Vor knapp zweieinhalb Jahren habe ich euch hier schon einmal gefragt, ob ein neues iPhone mini fehlt. Meine Antwort war damals eher ein Schulterzucken. 2026 sieht die Lage anders aus. Und irgendwie auch wieder nicht. Das iPhone 18 Pro Max ist da, das faltbare iPhone Duo steht in den Startlöchern und das kleinste iPhone im Lineup hat inzwischen 6,1 Zoll. iPhones werden größer, weil wir Menschen größere Displays wollen. Oder zumindest glauben, sie zu wollen. Genau darum geht es mir heute. Ist die Displaygröße im Alltag wirklich so wichtig? Oder erledigt ein kleines iPhone die meisten Aufgaben genauso gut? Die Frage 2026 lautet also wieder: Fehlt ein neues iPhone mini?

Ich nutze viele unterschiedliche iPhone-Modelle …
… und daran hat sich auch 2026 nichts geändert. Seit dem iPhone 3G steige ich jedes Jahr auf ein neues iPhone um. Heuer ist es wieder das große Modell geworden, das iPhone 18 Pro Max mit 6,9 Zoll. Ihr kennt mich, ich mag große Displays. Und doch liegt hier noch immer ein iPhone 13 mini. Es hat seinen Platz in der Schublade nie ganz verlassen. Es macht mir Produktfotos, wenn mein Hauptgerät selbst auf dem Bild sein muss. Es dient mir als Testgerät, wenn ich sehen will, wie meine App auf einem kleinen Display aussieht. Und manchmal nehme ich es einfach so mit, wenn ich mit leichtem Gepäck unterwegs sein will.
Jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, passiert dasselbe. Zuerst denke ich mir: Wie winzig ist das bitte? Und nach zehn Minuten denke ich mir: Eigentlich fehlt mir hier gar nichts. Dieser Moment ist der eigentliche Grund für diese Kolumne. Denn er passt so gar nicht zu dem, was uns der Markt seit Jahren erzählt. Größer ist besser, mehr ist mehr. Und ich selbst kaufe jedes Jahr brav das größte Modell. Zeit, das einmal ehrlich zu hinterfragen.
Schaut man zurück, …
… dann ist die Geschichte der iPhone-Größen eine Geschichte in nur eine Richtung. Das iPhone 5 brachte 2012 erstmals 4 Zoll. Apple zeigte damals in einem Werbespot stolz, dass der Daumen weiterhin das gesamte Display erreicht. Zwei Jahre später kamen das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus mit 4,7 und 5,5 Zoll. Ab diesem Zeitpunkt war die Einhandbedienung Geschichte. Kleiner wurde es danach nicht mehr, nur noch größer. Es gab natürlich Ausreißer. Das erste iPhone SE im Gewand eines iPhone 5s war ein echter Liebling vieler Nutzer:innen. Und 2020 kam mit dem iPhone 12 mini genau das, was sich so viele so lange gewünscht hatten. Aktuelle Technik in 5,4 Zoll, ohne Kompromisse beim Chip oder bei der Kamera. Ein Jahr später folgte das iPhone 13 mini. Und dann war Schluss.
Ab dem iPhone 14 hieß das Gegenstück zum Standardmodell plötzlich Plus statt mini. Mit dem Start der iPhone-15-Reihe im Herbst 2023 verschwand das 13 mini endgültig aus dem Verkauf. Die lautstarken Wünsche nach einem kleinen iPhone haben sich an der Kasse offenbar nicht so niedergeschlagen, wie Apple es sich erhofft hatte. Das iPhone SE hielt sich noch etwas länger. In meiner Kolumne 2024 habe ich mich darüber gewundert, dass Apple es weiterhin verkauft, obwohl es aus der Zeit gefallen wirkte. Anfang 2025 war auch damit Schluss. Das iPhone 16e übernahm seinen Platz, mit 6,1 Zoll, Face ID und ohne Home-Button. Seitdem gibt es kein iPhone mehr, das man ehrlich als klein bezeichnen könnte. Es gibt nur noch iPhones, die kleiner sind als die anderen.
