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Der Nachfolger der ursprünglichen Nintendo Switch war jahrelang ein Gerücht und ein Thema. Auch ich gab mich diesem Thema als altes Nintendokind hin. Vieles war im Hinblick richtig. Manches davon auch falsch. Nun ist die Nintendo Switch 2 schon seit etwas mehr als drei Monaten im Einsatz und ich möchte ein paar Eindrücke mit ihr teilen, die direkt aus meiner Praxis stammen.

Top-und-Flop-Drei-Monate-mit-der-Nintendo-Switch-2-scaled Top und Flop: Drei Monate mit der Nintendo Switch 2

Diese Kolumne lese ich dir auch persönlich und werbefrei in einer Podcastepisode vor.

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Die Hardware …

… fühlt sich endlich erwachsen an. Nimmt man ein älteres Modell in die Hand, fühlt sich dieses wie ein Spielzeug an. Das ist es in gewisser Weise auch, aber in diesem Zusammenhang eher negativ. Die Nintendo Switch 2 fühlt sich sehr wertig an. Der Kunststoff und die Verarbeitung sind eine ganz andere Welt. Das bemerkt man beim ersten Mal, wenn man die Hybrid-Konsole in die Hand nimmt. Der Kunststoff fühlt sich etwas rauer und kräftiger an. Das kommt vor allem den neuen Joy-Cons zugute, die bombenfest und magnetisch im Gehäuse hängen. Hier wackelt nichts und nichts hat wirklich Spiel. Die ältere Switch konnte gefühlt kaum in den Händen gehalten werden, ohne dass man das Display zwischen den Joy-Cons nach vorn oder hinten drücken konnte. Das ist bei der Nintendo Switch 2 alles Schnee von gestern.

Grundlegend nehme ich diese Konsole lieber in die Hand als vorher. Das größere Display ist hier der Hauptgrund. Mit seinen 1080p ist es in seiner Größe vollkommen ausreichend. Gerne stelle ich die Konsole nur mit dem rückseitigen Ständer auf den Tisch und zocke dann mit dem Pro-Controller davor. Das geht sehr ortsungebunden. Die Konsole ersetzt in diesem Zusammenspiel mein TV-Gerät und ist es einfach selbst. Halt nur viel kleiner. Macht Spaß, wenn man es in diesem Set-up gelegentlich einsetzt. Dennoch zocke ich meist direkt am TV-Gerät, wodurch die Konsole in ihrem Dock steht. Das Dock ist nicht komplett neu erfunden, wirkt für mich formtechnisch mittlerweile aber schöner, weil es mit den abgerundeten Kanten leichter wirkt.

Die Akkulaufzeit …

… ist für mich kein wichtiges Thema, da ich den Akku wenig beanspruche. Es ist aber nun möglich einzustellen, dass der Akku nur bis 90 % geladen wird, um ihn auf Dauer länger nutzen zu können. Man schont ihn also ein wenig, indem man wie beim iPhone und E-Auto nicht den Akku bis auf 100 % vollknallt. Mir ist das hier tatsächlich sehr egal. Ich lade den Akku immer zu 100 % auf. Selbst meine Nintendo Switch der ersten Generation hatte nach 8 Jahren noch einen Top-Akku, der diese Funktion auch nie besaß. Ich mache mir bei der Nintendo Switch 2 hier ebenso wenig Gedanken. Aber hey, das entscheidet jeder alleine. Leert man den Akku, benötigt die Konsole ca. drei Stunden, bis sie ganz voll ist. Das ist lange, denn es wird kein Fast-Charging unterstützt. Das merkt man vor allem dann, wenn man den Akku mal so weit leert. Geladen wird mit maximalen 19 Watt. Selbst im Dock aufgestellt wird nur so langsam geladen. Zockt man dann dabei noch, ist der Ladevorgang noch langsamer, da die Konsole so viel Strom verbraucht, dass das Dock nur mit der restlichen Leistung noch den Akku nachladen kann. Eine leere Nintendo Switch 2 in ein Dock stellen, laden, zocken und nach einer Stunde voll mitnehmen wollen, geht also nie. Hier sollte man fast vier Stunden einplanen, wenn man während des Ladevorgangs zockt. Ist der Akku aber voll, hält er bei mir schon 2–3 Stunden durch. Zumindest bei TOTK in voller Auflösung.

