiden Joy-Con-Controller (ich hätte fast Nunchuck geschrieben) sind auf den beiden Seiten der Konsole eingesteckt. Zu Haus steht die Konsole im Dock, wo sie einmal zu meinem Fernseher Kontakt hat, sich aber auch zeitgleich auflädt. Von der Couch aus zocke ich immer mit dem Pro Controller, der sich ebenfalls per USB-C aufladen lässt und den ich wirklich etwas vergöttere. In meinem Umkreis habe ich einige Gamer um mich herum. Viele davon sehr Xbox-, PlayStation- und PC-lastig veranlagt und jeder war bisher vom Pro Controller der Switch begeistert. Er liegt extrem gut in der Hand, die Knöpfe sind ideal angeordnet, gut erreichbar und die Akkulaufzeit des Controllers ist enorm. Ich muss wirklich schätzen, aber 30 Stunden Spielzeit schafft er mit Sicherheit, bevor er aufgeladen werden muss. Wer die Nintendo Switch zu Freunden mitnehmen und an dessen TV-Gerät anschließen will, kann entweder das Dock der Konsole mitnehmen oder sich ein mobiles Dock zulegen. Das Standard-Dock gibt es mittlerweile auch separat zu kaufen, sollte man eine Konsole aber mehrere Bildschirme im Haus besitzen. Das “Switch” ist schon eine sehr passende Wortwahl.

Preis: 91,46 EUR

Wow, also man kann echt viel über einen Konsole schreiben. Hätte ich fast nicht erwartet. Okay – also man kann mit der Standardausrüstung anfangen, denn damit hat man wirklich alles nötige parat. Mit etwas zusätzlichem und gerade erwähnten Zubehör macht es für das ein oder andere Szenario aber mehr Spaß und ich lege euch hier wirklich den Pro Controller für zu Hause nochmals allen ans Herz. Aber es geht nichts über die Spiele die es derzeit gibt und diejenigen die noch erscheinen. Die E3 liegt an und viele hoffen in diesem Zug auch auf ein Pokemon-Spiel für die Switch – was den alten Grafikstil des 3DS endlich durch ein mobiles und scharfes 720p-Bild ablösen würde. Für Kenner sicherlich auch eine Erwähnung wert ist, dass die komplette “Crash Bandicoot N.Sane Trilogy” für die Nintendokonsole portiert wird – ein Sony-Spiel kommt auf eine Nintendokonsole (wer hätte sowas vor 15 Jahren gedacht?). Die Auswahl der Spiele ist euch überlassen – wirklich! Aber diese hier sind die die ich zocke und noch zocken werde (die noch nicht bekannten Spiele von der E3 sind hier noch nicht mit eingeschlossen).

Preis: ab 54,95 EUR 56,99 EUR

Pro und Kontra ist eine Sache die man immer objektiv betrachten muss. Vorneweg – ich bin allgemein sehr zufrieden mit der Nintendo Switch. Alles läuft flüssig und stabil. Die Verarbeitung des Gerätes ist extrem gut und das merkt man vor allem, wenn man es mehrere Stunden am Stück in der Hand hat. Die Akkulaufzeit im mobilen Gebrauch ist wirklich gut, wenn man bedenkt, dass ein Spiel wirklich mobil und grafikaufwendig betrieben wird. “Zelda – Breath of The Wild” zockt man im mobilen Betrieb ca. 3 Stunden. Dann ist der Akku aber auch wirklich komplett leer. Wenn er ganz leer ist, dann braucht er auch mindestens 3 Stunden bis er wieder voll ist – das könnte meiner Meinung nach etwas schneller gehen. Ist aber relativ egal, wenn man mit einer leeren Konsole nach Hause kommt, sie in das Dock setzt und dann weiterspielt – sie lädt sich für den nächsten mobilen Betrieb ab diesem Punkt ja im Hintergrund auf. Bei anderen Spielen kam ich bisher auf 4 bis 5 Stunden – was auch okay ist. Um ehrlich zu sein, hielt ein 3DS, mit seiner gruseligen Grafik, auch nicht viel länger durch. Der größte Faktor ist schlicht das HD-Bild der Spiele, was wirklich einen Mehrwert im mobilen Betrieb ist. Auch die Handheldgröße ist in meinen Augen wirklich gut gelungen, wenn man bedenkt, dass die komplette Hardware der Konsole nur in dem Bauteil mit dem Display steckt.