Das aktuelle Lineup …
… zeigt das ganz deutlich. Das kleinste iPhone, das ihr heute neu kaufen könnt, ist das iPhone 17e mit 6,1 Zoll für 699 Euro. Danach kommen das iPhone 17 mit 6,3 Zoll und das iPhone Air mit 6,5 Zoll. Ganz oben stehen seit dem 9. September das iPhone 18 Pro mit 6,3 Zoll ab 1.449 Euro und das iPhone 18 Pro Max mit 6,9 Zoll. Das reguläre iPhone 18 und das iPhone 18e lässt Apple erst im Frühjahr 2027 folgen. Ein kleineres Modell ist dabei nicht in Sicht.
Wisst ihr, was mir dabei auffällt? Ein iPhone mit 6,1 Zoll gilt heute als kompakt. Damit hat das kleinste iPhone ein größeres Display als das iPhone 6 Plus, das 2014 als riesig galt. Die Skala hat sich einfach verschoben. Was damals groß war, ist heute das Einstiegsmodell. Und was damals normal war, gibt es schlicht nicht mehr. Gleichzeitig ist das 17e im Lineup ein Gerät mit Abstrichen. Es hat ein 60-Hz-Display und eine einfachere Kamera. Wer also ein kleines iPhone will, bekommt automatisch das einfachste iPhone. Genau das war beim iPhone mini anders. Genau das vermisse ich, wenn ich ehrlich bin.
Und dann kam das iPhone Duo …
… und mit ihm die schönste Ironie des Jahres. Apple hat sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Aufgeklappt bietet es 7,6 Zoll und damit das größte iPhone-Display, das es je gab. In meiner Kolumne 2024 habe ich mir ein iPhone Ultra mit 7 Zoll gewünscht. Das hier ist sogar mehr, als ich mir damals erträumt habe. Und es hat Touch ID statt Face ID. Ausgerechnet das Feature, das ich beim iPhone SE noch als Grund für dessen Erfolg vermutet habe. Manche Dinge kommen eben zurück. Richtig spannend wird es aber beim Außendisplay. Es misst 5,4 Zoll. Genauso viel wie beim iPhone 12 mini und beim iPhone 13 mini.
Zugeklappt habt ihr also wieder ein iPhone in mini-Größe, das die meisten Alltagsaufgaben erledigen soll. Apple selbst betont, dass dieses Außendisplay rund 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro bietet. Und für alles, was mehr Platz braucht, klappt ihr es eben auf. Für mich ist das ein bemerkenswertes Eingeständnis. Apple sagt damit indirekt: Für vieles reichen 5,4 Zoll. Das mini ist zurück, nur eben als Hälfte eines Geräts, das in Deutschland ab 2.299 Euro kostet und ab dem 23. Oktober ausgeliefert wird. Das ist kein iPhone mini für alle. Das ist ein iPhone mini für Menschen, die gleichzeitig ein kleines Tablet in der Hosentasche haben wollen. Und die bereit sind, dafür 700 Euro mehr zu zahlen als für ein Pro Max.
Woher kommt der Wunsch nach immer mehr Display?
Die Antwort ist eigentlich simpel. Das iPhone ist längst nicht mehr nur ein Telefon. Es ist Fernseher, Kamera, Zeitung, Navi, Spielkonsole und Büro in einem. Wir schauen YouTube und Netflix darauf, scrollen durch Instagram und TikTok und schneiden Videos direkt am Gerät. Für all das ist mehr Display schlicht angenehmer. Je mehr wir mit dem iPhone machen, desto mehr Platz wünschen wir uns darauf. Dazu kommt der Akku. Ein großes Gehäuse bietet Platz für einen großen Akku. Das war auch einer der größten Kritikpunkte am iPhone mini. Wer es intensiv nutzte, kam damit nicht immer durch den Tag. Beim Pro Max stellt sich diese Frage bei mir praktisch nie. Und auch das Thema Lesbarkeit spielt eine Rolle. Die Generation, die mit dem ersten iPhone groß geworden ist, wird älter. Größere Schrift und mehr Platz sind für viele kein Luxus, sondern eine Erleichterung, die sie nicht mehr hergeben wollen.
