Unsere Sicht auf alle Dinge ist einzigartig. Nicht nur, wie wir Dinge sehen, sondern auch wie wir sie betrachten. So können wir sie auf der einen Seite visuell wahrnehmen, aber physisch ganz anders auffassen. Jeder Mensch nimmt seine Umgebung somit komplett unterschiedlich wahr. Das ist ein wesentlicher Faktor, der uns alle voneinander unterscheiden lässt und uns somit zu Individuen macht: Die Sicht auf die Dinge im eigenen Umfeld. Technologien helfen uns hier schon seit Jahrzehnten. Sehhilfen, wie beispielsweise Brillen, sind hierfür das Hilfsmittel schlechthin. Doch was wäre, wenn eine Brille mehr als nur das könnte? Was, wenn Apple an einer Brille arbeitet, die sich am Ende Apple Glass nennt und viel mehr als eine gewöhnliche Brille ist?

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Diese Kolumne ist auch als Podcast verfügbar.

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Wer braucht schon eine Brille?

Wer von euch nutzt eine Brille? Wer von euch braucht sie wirklich und wer nutzt sie vielleicht sogar nur als Accessoire? Ja, eine Brille kann auch schlicht nur ein Zusatz sein, der modisch gut aussehen soll. So kann eine Brille auch nur als reines Accessoire dienen und einen bzw. seinen eigenen Style unterstreichen. Denn nicht nur die Apple Watch ist als Untermalung des Fashion Style anzusehen (⇒LINK).

Wo Brillen auf der einen Seite zur Korrektur der Sehstärke dienen und Menschen es nur so ungehindert durch den Alltag schaffen, sind sie auf der anderen Seite auch eine Betonung der eigenen Persönlichkeit. Nichts wirkt so markant wie eine Brille auf der Nase und lässt ein Gesicht komplett anders wirken. Dieser Aspekt ist ungemein wichtig, denn wer eine Brille wirklich braucht, der möchte auch, dass sie ihm jeden Tag gefällt. So sind Zweitbrillen in diesem Bereich keine Seltenheit. Denn ganz klar: Der Fashion Style zählt einfach tagtäglich.

Eine uralte Erfindung

1267 erschien das Werk “Opus maius” von Roger Bacon, das wesentliche Erkenntnisse zur physikalischen Optik lieferte. Er glaubte, dass Kugelsegmente aus Glas ein Hilfsmittel für Schwachsichtige sein könnten. Man geht also davon aus, dass ein Nasenaufsatz dieser Art bereits im 13. Jahrhundert in Norditalien eingesetzt wurde, möglicherweise in der Toskana. In einem Predigtmanuskript aus dem Jahr 1305 teilte der Dominikaner Giordano da Rivalto mit, dass der in Pisa tätige Dominikaner Alessandro della Spina um 1285 das Schleifen von Brillengläsern beherrscht hätte, aber auch mitgeteilt habe, dass der eigentliche Erfinder der Brille nicht genannt werden wolle. Letztlich ist bis heute nicht geklärt, wer die Brille zwischen 1270 und 1290 genau erfunden hat, da diese detaillierten Aufzeichnungen leider schlicht in der menschlichen Geschichte fehlen.

Um 1300 war die Fertigung von Brillen allerdings eine fast schon gewöhnliche Handwerkskunst. Auch das Gebot, dass nur reines Glas zur Fertigung eingesetzte werden darf/durfte, hatte schon Bestand. Die ersten Brillen, die in Europa vor 1300 aufkamen, hatten noch keinen Bügel und besaßen konvex geschliffene Linsen, die sie wiederum nur für weit- und/oder alterssichtige Menschen am Ende wirklich geeignet machten. Die Brille ist damit eine uralte Erfindung und hat sich bis heute in ihrer reinen Funktion nur unwesentlich verändert.

