Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich tagtäglich mit HomeKit-Thematiken auseinandersetze. Bei mir sind viele bekannte und offizielle Hardware-Klassifizierungen aus der HomeKit-Welt im Einsatz und doch möchte man mehr. Aus diesem Grund haben fleißige Programmierer eine softwareseitige Schnittstelle konzipiert, an der Hardware ohne HomeKit-Kompatibilität angebunden und dann wie gewohnte HomeKit-Hardware genutzt werden kann. Homebridge lautet das Zauberwort und heute möchte ich eine kleine Anleitung dafür teilen.

Homebridge-iOS-Artikelbild-Neu Anleitung: So installierst du HomeBridge für HomeKit auf einem Raspberry Pi

Schritt für Schritt erklärt

Homebridge ist ein Softwaredienst, der auf einem aktiven System laufen muss. In diesem Fall sollte dies einfach ein Raspberry Pi sein, denn dieser braucht wenig Energie und ist leicht einzubinden. Die Homebridge-Schnittstelle muss 24 Stunden am Tag laufen, denn nur so sind auch die später daran angebundenen Geräte auch jederzeit für HomeKit verfügbar und überhaupt logisch einsetzbar. Damit man die Homebridge überhaupt installieren kann, benötigt man zuerst etwas Hardware. Keine großen Ausgaben, aber Ausgaben. Ich empfehle immer die Verwendung des Raspberry Pi 3 und keinen der älteren Versionen – da diese in meinen Augen einfach ansatzweise veraltet wirken.

Außerdem braucht es eine microSD-Speicherkarte, auf der das Betriebssystem für den Raspberry Pi und die Softwareschnittstelle Homebridge laufen. In meinen Augen sollte die microSD-Speicherkarte mindestens 16GB aufweisen. Meine Praxis hat nämlich gezeigt, dass eine 8GB-Speicherkarte doch schnell überlaufen kann und in der Praxis dann ungewollte Komplikationen entstehen. Diese Fehler verhindert man also von Beginn an mit einer größeren Speicherkarte. Ebenfalls braucht man ein LAN-Kabel, um den Einplatinencomputer an seinem Router anschließen zu können. Und außerdem benötigt der kleine Computer auch Strom. Hierfür nutzt man entweder ein separates Netzteil, eine micro-USB-Kabel und ein klassisches USB-Netzteil oder kann auch den USB-Port am Router zur Stromversorgung nutzen. Ich empfehle da immer ein Gesamtpaket zu kaufen, um dann sorglos mit dem Projekt beginnen zu können.

Wenn alle Hardware parat ist, dann kann es auch direkt losgehen. Den Raspberry Pi packt man aus, baut ihn auf Wunsch in ein Gehäuse ein und schließt ihn dann per LAN-Kabel am Router an. Wichtig ist, dass er jetzt noch nicht mit dem Strom verbunden wird, denn dies kommt er später. Zur Installation des Betriebssystems und der Homebridge-Schnittstelle braucht es noch einen Mac oder PC, denn dieser muss die microSD-Speicherkarte mit einem Image befüllen. Das Image ladet ihr euch hier als ZIP-Datei herunter (⇒LINK).

Vorbereitung des Systems

Nach dem Download formatiert ihr die microSD-Karte in das Format “Fat”. Unter macOS nennt es sich”MS-DOS (FAT)” und unter Windows schlicht “FAT” oder “FAT32”. Die Benennung der Speicherkarte sollte beim Formatieren “Pi” lauten. Danach entpackt ihr das heruntergeladene ZIP-Archiv und kopiert einfach alle in dem entstandenen Ordner entpackten Dateien auf die SD-Speicherkarte. Wichtig ist, dass ihr nicht den entpackten Ordner, sondern wirklich nur alle Dateien darin auf die SD-Karte kopiert.

