Ich bin im Jahre 1987 geboren worden. Heute sind wir im Jahr 2026. Wenn ich zurückblicke, was ich als Millennial in der Technikwelt miterlebt habe, dann sind da Sprünge dabei, über die andere nur schmunzeln können. Vielleicht also interessant, einmal zu überfliegen, was Millennials in der Technikwelt bisher miterlebt haben, was für Gen Z und Gen Alpha kaum vorstellbar ist.

Ich fühle mich mittlerweile ja ein wenig diskriminiert!
Wieso? Wenn ich mich an einem unbekannten Ort im Internet anmelde und dort mein Geburtsjahr angeben muss, dann muss ich mittlerweile ganz schön lange scrollen, wischen und schubsen, bis ich bei 1987 angekommen bin. Also bitte. Aber Spaß beiseite. Seit dem Jahr 1987 sind technisch so viele Veränderungen passiert, wie in sonst keiner Zeit. Jeder, der auch in dieser Zeitspanne aufgewachsen ist, wird sich an gewisse Punkte erinnern, in denen es einen technischen Wandel in seinem Leben gab. Mal hat man sich freiwillig für diesen Weg entschieden und manchmal wurde man einfach mitgenommen. Fakt ist, dass wir Millennials technische Veränderungen erlebt haben, die uns heute manchmal gar nicht so bewusst sind und die uns von einem Kind zu einem Erwachsenen haben werden lassen – da diese Veränderungen in unserer Entwicklung mit stattfanden.
Ich bin Jahrgang 1987.
Das bedeutet, dass ich eine Kindheit ohne Internet erlebt habe und heute in einer Welt lebe, in der das Internet einfach immer da ist. Dazwischen liegen keine hundert Jahre, sondern nicht einmal vier Jahrzehnte. Blicke ich zurück, wird mir erst bewusst, wie viele Geräte, Medien und Gewohnheiten ich in dieser Zeit habe kommen und gehen sehen. Genau darüber möchte ich heute mit euch sprechen. Ein wenig Nostalgie, ein wenig Staunen und am Ende vielleicht die Erkenntnis, dass wir einen ziemlich einmaligen Wandel miterlebt haben.
Der GameBoy war mein Einstieg in die Technik. Ein grauer Kasten aus Kunststoff, einen Bildschirm ohne Beleuchtung und ein Sound, den ich bis heute im Ohr habe. Batterien rein, Modul rein und die Welt um mich herum war egal. Gespeichert wurde damals nichts in einer Cloud, sondern höchstens im Modul selbst. Filme liefen in meiner Kindheit übrigens auf VHS. Eine Kassette, die man nach dem Schauen zurückspulen musste und deren Bild mit jedem Abspielen ein Stück schlechter wurde. Das war vollkommen normal. Wir kannten es nicht anders und haben auch nichts vermisst. Heute klingt das nach Steinzeit. Damals war es einfach Alltag.
In der Realschule hatte ich EDV.
Ein Schulfach, in dem wir den Umgang mit dem Rechner lernten. Aufgewachsen bin ich dabei mit Windows XP. Die grüne Wiese mit dem blauen Himmel als Hintergrundbild habe ich wohl für immer im Kopf. Das Internet kam damals über einen grauen Kasten unter dem Schreibtisch und wir waren nur minutenweise online. Sprich: einwählen, Dinge erledigen und schnell wieder raus. Alles andere wäre teuer geworden. Und an den Lautsprechern des Rechners hörte man übrigens schon vorher, dass gleich eine SMS auf dem Handy ankommt. Dieses Knattern, kurz bevor das Handy überhaupt einen Ton von sich gab. Verrückt, wenn man heute darüber nachdenkt.
Zuerst waren da Walkman und Discman und mit ihnen Kopfhörer, die grundsätzlich ein Kabel hatten. Ein Kabel, das sich in der Jackentasche wie von selbst verknotete. Mein Einstieg in die digitale Musik war dann der iPod mit iTunes. Der iPod wurde noch mit dem Kabel an den Rechner gehängt und via iTunes befüllt. Synchronisieren nannte sich das und es fühlte sich nach Zukunft an. Ich habe Titel gesammelt, sortiert und Wiedergabelisten gepflegt. Eine eigene Mediathek eben. Musik war für mich nie nur nebenbei, sondern immer ein Stück Sammelleidenschaft. Tausende Titel in der Hosentasche – dieser Satz klang damals nach einer anderen Welt.
Nokia blieb ich lange treu …
… denn mein erstes Handy war ein Nokia und danach kamen weitere Modelle dieser Marke. Die Geräte waren gewissermaßen unkaputtbar und der Akku hielt gefühlt eine Woche. Erst das iPhone 3G hat mich umgestimmt. Seitdem steige ich jedes Jahr auf ein neues iPhone um. Jedes Jahr. Man kann das belächeln und manche tun das auch. Für mich ist das iPhone aber das zentrale Werkzeug im Alltag geworden und die jährliche Neugier gehört einfach dazu. Zwischen dem Nokia mit Tasten und dem iPhone von heute liegt technisch eine halbe Ewigkeit. Zeitlich sind es nicht einmal zwanzig Jahre. Auch das muss man sich einmal bewusst machen.
In meiner Jugend löste die DVD die VHS-Kassette ab. Kein Zurückspulen mehr, dafür ein Menü, Kapitel und ein Bild ohne Rauschen. Gerade auf der Playstation, dem GameCube von Nintendo und später der Wii drehte sich plötzlich alles um runde Scheiben. Spiele, Filme – alles kam auf einem silbernen Datenträger daher. Die Hüllen standen im Regal und eine Sammlung war etwas, das man in der Hand halten und herzeigen konnte. Mit 21 Jahren kam dann die Blu-Ray und mit ihr Fernseher, die zunächst nur HD-ready waren. 720p war damals eine geile Sache. Heute lächelt man über diese Auflösung. Damals stand man staunend vor diesem scharfen Bild.