Hilfe und Schutz

Wo eine Brille auf der einen Seite eine Sehhilfe und damit eine Hilfe im Alltag ist, kann sie auch ein Schutz sein. Sicherheitsbrillen sind für viele von uns daher ebenfalls ein wichtiges Utensil. Auch Sonnenbrillen gelten in diesen Fällen als Schutzbrille, da sie das Auge vor UV-Strahlen schützen, das auf Dauer schädlich sein kann. Im weitesten Sinne nutzen wir diese aber aus Komfortgründen, um grellem Sonnenlicht aus dem Weg zu gehen. Zum anderen ist es aber auch wieder der Fashion Style, der uns zur Sonnenbrille greifen lässt. Was wäre also, wenn eine Brille diese beiden Eigenschaften im technologischen Sinne verknüpfen könnte? Was, wenn eine Brille uns das Sehen auf etlichen neuen Arten unterstützen und uns indirekt auch schützen könnte? Kurz: Was würde eine Brille von Apple anders machen, was eine gewöhnliche Brille auf den Nasenflügeln jetzt schon vollbringt?

Denken in futuristischen Gebieten

Wir kennen die Serien und Filme aus alten Tagen, in denen Hologramme in einem Raum auftauchen und etwas demonstrieren, das zuvor nicht existent war. Vielleicht ist das Monsterbrettspiel aus alten Star Wars Filmen hierfür das beste Beispiel, in dem virtuelle Hologrammfiguren auf einem realen Spielbrett erscheinen und Zug für Zug gegeneinander kämpfen. So verbinden sich reales Umfeld und virtueller Inhalt. Heute können wir diese Dinge schon selbst nutzen und hierfür wäre vielleicht Pokemon Go ein sehr gutes Beispiel. Virtuelle Kreaturen erscheinen auf dem Display des iPhone und bilden sich durch Nutzen der Kamera in das reale Umfeld ab. Was die Kamerasensorik des iPhone somit als Umfeld sieht, erkennt und dem Nutzer auf dem Display abbildet, wird von Software analysiert und mit Hilfe von Berechnungen erweitert.

Uns kommt es also durch die Sicht auf das Display so vor, als würde die Kreatur nun vor uns auf dem Gehweg sitzen. All dies wird Augmented Reality genannt, in der Kurzform schlicht AR. Auf diesem Wege verschmelzen reale und virtuelle Welt zu einer Ansicht. Das reale Umfeld wird in dieser Form immer durch einen virtuellen Inhalt erweitert und nicht ersetzt. Das futuristische Brettspiel aus Science-Fiction-Filmen ist heute also Wirklichkeit geworden und lässt uns heute in ganz neuen Gebieten denken.

Apple und Augmented Reality

Seit vielen Jahren arbeitet Apple im AR-Bereich. Die Maßband-App auf iPhone und iPad mag hier der vielleicht prominenteste Anfangspunkt darstellen. Mit ihr lässt sich die Umgebung scannen. Die Software analysiert das über die Kamerasensorik zu sehende Geschehen und versucht so zwischen unterschiedlichen Oberflächen zu unterscheiden: Böden, Wände und Decken. Dadurch bekommt das Gerät eine dreidimensionale räumliche Wahrnehmung und kann anhand dessen agieren. Es lassen sich so im Geschehen Dinge vermessen und platzieren. Durch die Berechnung von Entfernungen und Größenunterschieden kann die Software dadurch Gegenstände und Bereiche vermessen und platzierte Objekte auch im korrekten Größenverhältnis zum realen Umfeld ablegen. Als Nutzer lässt man somit wieder das reale Umfeld mit virtuellem Inhalt kombinieren. Doch was wäre, wenn wir einfach dieses virtuelle und nicht sichtbare Bild immer vor uns hätten uns nach Belieben nutzen könnten?

Die Idee ist nicht neu, aber …

… nutzen wir doch einfach etwas Altbekanntes. Setzen wir uns doch einfach eine Brille auf. Durch die Sicht der Gläser bekommen wir einen anderen Eindruck, da uns die Dinge korrekt demonstriert werden. Egal, ob kurz- oder weitsichtig, jeder von uns bekommt auf diese Weise ein klares Bild vor Augen. Kontaktlinsen lassen die Brille auf den Nasenflügeln verschwinden und die Eitelkeit erscheinen. Doch bleiben wir einfach mal bei der Brille. Auch, um den persönlichen Geschmack in diesem Gebiet noch etwas vorzuhalten. Wenn eine Brille uns nicht nur permanent das reale Umfeld korrekt anzeigen könnte, sondern auch durch Augmented Reality erweitern könnte, so würden uns im Alltag ganz neue Möglichkeiten gegeben werden – die uns auf der einen Seite helfen, aber auch schützen könnten.

