Du findest mich auch hier.

Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, in welcher der unzähligen Kolumnen ich diesen Satz verlauten ließ, aber es muss so etwas wie „Das Display ist das Fenster zum Inhalt.“ gewesen sein. Bis heute stimmt dieser Satz, je öfter man ihn liest und über ihn nachdenkt. Ohne ein Display, egal wie klein oder groß, würden wir heute keinerlei Inhalt mehr konsumieren oder erstellen. Seit ein paar Wochen darf ich mit einem Studio Display XDR arbeiten und möchte darüber etwas mehr erzählen.

Das-Studio-Display-XDR-Kolumne-Matthias-Petrat1 Das Studio Display XDR

Wo ist mein iMac?

Wer meine Arbeit ein wenig verfolgt, wird bemerken, dass mein Schreibtisch sich relativ radikal verändert hat. Vier Jahre lang habe ich mit einem 21″ iMac gearbeitet. Ein toller Mac, der alles kann, was man braucht. Er bringt alles mit und das Display ebenfalls. Neben diesem iMac war ein 13″  MacBook Air mit M2-Prozessor mein mobiler Mac, der immer dann mit dabei war, wenn ich nicht zu Hause am Schreibtisch arbeiten wollte oder konnte. Ich besaß somit zwei Macintosh-Computer. Davon wollte ich allerdings weg und nur noch ein System nutzen.

Also blieb nur die Option, dass ich weiterhin mobil, aber auch stationär arbeiten möchte. Das löste in diesem Fall ein externes Display am MacBook Air. Und daher wisch der iMac für das MacBook Air mit externem Studio Display XDR. Solch eine Änderung ist keine kleine Überlegung, wenn man sich den Preis für solch ein Display betrachtet. Und man kann darüber streiten, ob man sich überhaupt solch ein Display anschaffen möchte. Aber auf Grundlage von anderen Perspektiven, ist es nicht der Preis, für den man sich entscheiden muss.

Das-Studio-Display-XDR-Kolumne-Matthias-Petrat2 Das Studio Display XDR

Ein alter Bekannter.

Das Studio Display XDR ist der Nachfolger des bekannten Apple Pro Display XDR. Dieses bestach damals schon mit einem miniLED-Display und konnte Inhalte in HDR darstellen. Hier bekam man damals nur das Display. Den höhenverstellbaren Fuß musste man sich für knappe 1000 € separat dazukaufen, wodurch man schnell bei über 5000 € war. Aber, es war und ist bis heute ein fabelhaftes Display mit einer Größe von 32 Zoll. Das Studio Display ist als Nachfolger etwas kleiner und „nur“ 27 Zoll groß. Es setzt ebenfalls auf miniLED und kann HDR-Inhalte wiedergeben. Dadurch kann es die Bildschirmhelligkeit auf bis zu 20000 Nits anheben. In der Praxis ist das sehr verblüffend und tatsächlich einer der Hauptgründe, wieso ich dieses Display so schätze und gerne stundenlang davorsitze, um zu arbeiten. Über das Kontrollzentrum in der Menüleiste von macOS oder auch via Apple Magic Keyboard kann man die Bildschirmhelligkeit einstellen.

MagSafe-Apple-Watch-Ladepunkt Das Studio Display XDR

Apple begrenzt die Bildschirmhelligkeit hier auf 1000 Nits. Das Display dreht selbst hoch, wenn es mehr Helligkeit benötigt. Wie beispielsweise beim Wiedergeben von HDR-Inhalten. Diese Sache kennt man schon von den Displays der MacBook-Pro-Reihe oder dem alten Apple Pro Display XDR. Daher gibt es hierfür eine kleine App namens „BetterDisplay Pro„. Diese kalibriert die Bildschirmhelligkeit einmal, setzt die 1000 Nits als 50 % fest und bietet somit eine maximale Ansteuerung der Bildschirmhelligkeit an. Im Klartext: Man kann, dadurch über das Kontrollzentrum oder die Tastaturtasten die Helligkeit von 3 Nits auf bis zu 2000 Nits erhöhen. Ich arbeite daher meist zwischen einem Wert von 1180 Nits (130 %) und 2000 Nits (200 %).

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Das Design.

Das Studio Display XDR sieht optisch wie ein Studio Display aus 2022 aus. Grundlegend ist es das auch. Nur ist kein LCD‑Display, sondern ein miniLED-Display verbaut. Schaltet man dieses Display nicht ein, würde man erst einmal den Unterschied nicht erkennen. Beide Modelle, das Studio Display XDR und das Studio Display, besitzen einen höhenverstellbaren Fuß, der auch erlaubt, das Display zu neigen. Das gesamte Gehäuse und der Fuß bestehen aus Aluminium. Der Fuß ist zusätzlich auf der Unterseite leicht gummiert, wodurch er auf glatten Oberflächen weniger verrutscht. Im Fuß ist außerdem eine runde Durchführung. Hier lassen sich Kabel in einem Stang von den Thunderbolt- und USB-C-Ports wegführen. Sie liegen dann so hinter dem Ständer, dass man sie nicht sieht. Das schafft für mich ein Gefühl von viel Ordnung auf dem Schreibtisch, denn ich sehe ungern Kabel. Der Stromstecker ist schwarz und besitzt eine Stoffummantelung, wie man sie von Apple-Kabeln mittlerweile kennt. Dieser wird nur von hinten in den Monitor gesteckt und rastet hier eigenständig ein. Grundlegend ist dieses Design sehr minimalistisch und erinnert immer noch an das gute, alte Thunderboltdisplay. Vielleicht sogar manchmal an das Cinema Display, wenn man genau hinschaut.