Es gibt noch einen weiteren Grund, …
… über den wenig gesprochen wird. Das beste iPhone ist bei Apple immer ein großes iPhone. Pro gibt es ab 6,3 Zoll, darunter nicht. Wer das Beste will, bekommt automatisch ein großes Gerät. Ob er es braucht oder nicht. Die Verkaufszahlen sprechen am Ende ohnehin eine klare Sprache. Die mini-Modelle haben sich nicht so verkauft, wie erhofft. Die großen Modelle schon. Apple baut, was gekauft wird. Das ist kein Geheimnis, das ist Geschäft. Schon 2024 habe ich mich darüber gewundert, dass viele ihr iPhone zum Telefonieren gar nicht mehr ans Ohr halten. Stattdessen halten sie sich den Lautsprecher vor den Mund und sprechen hinein wie in ein Walkie-Talkie. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil. Das iPhone wird immer seltener als Telefon benutzt und immer öfter als Bildschirm. Sprachnachrichten, Videotelefonie, Streams, Shorts. Das ist eine Nutzung, bei der das Display immer im Mittelpunkt steht. Kein Wunder also, dass genau dieses Display immer größer werden soll. Das Gerät passt sich an das an, was wir damit machen. Und wir machen damit eben vor allem eines: draufschauen.

Und dann sind da die Pro-Modelle …
… die das Thema noch einmal komplizierter machen. Denn genau bei ihnen zeigt sich, was ein großes Gehäuse alles möglich macht. Das iPhone 18 Pro bringt erstmals eine variable Blende in der Hauptkamera mit, von f/1.48 bis f/4. Dazu kommen ein Ultraweitwinkel und ein Tele mit vierfachem Zoom, beide ebenfalls mit 48 Megapixeln. Wer filmt, bekommt ProRes RAW und Apple Log 2. Das ist eine Ausstattung, die man vor ein paar Jahren nur von richtigen Kameras kannte. Ich nutze diese Möglichkeiten für meine Produktfotos und Videos tatsächlich jeden Tag. Und ich will sie ehrlich gesagt nicht mehr hergeben. Spannend ist dabei: Bei der Kamera ist die Größe gar nicht mehr entscheidend. Das iPhone 18 Pro mit 6,3 Zoll hat dieselbe Kameraausstattung wie das Pro Max. Für die Kamera zahlt ihr also nicht mehr in Zoll. Beim Akku schon. Und hier muss ich ganz klar sagen: Die Laufzeit ist das stärkste Argument für ein großes iPhone. Apple nennt für das iPhone 18 Pro bis zu 36 Stunden Videowiedergabe, für das iPhone 18 Pro Max bis zu 43 Stunden. Das iPhone 13 mini kam damals auf bis zu 17 Stunden. Das ist nicht nur ein Unterschied, das sind Welten.
Im Alltag bedeutet das für mich vor allem eines: Ruhe. Ich denke beim Pro Max nicht mehr über den Akku nach. Keine Powerbank, kein Ladekabel im Rucksack, kein nervöser Blick auf die Prozentanzeige am Nachmittag. Wer viel fotografiert, filmt, navigiert und unterwegs arbeitet, so wie ich auf Messen oder bei Terminen, für den ist das ein echtes Argument. Und genau da hätte es ein neues iPhone mini am schwersten. Ein kleines Gehäuse mit Pro-Kamera, Tele-Modul und großem Akku wäre ein technisches Kunststück. Apple hat es bisher nicht einmal versucht. Vielleicht auch, weil die Rechnung einfach nicht aufgeht.
Wie wichtig ist die Displaygröße im Alltag wirklich?
Ich habe mir das genauer angeschaut und meinen eigenen Alltag einmal ehrlich durchdacht. Was mache ich wirklich mit meinem iPhone? Und wofür benötige ich dabei 6,9 Zoll? Morgens schaue ich als Erstes auf den Sperrbildschirm. Mitteilungen, Wetter, Kalender. Dafür reicht jedes Display. Dann lese ich Nachrichten in WhatsApp und iMessage und beantworte die ersten davon. Kurze Antworten tippe ich auch auf dem 13 mini problemlos. Oft diktiere ich ohnehin. Danach ein kurzer Blick in die Banking-App, ein Haken in der Erinnerungen-App, ein Wecker für den nächsten Termin. Alles Dinge, die keine zehn Sekunden dauern.