Eitelkeit und Geschmack

Ich persönlich bin Brillenträger. Ich benötige sie allerdings nicht permanent. Zumindest rede ich mir das ganz gerne ein. Als kurzsichtiger Mensch benötige ich meine Brille vor allem, um in der Dunkelheit und bei schlechten Wetterverhältnissen eine sichere Sicht beim Autofahren zu besitzen. Auch greife ich zur Brille, wenn ich auf Dauer längere Zeit am Mac arbeite und irgendwann die Buchstaben auf dem Retina-Bildschirm doch anfangen unscharf zu wirken. Hierfür sind zwei Brillen im Einsatz. Eine liegt immer im Auto und eine immer auf dem Schreibtisch. Beide sind aber komplett unterschiedlich, weil, und das Thema hatten wir schon, Abwechslung ganz nett ist.

So trage ich am Schreibtisch eine modische Brille mit schwarzem Gestell und sportlich geraden Bügeln. Im Auto ist ein randloses Titangestell meiner Wahl. Und damit ich auch komplett alle Etuis auf den Tisch lege: Das gleiche Modell ist auch als reine Sonnenbrille mit Sehstärke im Auto vertreten. Eitelkeit trifft auf Geschmack und diese Kombination somit auf einen Endnutzen. Wo ich nur ab und an eine Brille benötige, benötigen andere sie durchgehend vom Aufstehen bis hin zum Schlafengehen. Sie sind ohne Brille einfach aufgeschmissen.

Schnittmenge zwischen Apple Watch und Apple Glass

Könnte man Menschen ohne Abhängigkeit einer Brille zum Tragen einer solchen bewegen? Natürlich. Klar. Ja. Sofern es einen überzeugenden Grund dafür gibt. Vielleicht ist hier die Apple Watch ein gutes Beispiel, um diese Thematik anzugehen. Wer trug vor der Apple Watch tagtäglich eine Uhr am Handgelenk? Ich nicht. Viele andere auch nicht. Das iPhone zeigte mir auf Wunsch schnell die Uhrzeit an. Und vielen anderen auch. Doch die Apple Watch hat mich vor fünf Jahren wieder zum tagtäglichen Uhrenträger gemacht. Und viel andere auch. Weil sie schlicht nicht nur eine Uhr ist. Sie zeigt nicht nur stupide die Uhrzeit an, sondern ist viel mehr. Dennoch ist die Uhrzeit und der Fashion Style eine Kernfunktion ihres Daseins.

Dieses Bild übertrage ich hiermit schlicht auf eine Brille – auf die Apple Glass. Eine Brille dieser Art kann somit eine Option sein, künftig getragen zu werden und schlicht nicht nur eine Brille bleiben zu müssen. Sie kann dem Träger ein reales und klares Bild vermitteln und zugleich durch das Design sein Verständnis und seinen Geschmack nach außen hin vermitteln. Doch zugleich auch mehr – für den Träger sichtbar, für das äußere Umfeld aber ungesehen.

Was eine Brille dieser Art von Apple alles vollbringen könnte?

Nehmen wir an, wir tragen eine Brille von Apple, welche genau diese Funktionalität besitzt. Wirkt futuristisch, wird aber in einigen Jahren auf der Tagesordnung stehen und schlichter Alltag sein. Daran habe ich keinerlei Zweifel mehr. Diese Brille würde sich vor allem in das Öko-System einbinden und mit iPhone, iPad, Apple Watch und dem Mac zusammenarbeiten. Durch ihre Sicht auf das reale Umfeld wüsste die Apple Glass genau, wo Platz für virtuellen Inhalt, also zusätzliche Informationen, ist. Schauen wir also mit einer Apple Brille auf unser iPhone, so würden wir einmal das Display des iPhone sehen und zugleich virtuell immer noch Platz für mehr darum besitzen.