Apple-Watch-Ladepunkt-Banner Das Studio Display XDR

Oben und unten ist das Displaygehäuse komplett gelocht.

Optisch nett, aber physikalisch wichtig. Denn so ist einmal die aktive Kühlung möglich und auch die Lautsprecher entfalten so ihr gesamtes Potenzial. Im Betrieb wird dieses Display warm. Je nach Helligkeit auch wärmer als warm. Klar, denn solch ein Display benötigt auch etwas Strom, um diese Helligkeit zu ermöglichen. Ob da aktive Lüfter drinsitzen, oder alles passiv über das Gehäuse gekühlt ist, kann ich leider nicht sagen. Hier warte ich noch auf die Kollegen von iFixIt, die solche Displays gerne auseinanderbauen und genauer betrachten. Klar ist aber, dass in diesem Monitor die Hardware eines gesamten iPhone steckt, die das Display mit einem A19-Pro-Prozessor befeuert . Auch stehen 128 GB an Speicher zur Verfügung. Unsicher, ob das Speicher ist, der für die Menge an Grafikdaten oder auch für die Firmware geteilt wird. Fakt ist, dass dieses Display via macOS mit Firmwareupdates versorgt wird.

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Die Höhe und die Neigung.

Da das Studio Display XDR in der Höhe und Neigung verstellt werden kann, sollten gewisse Daten interessieren. Die niedrigste Position liegt bei 47,8 cm und die höchste Position bei 58,3 cm. Beide Maße sind der Abstand zwischen Oberkante des Displays und der Unterseite des Fußes. Das Display kann um –5 Grad bis +25 Grad gekippt werden. Der Minusbereich liegt nach hinten, wodurch das Display zu euch gekippt ist. Der Plusbereich liegt vorn, wodurch das Display nach hinten gekippt ist und ihr mehr auf die untere und gelochte Kante blicken könnt. Ich habe das Display auf ca. 50 cm Höhe und mit einem Neigungswinkel von –1 Grad gesellt, wodurch ich gerade und minimal von oben nach unten auf das Display schaue. Die Schräge erkennt man seitlich kaum, von vorn ist sie aber auf Dauer wahrnehmbar. Da man das Studio Display XDR so gezielt einstellen kann, findet wahrscheinlich jeder seinen Lieblingsbetrachtungswinkel. Drehen kann man das Display übrigens nicht. Ein Arbeiten im Hochformat ist daher nicht möglich. Für mich nicht nötig, aber viele andere Nutzer:innen würden das sicherlich schon gerne tun. Das Design würde es zumindest hergeben, da es symmetrisch ist.

Die Verbindung.

Zum Einsatz kommt Thunderbolt 5. Hier stehen direkt zwei Ports zur Verfügung. Über einen ist mein MacBook Air angebunden. Über diese Verbindung sind dann auch 120 Hz möglich. Kann mein MacBook Air aber leider nicht, wodurch ich mich „noch“ mit 60 Hz begnüge. Ein neues MacBook wird aber in ein bis zwei Jahren auch das möglich machen. Die Zukunft dafür steht ja schon auf dem Schreibtisch. Ansonsten kann das MacBook das Display in voller 5K-Auflösung mit 218 ppi befeuern und wird dabei selbst nicht einmal warm.

Strom mit bis zu 140 Watt bekommt ein MacBook direkt vom Studio Display XDR. Mein MacBook ist somit immer nur auf maximal 80 % geladen, weil es zum größten Teil nur als Desktop-Mac genutzt und der Akku dadurch geschont wird. Dank Thunderbolt 5 lassen sich Geräte in Reihe schalten. Ich habe in einen der beiden USB-C-Ports einen Adapter eingesteckt, der mir das Anbinden meiner Bose Companion 3 Anlage via 3,5‑mm-Klinke erlaubt. Das Signal kommt also digital aus dem Mac und wird analog auf die Anlage gebracht. Das macht ein kleiner Adapter für wenige Euro von Apple. Verblüffend. Ein Thunderbolt-5-Kabel liegt dem Display übrigens bei. Es ist mit Stoff ummantelt, schön, schnell und zu kurz. Ernsthaft – es hätte zwei Meter lang sein müssen. Es ist nämlich nur einen Meter lang. Daher habe ich es auch ersetzt, da es für mich zu kurz ist. Wer das MacBook direkt neben das Display stellt, für den reicht die Länge von einem Meter sicherlich aus. Ich habe daher zu der Variante mit 1,8 Meter gegriffen.