Unterwegs bezahle ich mit Apple Pay, öffne das Ticket für die Öffis oder werfe einen Blick in Apple Karten. Auch hier spielt den Bildschirm kaum eine Rolle. Im Auto läuft CarPlay ohnehin auf dem großen Bildschirm im Armaturenbrett. Das iPhone bleibt in der Tasche. Dazu kommt die Apple Watch. Viele kleine Blicke aufs iPhone hat sie mir längst abgenommen. Wer eine Watch trägt, nimmt das iPhone ohnehin seltener in die Hand. Auch mein Apple Home steuere ich zu einem großen Teil über Siri, über Automationen oder eben über die Uhr. Das Licht geht an, ohne dass ich überhaupt ein Display ansehe.
Natürlich gibt es aber auch die Momente, …
… in denen ich das große Display wirklich nutze. Abends auf der Couch, wenn ich ein Video schaue. Wenn ich unterwegs einen längeren Artikel lese. Wenn ich ein Foto bearbeite oder einen Post für Instagram und TikTok vorbereite. Und wenn ich am iPhone an einem Text für den Blog weiterschreibe. Da möchte ich das Pro Max nicht hergeben, keine Frage. Wenn ich ehrlich bin, ist das aber vielleicht ein Viertel meiner Bildschirmzeit. Die restlichen drei Viertel sind kurze Blicke, schnelle Antworten und kleine Handgriffe. Dafür benötige ich keine 6,9 Zoll. Dafür würden auch 5,4 Zoll locker reichen. Das Display ist im Alltag also gar nicht so oft der entscheidende Faktor, wie ich es selbst immer angenommen habe. Es ist eher ein Komfortfaktor für bestimmte Situationen.
Wer das für sich selbst herausfinden will, dem empfehle ich einen kurzen Blick in die Bildschirmzeit in den Einstellungen. Schaut euch einmal an, wie oft ihr euer iPhone pro Tag entsperrt und wie lange ihr es dann tatsächlich nutzt. Bei mir waren es sehr viele, sehr kurze Momente. Ein paar längere Sitzungen am Abend, der Rest waren Sekunden. Und genau diese Sekunden machen den Großteil meines Tages mit dem iPhone aus. Dieser kleine Selbsttest hat meinen Blick auf die Displaygröße ziemlich verändert. Probiert es aus und ihr werdet vermutlich ähnlich überrascht sein wie ich.
Was ein kleines Display gut kann …
… merke ich jedes Mal, wenn ich das iPhone 13 mini benutze. Es verschwindet in jeder Hosentasche. Auch in der Jeans, auch im Sitzen. Ich bediene es mit einer Hand, während die andere die Kaffeetasse oder das Einkaufssackerl hält. Der Daumen erreicht fast jede Ecke, ganz so wie im alten Werbespot zum iPhone 5. Und das Gewicht ist ein Thema für sich. Das iPhone 13 mini wiegt 140 Gramm, das iPhone 18 Pro Max rund 250 Gramm. Das merkt ihr im Alltag. Beim Liegen im Bett, beim längeren Telefonieren, in der Jackentasche. Ein kleines Display lädt außerdem weniger zum Verweilen ein. Ich scrolle darauf schlicht weniger. Das klingt im ersten Moment nach einem Nachteil, ist aber vielleicht sogar ein Vorteil. Viele von uns versuchen, ihre Bildschirmzeit zu reduzieren. Ein iPhone, das eher Werkzeug als Fernseher ist, hilft dabei mehr als jede Einstellung im Menü. Ich bin nach einem Tag mit dem mini tatsächlich weniger am Handy gesessen. Nicht, weil ich es mir vorgenommen habe. Sondern weil das Gerät mich nicht so sehr eingeladen hat.
Auch beim Fotografieren fällt mir der Unterschied weniger auf, als man denken würde. Der Sucher ist kleiner, ja. Aber das Ergebnis betrachte ich ohnehin am Mac, am iPad oder am Fernseher. Für den Moment des Auslösens braucht es keinen riesigen Bildschirm. Ein kleines iPhone ist im Grunde ein ehrliches Gerät. Es macht, was es soll, und drängt sich nicht auf.
