Meinen Führerschein habe ich mit zarten 17 Jahren zu machen begonnen und mit 18 Jahren durfte ich dann offiziell fahren. Rechnet man flott nach, dann fahre ich seit 21 Jahren Auto. Und das unfallfrei. Es war immer ein Verbrenner, den ich fuhr, doch seit einem Monat ist alles anders, denn seitdem fahre ich im Alltag E-Auto. Was sich in dieser Zeit alles dadurch geändert hat, möchte ich kurz erzählen.

Mein erstes Auto …
… war ein Smart For Two Cabrio. Zwar das Auto meiner Eltern, aber ich durfte ihn nehmen und ebenfalls fahren. Mein wirklich erstes Auto hatte ich erst mit 21 Jahren. Tja, Autos kosten Geld. Daher war das in meiner Ausbildungszeit und im anschließenden Zivildienst knappe Ware. Mein erstes Auto war dann aber ein Ford Fiesta. Diesen fuhr ich mit kurzer Unterbrechung 10 Jahre lang. In dieser Zeit auch zwischenzeitlich zwei Mercedes. Nach dem Fiesta kamen zwei weitere Fiesta-Modelle für jeweils vier Jahre. Und leider starb der Fiesta bei Ford dann einfach und musste für einen SUV in den Kölner Werken Platz machen.
Klar war, …
… dass ich keinen Verbrenner mehr fahren möchte. Klar war, dass es keinen E-Fiesta zur Auswahl gibt. Und klar war, dass ich bei Ford bleiben möchte. Also musste ich etwas schauen und testen. Ein kurzer Ausflug zu Hyundai und Smart und zwei Probefahrten gaben mir bedauerlicherweise nicht das, was ich mir irgendwie erhofft hatte. Bei Smart gefiel mir das ganze Infotainment nicht. Und bei Hyundai die ganze Sache mit den defekten Ladereglern nicht. Also schaute ich mal bei Ford weiter und bin dann, nach erster Ablehnung, doch beim Ford Puma Gen-E gelandet. Und nach einer Probefahrt von drei Stunden und einigen Tests, kam mir dieses Auto direkt vertraut vor und fühlte sich wie der E-Fiesta an, auf den ich gehofft habe. Seit einem Monat bin ich nun also elektrisch unterwegs und alles hat sich geändert.
Tanken kotzt an.
Dieses an die Tankstelle fahren, stinkenden Sprit tanken und jetzt sogar noch die hohen Spritkosten zahlen – das wollte ich alles nicht mehr. Für mich wirkt das alles nicht mehr zeitgemäß, Dinos in Motoren zu verbrennen. Das mag jeder anders sehen. Für mich ist der Verbrennungsmotor im privaten Pkw-Bereich tot. Effiziente Verbrennungsmotoren wird es auch nie geben, wenn man mal physikalisch verstanden hat, dass ein Verbrennungsmotor nur eine rollende Heizung ist, die zu 90 % Wärme und zu 10 % Bewegungsenergie umsetzt. Und das sagt euch jemand, der 18 Jahre lang bei einem Weltkonzern für Turbolader gearbeitet hat. Dass ich mein E-Auto genau in dieser Zeit erhalten habe, war etwas Glück und nicht wirkliche Planung.

Ich lade meist an einer Wallbox.