- SUPER DÜNN. SUPER LEICHT. SUPER STARK. − Das dünnste iPhone aller Zeiten mit der Power eines Pro Chips. Mit 5,6 mm ist das neue iPhone Air so unfassbar dünn und leicht, dass es kaum zu fassen ist.
- ROBUSTER ALS JEDES iPHONE ZUVOR − Ultraleichter Rahmen aus Titan. Der Ceramic Shield schützt die Rückseite des iPhone Air, für 4x höheren Bruchschutz. Und der neue Ceramic Shield 2 auf der Vorderseite hat eine 3x bessere Kratzfestigkeit.
- ZWEI FORTSCHRITTLICHE KAMERAS IN EINER − 48 MP Fusion Kamera-System mit 2x Zoom in optischer Qualität. Mach einfach perfekte Aufnahmen – direkt von dort, wo du stehst. 18MP CENTER STAGE FRONTKAMERA − Flexible Bildausschnitte. Smarte Gruppenselfies, Videos mit doppelter Aufnahme von Front- und Rückkamera und mehr.
- A19 PRO CHIP. EXTREM SCHNELL. EXTREM EFFIZIENT. − Der A19 Pro ist der effizienteste iPhone Chip, den es je gab. Er liefert Pro Performance und das in einem bahnbrechenden dünnen und leichten Design.
- BATTERIE FÜR DEN GANZEN TAG − Batterielaufzeit für den ganzen Tag mit bis zu 27 Stunden Videowiedergabe.
Das iPad ab 2010 …
… war für mich eine geniale Sache. Einfach ein großes iPhone. Genau dafür wurde es damals belächelt und genau das war am Ende seine Stärke. Inhalte auf einem großen Bildschirm genießen und erarbeiten, ohne dafür einen Rechner hochfahren zu müssen. Damals hieß es, niemand benötige ein solches Gerät. Heute liegt in vielen Haushalten mindestens eines davon herum. Bis heute gehört ein iPad fest zu meinem Alltag und manche Aufgaben finden bei mir nur noch dort statt.
In den Zeiten von Walkman, Discman und iPod gab es ausschließlich kabelgebundene Kopfhörer. Anders ging es schlicht nicht. Dann kamen die AirPods und machten kabellos zum neuen Standard. Dazu ein kleines Case, das die Kopfhörer gleichzeitig lädt – eine simple und doch geniale Lösung. Heute stecke ich mir die AirPods in die Ohren und denke über ein Kabel überhaupt nicht mehr nach. Solche Dinge fallen einem erst auf, wenn man bewusst zurückblickt. Ein Alltagsgegenstand verschwindet und niemand vermisst ihn.
Heute sind wir immer online.
Und zwar rund um die Uhr. Das Internet ist keine Einwahl mehr, sondern einfach da. Musik, Filme und Serien sind jederzeit erreichbar. Der Gang in eine Videothek ist Geschichte. Für die Jüngeren unter euch: Das war ein Laden, in dem man sich Filme auf Kassette oder DVD ausleihen konnte und den gewünschten Titel am Wochenende oft nicht bekam, weil er bereits verliehen war. Heute tippe ich auf ein Cover und der Film startet in Sekunden. Keine Öffnungszeiten, keine Rückgabe und keine Mahngebühren. Was früher ein kleines Ereignis war, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Und genau diese Selbstverständlichkeit ist der eigentliche Wandel.
Was ich euch damit sagen möchte, …
… ist eigentlich ganz einfach: Meine Generation hat den wohl größten Medienwandel der Geschichte live miterlebt. Vom Zurückspulen einer Kassette bis zum Streamen aus der Hosentasche. Vom minutenweisen Einwählen bis zum Dauer-online-Sein. Ich finde, das darf man ruhig einmal würdigen, statt es als selbstverständlich hinzunehmen. Gleichzeitig darf man sich fragen, wie unsere heutige Technik wohl in dreißig Jahren auf uns wirken wird. Vermutlich genauso charmant veraltet wie ein grauer Kasten unter dem Schreibtisch.
Heutige Generationen haben all dies, was wir stetig in einem Wandel miterlebt haben. Kleine und große Dinge. Das iPhone mit App ist heute eine Selbstverständlichkeit, die Gen Z und Gen Alpha einfach nutzen. Wahrscheinlich ist es nun aber diese Generation, die mit Künstlicher Intelligenz aufwächst und ebenfalls einen großen Wandel bemerkt. Wir Millenials machen mit KI nur schon wieder den nächsten großen Wandel mit und bemerken, wie KI bekannte Technik wieder ablöst. Verrückt, dass die Welt immer ein Wandel ist und bleibt. Aber Millennials haben in kurzer Zeit die größten und die kleinsten Sprünge miterlebt.
Bis heute habe ich diesen einen MP3-Player von Philips im Kopf, der 128 MB als Speicher besaß und der sich direkt über USB-A aufladen ließ. Da müsste ich so 14 Jahre alt gewesen sein, als ich den genutzt habe Das war damals wie Raketenwissenschaft.
Welches Gerät euch bis heute nicht aus dem Kopf geht.
Ich glaube nicht, dass irgendeine Marktforschung uns hätte sagen können, dass der Sony Walkman ein Erfolg werden würde.
∼ Akio Morita – Sony-Mitgründer und Mann hinter dem Walkman ∼