Warum klein unterwegs oft wichtiger ist …
… als jeder Zoll mehr Display. Denn das iPhone ist das eine Gerät, das wirklich immer dabei ist. Der Mac bleibt am Schreibtisch, das iPad oft in der Tasche. Das iPhone aber steckt in der Hose, in der Jacke, in der Hand. Und genau deshalb ist seine wichtigste Eigenschaft vielleicht gar nicht das Display, sondern wie gut es sich tragen lässt. Ich merke das bei ganz banalen Dingen. In den Öffis stehe ich mit einer Hand am Haltegriff und bediene das iPhone mit der anderen. Mit dem mini ist das kein Problem, mit dem Pro Max ist es ein Balanceakt. Beim Laufen oder Radfahren hüpft das große iPhone in der Tasche, das kleine merke ich kaum. Auf Konzerten, auf Messen oder im Gedränge halte ich das mini sicher in der Hand. Beim Pro Max habe ich ständig das Gefühl, es könnte mir rausrutschen. Und das ist nicht nur ein Gefühl. Jedes Mal, wenn ich nachgreifen muss, um mit dem Daumen nach oben zu kommen, steigt das Risiko, dass das iPhone am Boden landet.
Dazu kommt die Hülle. Kaum jemand nutzt sein iPhone nackt. Mit Hülle und MagSafe-Wallet wird aus einem großen iPhone schnell ein richtiger Ziegel. Ein kleines iPhone bleibt auch mit Hülle ein kleines iPhone. Es passt in die Hemdtasche, in die kleine Umhängetasche und in die Gesäßtasche, ohne dass ich mich beim Hinsetzen verbiegen muss. Wer viel unterwegs ist, Kinder am Arm trägt, Sport macht oder einfach mit leichtem Gepäck leben will, für den ist Handlichkeit im Alltag oft wichtiger als jeder zusätzliche Zoll. Ein iPhone, das ich bequem überall dabei habe, nutze ich am Ende öfter als eines, das mich beim Tragen stört.
Kleines iPhone, großes iPad …
… ist eine Kombination, über die viel zu wenig gesprochen wird. Denn die Frage nach dem großen Display muss ja nicht zwingend das iPhone beantworten. Ich kann mir genauso gut ein kleines iPhone für unterwegs und ein iPad für alles Große nehmen. Und ehrlich gesagt ist das gar keine so abwegige Idee. Ein iPad mini mit gut 8 Zoll ist größer als jedes iPhone, sogar größer als das aufgeklappte iPhone Duo. Ein iPad Air oder iPad Pro bietet noch einmal deutlich mehr Platz.
In der Praxis funktioniert das im Apple-Ökosystem erstaunlich gut. Mit Handoff mache ich am iPad dort weiter, wo ich am iPhone aufgehört habe. Die universelle Zwischenablage kopiert Texte und Bilder von einem Gerät aufs andere. Fotos landen über iCloud ohnehin überall. Videos schauen, lange Artikel lesen, Fotos bearbeiten, Texte schreiben – all das mache ich am iPad lieber als an jedem iPhone. Das Pro Max ist für diese Aufgaben gut, das iPad ist für diese Aufgaben gemacht. Das iPhone wird damit wieder zu dem, was es ursprünglich sein sollte. Ein Gerät für die schnellen Dinge zwischendurch.
Auch beim Preis geht die Rechnung interessant auf.
Ein iPhone 17e und ein iPad mini kosten zusammen deutlich weniger als ein iPhone Duo. Natürlich habt ihr dann zwei Geräte statt einem und das iPad muss in die Tasche. Aber genau das ist der Punkt. Das große Display nehme ich nur dann mit, wenn ich es wirklich benötige. Das kleine iPhone habe ich immer dabei. Für mich war das iPad 2010 genau deshalb so genial, weil es einfach ein großes iPhone war. Vielleicht ist es 2026 an der Zeit, das iPhone wieder klein sein zu lassen und die Größe dem iPad zu überlassen.

Wo es ehrlich eng wird …
… muss ich aber genauso ansprechen. Denn ein iPhone mini ist kein perfektes Gerät. Die Tastatur ist eng. Längere Texte tippe ich darauf nicht gerne und wer so viel schreibt wie ich, merkt das schnell. Videos schauen geht, macht aber weniger Spaß. Spiele sind auf 5,4 Zoll oft fummelig, weil die Steuerelemente einen Teil des Bildes verdecken. Und Webseiten, die nicht gut für Mobilgeräte optimiert sind, werden auf dem kleinen Display schnell zur Geduldsprobe.