In meiner Hofeinfahrt hängt schon seit fünf Jahren eine easee-Wallbox. Die hatte ich damals gewählt, da sie einfach schon lange erprobt war und vor allem in kalten Gebieten oft zum Einsatz kommt. Also ist das Klima in Europa für sie eine Lachnummer. Die ist klein, modern und via App hervorragend bedienbar. Mittlerweile nutze ich die RFID-Funktion über einen Schlüsselanhänger. Gekostet hat sie mich damals nichts, da sie mit 100 % von der KfW bezuschusst wurde. In meine eigene Tankstelle wurde somit aus Steuergeldern für die Zukunft investiert. Der Puma Gen-E lädt mit maximal 11 kW AC. Der Akku besitzt brutto 53 kWh. Netto sind 43 kWh nutzbar. Da ist viel Puffer. In der Praxis bedeutet das, dass ich mein Auto in 4,5 Stunden komplett auflade. Ich lade zu Hause tatsächlich auch immer auf 100 % auf. Ist der Akku voll, komme ich 350 km weit. Da ich am Tag maximal 30 km fahre, lade ich nur einmal die Woche mein Auto zu Hause auf. Und da ich 27 Cent pro Kilowattstunde zahle (100 % Ökostrom), lade ich mein Auto für diese Strecke für 11,61 € auf.
350 km Reichweite für 11,61 €.
Würde ich das auf meinen vorherigen Ford Fiesta (Dreizylinder, Benziner, 6,8 Liter auf 100 km) herunterrechnen, zahle ich derzeit für eine elektrische Fahrt von 100 km 3,32 €, für die ich mit dem Verbrenner jetzt ca. 18 € zahlen müsste. Im Schnitt fahre ich 80 % günstiger als zuvor. Und ich muss an keiner Tankstelle stehen. Das Auto lädt auf Wunsch in der Nacht. Das Auto steht in dieser Zeit. Ich liege in dieser Zeit im Bett. Das Laden hat für mich in diesem einen Monat keinerlei große Probleme bereitet. Eher im Gegenteil. Ich komme nach Hause und wenn es sein muss, stecke ich das Auto an und gehe ins Haus. Aber das muss ich bei mir nur einmal die Woche machen. Das ist tatsächlich ein Komfort, den man zu schätzen lernt. Ich muss keine Fahrt zur Tankstelle einplanen, an der ich laut vielen Menschen nur drei Minuten zum Tanken benötige. Das ist Quatsch. Ich war nie unter 10 Minuten an einer Tankstelle fertig. Und wenn man noch drei Idioten vor sich an der Kasse hat, die noch fünfmal die Payback-Karte vorlegen und ein EC-Terminal nicht verstehen, dann dauert das alles noch länger. Zu Hause stört mich da niemand. Auto abstellen, anstecken, fertig. Keine Zeit verschwendet.
Unterwegs laden …
… ist ein Thema, das viele verwirrt. Auch mich manchmal. Grundsätzlich macht man sich auch hier zu viele Gedanken, wie ich nach einem Monat gemerkt habe. Werbung möchte ich keine machen, aber eine Ladekarte von EweGo und Aral Pulse reicht komplett aus. EweGo ist an etlichen McDonald’s-Restaurants vertreten. Selbst wenn man dort selbst nicht essen geht, kann man dort schnell laden und ist nach 20 Minuten wieder weg. Das gleiche Spiel mit Aral Pulse, die mittlerweile an vielen Aral-Tankstellen vorhanden sind. Wer Aldi SÜD vor der Tür hat, kann dort direkt AD-Hoc laden. Das mache ich gerne mal beim Einkaufen, wenn ich weiß, dass ich danach nach Hause muss und im Anschluss direkt eine weitere Strecke weiter. Dann nutze ich das Schnellladen, weil ich keine Zeit zum vollen Laden des E-Autos zu Hause hätte. Aber selbst wenn man unterwegs laden müsste. Die oben genannten Ladepunkte gibt es gefühlt immer irgendwo. Also macht es nicht wie ich, dass ihr euch sieben unterschiedliche Ladekarten anschafft.
Ich nutze übrigens kein Abo.