Ist dies geschehen, werft ihr die Speicherkarte aus und zieht sie aus dem Kartenschacht. Damit ist die SD-Karte mit einem selbstinstallierenden Image bestückt und es kann weitergehen. Nun brauchen wir eine iOS-App, die zur Einrichtung des Betriebssystems und der Homebridge-Schnittstelle dient. Später werden alle Homebridgearbeiten über diese App vollzogen und ihr müsst euch mit einer Kommandozeile unter SSH herumschlagen. Die App ist universal und läuft daher auf iPhone und iPad – ich würde euch die Einrichtung aber per iPhone empfehlen, da ihr dieses Gerät auch künftig sicher schneller griffbereit habt.

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Um die App kümmern wir uns gleich. Erst einmal steckt ihr die microSD-Karte in den Pi und verbindet ihn nun mit dem Strom. Ab diesem Punkt bootet der Pi und installiert von der Speicherkarte einmal sein Betriebssystem und die dazugehörigen Komponenten, um später die Homebridge-Schnittstelle ausführen zu können. Dieser Vorgang dauert ca. 20 Minuten und ihr könnt an den LED’s am Einplatinencomputer erkennen, dass ordentlich gearbeitet wird. Wenn die Zeit abgelaufen ist öffnet ihr die heruntergeladene App. Wählt nun den Punkt, dass euer Pi bereit, das Betriebssystem installiert und der Pi auch eingeschaltet ist und bestätigt dies über “Fortfahren”.

Installation und Einrichtung

Nun sucht die App euren Pi im Netzwerk heraus. Wenn er gefunden wurde, tippt ihr ihn in der Liste der Geräte an. Sollte er nicht gefunden werden, dann sucht euch die IP-Adresse des Raspberry Pi über euren Router heraus und tragt diese manuelle ein. Prinzipiell sollte der Pi aber gefunden werden. Im nächsten Schritt müsst ihr ein Passwort vergeben und bitte merkt euch dieses für spätere Zwecke. Solltet ihr doch mal per SSH auf das Gerät zugreifen wollen, braucht ihr nämlich Benutzernamen und Passwort. Da der Pi per LAN am Router angebunden ist, ignoriert ihr die Einbindung in euere WLAN-Netzwerk bitte. LAN ist die beste und zuverlässigste Verbindung, wenn es um diese Sache geht. Im Anschluss wird das System neugestartet.

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Ab diesem Punkt ist euer System bereit und die Homebridge erfolgreich installiert. Nun können per Softwareschnittstelle Geräte angebunden werden, die normalerweise keine HomeKit-Kompatibilität aufweisen. Hierzu werden Plugins installiert und diese später in der Konfiguration editiert bzw. die nötigen Zusatzinformation für das Plugin eingetragen. Die Homebridge funktioniert als eine Bridge für sich, die in die Home-App eingebunden wird. In der Homebridge-App könnt ihr im Statusmenü den nötigen HomeKit-Code dafür einsehen. Diesen benutzt ihr für das manuelle Hinzufügen der Bridge in der Home-App.

Die Homebridge in HomeKit einbinden

Die Warnung, dass das Gerät nicht offiziell zertifiziert wurde könnt ihr dabei ignorieren. Sollten künftig in der Homebridge-App neue Geräte angebunden und der Raspberry Pi danach neugestartet werden, aktualisiert sich die Konfiguration und in eurer Home-App erscheinen die angebundenen Geräte als ganz normales HomeKit-Zubehör. In der Home-App könnt ihr diese dann wie gewohnt Räumen zuordnen, Namen vergeben, in Szenen/Automation einsetzen und natürlich auch manuell steuern.

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Mehr Hilfe über Plugins und deren Installation findet ihr in der App im Reiter “Hilfe”. Mit dieser einfachen Vorgehensweise habt ihr einfach, kostengünstig und schnell die Homebridge zum Laufen gebracht und könnt fortan enorm viel Hardware in eurem Zuhause per Software in HomeKit einbinden.

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