Der größte Knackpunkt bleibt aber der Akku. Das 13 mini war nie ein Ausdauerwunder und ist mittlerweile über fünf Jahre alt. An einem intensiven Tag mit vielen Fotos, Navigation und Social Media wird es abends knapp. Ein neues iPhone mini müsste hier deutlich besser sein. Die effizienten Chips und Displays von heute würden dabei helfen, keine Frage. Physik bleibt aber Physik. Weniger Gehäuse heißt weniger Platz für den Akku. Nicht vergessen darf man außerdem die Menschen, die schlicht schlechter sehen. Für sie ist ein großes Display keine Spielerei, sondern eine Notwendigkeit. Das muss man respektieren. Ein kleines iPhone ist eine Option für bestimmte Nutzer:innen, kein Ideal für alle. Auch das dürfte ein Grund sein, warum das mini nie die breite Masse erreicht hat.
Wie wahrscheinlich ist also ein neues iPhone mini?
Offen gesagt: so unwahrscheinlich wie 2024. Vielleicht sogar noch ein Stück unwahrscheinlicher. Apple hat mit dem iPhone 17e das günstige Einstiegsmodell bei 6,1 Zoll festgezurrt. Mit dem iPhone Air gibt es ein Modell, das dünn und leicht ist, aber eben nicht klein. Und mit dem iPhone Duo hat Apple die 5,4 Zoll zwar zurückgebracht, aber in einem Gerät, das das genaue Gegenteil eines kompakten und günstigen iPhone ist. Selbst für das Frühjahr 2027 deutet nichts auf ein kleineres Modell hin. Wenn ich Apple wäre, würde ich ein iPhone mini dennoch nicht ganz abschreiben.
Ein kleines Modell mit großem Akku, aktuellem Chip, ordentlichem 120-Hz-Display und einem vernünftigen Preis wäre eine echte Nische. Eine Nische, die heute niemand im Lineup bedient. Ob diese Nische groß genug ist, kann ich nicht beurteilen. Die Verkaufszahlen der beiden mini-Modelle sprechen eher dagegen. Vielleicht ist das Außendisplay des Duo am Ende Apples Antwort darauf. Klein, wenn ihr es braucht. Groß, wenn ihr es wollt. Nur eben zu einem Preis, den sich viele nicht leisten wollen. Was ich aber sicher sagen kann: Die Frage, ob ein kleines iPhone im Alltag reicht, habe ich für mich beantwortet. Ja, für die meisten Aufgaben reicht es völlig. Das große Display ist ein Komfort, den ich sehr schätze. Notwendig ist es aber nur für einen Teil dessen, was ich täglich mit dem iPhone mache.
Fehlt euch ein neues iPhone mini?
Diese Frage stelle ich euch auch 2026 ganz bewusst. Ich selbst bleibe beim großen iPhone, das ist kein Geheimnis. Und doch merke ich, dass ich die Displaygröße wichtiger nehme, als sie in meinem Alltag tatsächlich ist.
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Fehlt euch ein neues iPhone mini weiterhin?
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Vielleicht geht es euch genauso. Vielleicht kauft ihr das Pro Max, weil es eben das beste iPhone ist. Und nicht, weil ihr jeden Zoll davon wirklich benötigt. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es kein Zurück zum alten iPhone mini. Sondern eine echte Wahl. Ein kleines iPhone mit vollwertiger Technik und einem Akku, der den Tag schafft. Für alle, die ihr iPhone als Werkzeug sehen und nicht als Bildschirm, den man ständig in der Hand hält. Ob es das noch einmal geben wird? Ich bezweifle es. Aber ich würde es mir zumindest anschauen. Und das 13 mini vielleicht wieder öfter aus der Schublade holen.
Steve Jobs hat sich 2010 über große Smartphones lustig gemacht, die man nicht mehr mit einer Hand umschließen konnte. So etwas würde niemand kaufen, meinte er damals. Beim Kaufen lag er falsch, das zeigt jedes iPhone-Lineup seit dem iPhone 6. Beim Halten hatte er aber vielleicht gar nicht so unrecht. Und genau dieser Widerspruch begleitet mich bis heute, jedes Mal, wenn ich das 13 mini in die Hand nehme.
„Man bekommt die Hand nicht drumherum. Das wird niemand kaufen.“
∼ Steve Jobs ∼