Ich nutze die Ladekarten nur dann, wenn ich muss. Also ein On-the-go-Laden. EweGo und Arap, Pulse bieten die Kilowattstunde derzeit für 52 Cent bzw, 55 Cent an. Das ist okay. Bei Aldi Süd sind es Ad-Hoc 47 Cent. Grundsätzlich lädt ein E-Auto immer dann, wenn es steht. Also zu Hause oder beim Erledigen von Dingen. Wenn ich unterwegs bin, mache ich immer nach zwei Stunden eine Pause. Hier lädt das E-Auto nach, während ich den alten Kaffee wegbringe, vielleicht einen neuen Kaffee hole oder im Auto ein paar Dinge erledige. So nutze ich die Zeit, um auf dem iPad E-Mails zu bearbeiten, Buchhaltungsaufgaben zu erledigen oder Shop-Bestellungen zu kontrollieren. Diese dämliche Diskussion, dass man auf sein Auto warten muss, ist eben dämlich. Weil ich in der Zeit etwas mache.
Mir kann keiner sagen, dass er am Tag zu 100 % produktiv ist. Selbst in der Ladezeit von 20 Minuten, könnte man also hirnlos TikTok und Instagram-Reels swipen oder Tinder-Kacheln wischen. Wenn ihr aber zu 100 % am Tag produktiv seid, dann ist kein Auto etwas für euch, denn selbst die 10 Minuten an der Tankstelle würden euch dann schon aus dem Flow reißen. Naja, ich sehe das mehr als entspannt, wie man sicherlich merkt. Ich bin im Schnitt mit allen Verbrennern 590.000 Kilometer in 20 Jahren gefahren, und auch hier war eine Rast von 20 Minuten auf langen Strecken immer ein Thema. Und ob das Auto da jetzt steht und auf mich wartet oder steht, lädt und auf mich wartet, ist kein Unterschied für die Zeitspanne. Aber es mag jetzt sogar Leute geben, die sich über eine Ersparnis von 17 Cent Kraftstoff freuen, während sie weiterhin 9 Monate auf einen Facharzttermin warten dürfen. Ihr merkt selbst, wie wichtig und unwichtig Themen sein können, oder? Das Laden eines E-Autos ist zumindest kein ernstes Thema im Alltag.

1,5 Meter Abstand waren noch zu wenig.
Denn 100 Meter sollte man mindestens halten, zumindest zum Vordermann oder zur Vorderfrau im Auto. Ich fahre grundsätzlich mit Abstandsregeltempomat. Auf der Autobahn heißt das, dass ich bei einem Tempolimit von 130 km/h den Tempomat auf 135 km/h stelle und zeitgleich das automatische Halten von Abstand definiere. Das mache ich seit 8 Jahren so. Das konnten auch die Fiesta-Modelle als Verbrenner schon. Was der Ford Puma Gen-E aber macht, ist, dass er auch komplett hinter einem Auto stehen bleibt und weiterfährt, wenn sich dieses wieder bewegt. Nach zwei längeren Staus kann ich nur sagen, dass ich das nicht mehr missen möchte.
Ford hat den Puma Gen-E wirklich so konzipiert, dass er sparsam, flott und wendig ist. Fahre ich nur in der Stadt, fahre ich mit einem Verbrauch zwischen 9 kW/h und 12 kW/h. Auf der Autobahn bei Tempo 135 sind es 21 kW. Hier frisst er etwas. Aber dieses Auto habe ich bewusst so gewählt, da ich keine Langstrecken fahre. Und selbst wenn, mache ich nach 300 km eine Rast und lade nach. Das ist okay so. Die Reichweite ist für mich keinerlei Maß. Wenn leer, dann nachladen. Da ist auch bei iPhone und iPad mein Gedanke. Mein iPhone muss keine 12 Stunden am Stück aushalten können, aber ich muss es schnell nachladen können. Ja, und das geht beim iPhone und iPad ja auch schon immer. Wer also heute meint, man säße stundenlang neben seinem E-Auto und warte, bis es voll ist, der sitzt auch in der Nacht eine Stunde neben seinem iPhone und schaut ihm zu, bis es komplett aufgeladen ist. Ja, der Vergleich passt doch eigentlich relativ gut.
Die Kosten eines E-Autos.