Man kann die Switch über einen kleinen, ausklappbaren Ständer aufstellen, die Joy-Cons abnehmen und so auch mobil zocken. Der Ständer ist mir zu wackelig, denn dieser sitzt auf der Rückseite nicht mittig, sondern auf der linken Seite – dadurch ist die Balance des Gewichtes falsch. Stellt man die Konsole also so auf, sollte man die kipplige Aufstellung wirklich auf einem ebenen Untergrund ohne mögliche Erschütterungen durchführen. Die abgenommenen Joy-Cons sind für meine Hände zu klein. Das betrifft aber nur den Fall, wenn man die Joy-Cons abnimmt und mit einer zweiten Person zum gemeinsamen Spielen teilt. Ich habe leider keine kleinen Hände und daher verlieren sich einmal die Joy-Cons darin und auch die Haltung der Finger löst nach etwas Spielzeit einen Krampf aus. Man hätte die Dinger größer machen können – allerdings wären sie dann auch für Singleplayer im Handheldmodus permanent größer, was die allgemeinen Abmaße stark anwachsen lässt. Hier kann man sich also streiten. Nimmt man die Joy-Cons ab, so kann man sie in eine kleine Schiene mit Sicherungsband  für das Handgelenk einsetzen. Das verhindert bei Gruppenspielen, dass der Controller (wie in Wii-Zeiten oft passiert) durch die Luft oder sogar in den TV-Bildschirm geworfen wird. Man kann einen Joy-Con leider falsch herum in diese Schiene mit der Schlaufe einschieben und hat dann ein großes Problem – man bekommt den Controller nicht mehr heraus. Hier hätte Nintendo ein Design entwerfen MÜSSEN, welches beidseitig genutzt werden kann, damit solche Problem nicht auftreten.

Was mich auch etwas stört ist die Ablage der Spielstände. Diese liegen nur auf der Konsole parat und können nicht auf die microSD-Karte geschoben werden. Ist die Switch also kaputt, sind die Speicherstände weg – schlecht. Hier hat Nintendo aber einen OnlineService für den Herbst angekündigt, der Speicherstände online im Nintendo-Account ablegen wird – gut. Was mich stört ist die Tatsache, dass man Kopfhörer nur über einen 3,5mm-Klinkenanschluss anschließen kann – sowas habe ich in Zeiten von iPhone und AirPods nicht mehr. Zwar besitzt die Nintendo Switch Bluetooth, erlaubt aber nicht die Kopplung mit drahtlosen Kopfhörern – was in 2018 leider sehr seltsam wirkt. Was mich wieder zufriedener stimmt ist das Anfertigen von Screenshots während des Spiels. Diese kann man über nur einen Knopf am linken Joy-Con machen. Hält man den Knopf längere Zeit gedrückt werden die letzten 30 Sekunden des Game-Plays als Video im Album gespeichert – das ist cool. Durch Verlinkung des Facebook- und Twitter-Accounts kann man diese Bilder und Videos so auch mit Freunden in sozialen Netzwerken teilen – ein Export auf andere Medien oder Geräte ist leider (noch?!) nicht möglich.

Ich mag die Nintendo Switch wirklich sehr und sie versüßt mir einige Stunden pro Woche. Sie steht immer im Dock und ist dadurch immer griffbereit. Spiele ich mit ihr im Handheldmodus auf der Couch und möchte auf dem Fernseher weiterspielen, pausiere ich das Spiel, stecke die Switch in das Dock und das Spiel läuft auf dem großen Bildschirm direkt weiter – das ist immer wieder ein magischer Moment. Auch wenn man es andersrum vollzieht und vom TV-Modus in den Handheld-Modus wechselt. Negative Punkte habe ich euch genannt und auch die positiven Punkte kamen sicherlich gut heraus. Dinge sind selten perfekt und auch die Nintendo Switch zählt dazu. Dennoch ist es ein mehr als rundes Konzept, das Spaß macht und Barrieren überwunden hat. Nur eines fehlt der Plattform noch sehr – es sind die Spiele. Die Konsole ist nun etwas mehr als ein Jahr alt und besitzt einige Spiele – wovon eine Hand voll wirklich grandios umgesetzt sind. Allerdings sind es mehr portierte als native Spiele und das wirkt etwas schade. Von daher hoffe ich, dass Nintendo auf der diesjährigen E3 einige Spielereihen für die Switch zündet und für 2019 noch mehr Spieleideen auf Lager hat. Das Zeug dazu haben sie! Der Konsole kann man wenig vormachen und gerade im mobilen Sektor gibt es derzeit keinerlei ernsthafte Konkurrenz – lässt man Spiele von Smartphones und Tablets einmal aus diesem Bereich heraus. Die Nintendo Switch ist ein Gerät das dem Spieler Freiheit gewährt – stationär und mobil.


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