FaceTime

Auf der Oberseite ist eine Kamera mit 12 Megapixeln angeordnet. Die macht richtig tolle Bilder. Schließt man einen Mac am Display an, passiert hier alles ganz automatisch. Bedeutet, dass der Monitor automatisch die FaceTime-Kamera ist, wenn das MacBook zugeklappt bedient wird. Mein MacBook Air ist unter dem Schreibtisch eingeschoben und zugeklappt. Das hatte ich euch in diesem Video auf Instagram und in diesem Video auf TikTok schon gezeigt. Für FaceTime stecken auch direkt Mikrofone im Display. Insgesamt ein Ring mit drei Mikrofonen. Für den Ton sorgen sechs Lautsprecher im Display, welche auch Dolby Atmos unterstützen. Die höre ich allerdings nie, da seit 13 Jahren meine Bose Companion 3 Anlage die Referenz für guten Ton ist.

Die FaceTime-Kamera kann auch Center Stage, wodurch sie auch das Gesicht bei FaceTime „verfolgt“ und in den Fokus rückt. Da das Objektiv ein Weitwinkelobjektiv ist, kann die Kamera auch zwei Kamerastreams zeitgleich umsetzen. So kann man einmal euch sehen und eine Weitwinkelaufnahme des Schreibtischs. Ihr könnt somit selbst im Bilde sein und etwas auf dem Schreibtisch zeigen/vorführen. Kann man in der FaceTime-App bei der Unterhaltung auf Wunsch dazuschalten oder auch wieder abschalten. Ich konnte Kunden so schon erste Prototypen ihrer Designs zeigen, die sie bei mir in Auftrag gegeben haben, ohne selbst aus dem Bild zu verschwinden. Nett. Es ist immer wieder ein Aha-Effekt.

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Wieso ein Studio Display XDR?

Das ist eine Frage, die ich mir ebenfalls gestellt habe. Ich hätte auch zum „normalen“ Studio Display greifen können. Dieses ist technisch gleich. Allerdings bietet es kein miniLED-Display mit HDR-Funktion und 120 Hz an. Und genau das wollte ich. Mir sind 600 Nits zu wenig, denn ich bevorzuge helle Displays. Sie schaffen für mich einen gewissen Fokus. 1000 Nits waren da daher schon das Minimum und ich nutze das Studio Display XDR ja sogar weit darüber.

Also wären mit 600 Nits auf Dauer zu wenig gewesen. Das habe ich vor allem durch das M4 iPad Pro mit OLED und HDR-Bildschirm verstanden. Auch ein iPhone ist bei mir immer sehr hell im Betrieb. Ob am Tag, am Abend oder in der Nacht – es ist immer eine Bildschirmhintergrundbeleuchtung im Einsatz. Ich schaue nicht gerne auf ein helles Display, das vor einem dunklen Hintergrund steht. Daher ist ein LED-Leuchtstreifen von hinten am Display aufgeklebt, den ich via Apple Home und Szenen einschalte. Dafür brauche ich nur einen Knopf am Schreibtisch drücken. Ich kann euch nur sagen, dass das Kopfschmerzen vermeidet und den Fokus unterstützt.

Im Alltag …

… rücke ich nur den Bürostuhl zurück, setze mich hin, lege den Finger auf den Touch-ID-Sensor des Magic Keyboard, das Display erwacht direkt, der Mac ist entsperrt und ich schaue auf ein weites und helles macOS. Es ist für mich kein Display, sondern ein Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz, an dem jeder Artikel geschrieben, jede Shop-Bestellung frankiert, jedes 3D-Design erstellt, alle Social-Media-Arbeiten und etliche E-Mails geschrieben werden. Es ist ein Ort, an dem ich meine Musikmediathek durchsuche und Titel finde, die die jeweilige Arbeit stilistisch unterstützen.

Ob ich den Arbeitsplatz dabei etwas heller oder dunkler möchte, lässt sich über zwei Knöpfe an der Tastatur umsetzen. Dadurch kann ich mal gedimmter oder mal heller arbeiten. Das Studio Display XDR fühlt sich daher wie ein iMac an. Nur besser. Was auch das Gefühl erweckt, dass ein iMac Pro irgendwie fehlt, durch solch ein Display aber auch direkt wieder in den Hintergrund rückt und vielleicht doch nicht benötigt wird. Für mich passt dieses Set-up so nun perfekt. Es ist ein Display für viele Jahre. Ein Display, das jetzt auf einer Höhe der Zeit ist, wo es in einigen Jahren immer noch ist. Und es macht eine Sache wieder ganz klar und deutlich: „Das Display ist das Fenster zum Inhalt„. 

Was auf einem Display erscheint, ist nie neutral. Design ist immer eine Entscheidung.

∼ Dieter Rams

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