Die Mausfunktion …

… habe ich bisher nur einmal mit Mario Paint getestet. Es ist nett zu wissen, dass man auch mit den Joy-Cons als Maus agieren kann. Für manche Spiele vielleicht sogar ein Muss. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass man auch eine kabelgebundene PC-Maus an der Switch anschließen kann. Auch drahtlose Mäuse funktionieren. Ich habe es mit einer Logitechmaus getestet. Nett, aber eben kein Muss. Das System hat in 2025 einfach noch eine Eingabequelle mehr verstanden. Das betrifft auch eine externe Kamera. Hier muss es keine von Nintendo sein, sondern es darf jede alte Webcam sein. Nett finde ich da schon eher, dass man die Switch über den zweiten USB-C-Port von oben laden kann. So hat man das Stromkabel nicht zwischen sich, wenn man im Handheldmodus spielt.

Die Spiele …

… lassen auch bei dieser neuen Konsole etwas auf sich warten. Mario Kart World ist nett, aber nach 40 Stunden auch durch. Auch inhaltlich ist hier etwas wenig geboten. Es wird schnell öde. Auch der Onlinemodus wirkt auf Dauer nicht besonders. Vielleicht hat einen Mario Kart 8 Deluxe die letzten gefühlten 20 Jahre seit der Wii U verwöhnt. Zumindest was die Streckenauswahl angeht. Auch Donkey Kong Bananza holt mich nicht ab. Wirkt frisch, aber nicht revolutionär. Genialer wirken die Updates für BOTW und TOTK. Durch diese Upgrades fühlen sich beide Spiele einfach neu an. Das ist nicht zu beschreiben, ohne dass man den Vergleich einmal länger spielt. Daher bin ich seit der Nintendo Switch 2 wieder sehr viel in TOTK unterwegs und löse alle Nebenaufgaben. Hier wird das neue Hyrule Warriors im Winter 2025 interessant werden, wenn die Konsole richtig zeigen muss, was sie leistet. Der Vorgänger kam bei dieser Art Spiel absolut an sein Limit und zeigte gerne Ruckler an, wenn es richtig im Spiel abging. Grundlegend bekamen etliche Spiele Grafikupdates. Manche kostenfrei, manche für zusätzliches Geld. Besitzt man eine Online-Mitgliedschaft, erhält man auch diese kostenfrei. Grundlegend rentiert sich dieses jährliche Abo, das ich mittlerweile mit der Familie als Familien-Abo teile und dadurch auch meiner Nichte Spiele ausleihen kann – die meine Nintendo Switch OLED geerbt hat.

Die Nintendo Switch 2 …

… hat für mich alles erfüllt, was ich von einem Nachfolger erwartet habe. Die Grafikleistung ist endlich auf einem Punkt, auf den künftige Spiele aufbauen können. Technisch würde ich mir wünschen, dass Nintendo noch mehr Spiele aufpoliert, damit sie in 4K und HDR erstrahlen. Da ginge noch mehr, als jetzt schon getan wurde.

Top ist daher auf jeden Fall, dass die Hardware grundlegend besser ist, technisch und haptisch. Man hat hier einfach nach vielen Jahren gelernt und nachgebessert. Die Software ist ebenfalls verbessert, aber hier fehlen vielen Nutzer:innen noch Anpassungsmöglichkeiten, wie sie es vom 3DS kannten. Ich gehöre da nicht dazu und finde das Menü sehr clean. Auch vermisse ich keine Ordner. Die Sortierung nach Name ist schon perfekt gelöst und man geht bei Spielen ohnehin immer nach dem Cover, oder?

Flop sind die fehlenden Inhalte. Man merkt: Trotz der Tatsache, dass die Konsole so viel Zeit hatte, einfach keine Zeit für neue Spiele vorhanden war. Daher auch nur Anpassungen. Mario Kart World wirkt auch nur als Verkaufsargument, aber fühlt sich ein Jahr zu früh veröffentlicht an. Dieses Thema ist aber gefühlt bei jeder neuen Konsole ein Thema.

Nach drei Monaten …

… nutze ich meine Switch tatsächlich mehr als vorher. Vor allem im Handheldmodus. Kennt man die alte Konsole zuvor nicht, fühlt sich dieses Erlebnis anders an, als wenn man den Vorgänger der Switch 2 viele Jahre besaß. Die Nintendo Switch ist grundlegend einfach gereift, erwachsen geworden und spielt nun in einer höheren Liga mit. Auch preislich.

Videospielkonsolen sollten in erster Linie Spaß machen. Wenn sie keinen Spaß machen, dann haben wir unser Ziel verfehlt.

∼ Satoru Iwata – ehemaliger Präsident von Nintendo ∼

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