Eine Benachrichtigung würde in diesem Zusammenhang also nicht auf dem iPhone-Display, sondern virtuell darüber eingehen. Sie würde also nicht das Geschehen auf dem iPhone beeinflussen, sondern von der Brille als nebensächliche Sache eingeblendet werden. Mit dem Finger könnte man diese in der Luft antippen und dann auf dem iPhone agieren. Auch könnten Fenster so über das Multitasking von iPhone und iPad aus dem Bildschirm herausgenommen und neben dem Gerät virtuell abgelegt werden. Auch der Mac wäre für solche Dinge sehr empfänglich. Man pickt sich einfach Inhalt heraus und legt ihn nebem einem Display virtuell ab. So könnte ein Video weiterhin neben dem Gerätedisplay virtuell laufen und der Ton über AirPods in den Ohren laden, während wir gerade die Einkaufsliste auf dem Display tippen.

Videoinhalte sind vielleicht eines der besten Beispiele.

Was, wenn eine Apple Brille als Apple TV fungieren würde? Mit Hilfe solch einer Funktion könnten ungeahnte Dinge vollbracht werden. Es bräuchte keinen TV mehr an der Wand. Man schaut mit der Brille auf die leere Wand und sieht Videos dort als Augmented Reality Inhalt. Nur man selbst und niemand anders. So könnten mehrere Personen am Abend unterschiedliche Inhalte auf der leeren Wand im Wohnzimmer schauen und wenn man den Film im Bett weiterschauen möchte, verlagert man den Inhalt einfach an die Schlafzimmerdecke und schaut dort weiter.

Vor dem Einschlafen und mit dem Abnehmen der Brille beendet man schlicht den Fernsehabend. Niemand muss einen Timer für den Fernseher stellen. Das sind alles Ideen und keine Spinnereien. Aber es sind Dinge, welche uns in ein paar Jahren als ganz normal begegnen und begleiten werden. Wie die Apple Watch, die uns morgens zum Aufwachen unsichtbar antippt und somit weckt – und über Tag unsichtbar ein EKG an unserem Körper ausführt. Und so normal wie das iPhone, das wir uns im Jahr 2000 auch nicht vorstellen konnten und das uns heute so unendlich viele Dinge ermöglicht. Es ist schlicht Alltag und Routine.

Das Zauberwort: Augmented Reality

Das Problem an AR ist, dass es oft noch an der richtigen Idee hapert. Viele von uns können sich dieses Geschehen noch nicht vorstellen. Ich leider schon und ich wünschte, schon jetzt mit der Apple Glass agieren zu können. Wie oft steht ein iPad neben einem und zeigt ein Tutorial oder ein Kochrezept im Detail auf? Dieses Bild könnte auch virtuell vor einem im Raum platziert sein. Wie oft schauen wir im Auto auf das Navigationsgerät? Diese Anzeigen könnten sich immer vor dem Auge abspielen – vergessen wir im Auto verbaute Head-Up-Displays doch einfach direkt wieder.

Für Spiele sehe ich hier einen Durchbruch. Wie wäre es, wenn man mit der Apple Glass durch das Haus läuft, sie sich so einen Umriss einprägt und Monster in der Wohnung versteckt. Welches Horrorvideospiel würde hier nicht zum richtigen Schocker werden, wenn wir virtuell in der eigenen Wohnung erschreckt würden? Wieso sollte uns die Apple Glass nicht auch im sportlichen Sinne anregen? “Dahinten! Noch 500 Meter und du schließt deinen Bewegungsring auf der Apple Watch.

Alles Dinge, welche eine Apple Glass auf der Nase anzeigen, demonstrieren, ermöglichen könnte. Von außen unsichtbar, für den Träger eine Dimensionserweiterung in etlichen Sinnen. Noch ist es futuristisches Denken, bald aber schon realistisches Handeln. Wir sprechen uns hier aber nochmals. Nein! Wir sehen uns hier wieder…

Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.

∼ Albert Einstein – theoretischer Physiker der Wissenschaftsgeschichte ∼

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