Meinen Ford Puma Gen-E habe ich gekauft. In Summe ist er 20 % günstiger, als es mein vorheriger Fiesta war. Ich zahle keine Steuern für mein E-Auto. Zumindest bisher nicht. Ich erhalte pro Jahr 300 € bis 400 € THG-Prämie im Jahr. Das sind zu 80 % die Stromkosten, die ich zu Hause anfallen. In der Versicherung ist mein E-Auto ebenfalls günstiger als der etwas kleinere Verbrenner (kommt aber auf die Schadensklasse an). Wenn ich jetzt noch berücksichtige, dass mich die Wartung nichts kostet (die zahle ich in der Finanzierung monatlich etwas mit) und ich eine Förderung vom Start von ein paar Tausend Euro erhalte, dann bin ich nie günstiger Auto gefahren. Selbst wenn ich keine THG-Prämie und keine einmalige Förderprämie berücksichtige, bin ich nie günstiger Auto gefahren. Wo es übrigens geht, fahre ich Bus und Bahn. In Städten bleibt mein Auto immer stehen.
Die Kosten sind das eine.
Das andere ist das Fahrgefühl. „Das Auto hält einfach die Fresse.“ wie ich gerne sage. Man drückt einen Knopf, schnallt sich an, legt den Hebel auf D und fährt fast lautlos weg. Was man hört, sind der Rollwiderstand der Reifen und Luftgeräusche, wenn man schneller fährt. Und das wars. Und genau in solchen Momenten nervt alles, was irgendwie im Auto klappert oder rappelt. Selbst eine Sonnenbrille in einer Ablage. Dieses ruhige Fahren ist ein Traum. Und wenn man wie ich noch eine 630-Watt-Anlage von B&O im Auto besitzt, hat man noch etwas mehr Spaß. Ja, ich höre gerne laut Musik im Auto. Schon immer. Das Fahren eines E-Autos hat mich in einem Monat in mehreren Punkten entschleunigt. Kein Tanken mehr, kein Schalten mehr, kein unnötiger Lärm oder Geruch. Komme ich am Morgen an mein Auto, ist es auf Wunsch klimatisiert. Bei kaltem Wetter warm und bei warmem Wetter kühl. Das lässt sich manuell einschalten (via App aus der Ferne) oder planen. Das ist ein hervorragender Komfort, bei dem kein Benzin für eine Standheizung verbrannt wird. Nein, das läuft fast lautlos ab. In der Praxis benötigt das Aufheizen oder Kühlen von 25 Minuten 1 % Akku. Beim Aufheizen wird auch die Sitzheizung und die Lenkradheizung benutzt. Ein Auto ist somit im Winter aufgetaut und auch im Innenraum angenehm.
Es ist ein sauberes, leises und angenehmes Fahren. Ich fahre meist im Eco-Modus, da der Ford Puma Gen-E in diesem Modus zum einen nicht die vollen 170 PS gleich auf die Vorderachse knallt, sondern etwas sachter beschleunigt, und er rollte dadurch auch länger aus, was ich nutze, um mir auf längeren Rollstrecken Strecke und Energie zu holen. Er rekuperiert also schwach, aber rollt dafür lange aus. Das mag ich eher, als hartes Rekuperieren und schnelleren Stillstand. Daher nutze ich auch (leider) den One-Pedal-Drive am Puma nicht. Das Fahren eines E-Autos hat mich also indirekt verändert, aber auch direkt. Je nach Facette. Mit dem Auto selbst bin ich sehr zufrieden. Demnächst werde ich mal die App von Ford etwas näher vorstellen, denn von dem Auto kann man im Internet viel sehen und lesen, von der Ford-App nicht. Und die ist echt gut – sogar auf der Apple Watch. Aber das soll ein anderes Thema sein und in einem anderen Artikel behandelt werden. Wenn ihr mehr zum Ford Puma Gen-E wissen möchtet, dann lasst es mich gerne wissen. Vielleicht berichte ich dann mal etwas mehr im Detail darüber.
Wenn ich Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.
∼ Henry Ford ∼
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