Ich möchte das Kolumnenformat dafür nutzen, um etwas mehr über einen sehr speziellen Ausflug zu reden. Künstliche Intelligenz ist mittlerweile allgegenwärtig. Man kann sich dagegen wehren oder man beschäftigt sich gezielt mit diesem Thema. Ich habe mich vor ca. einem Jahr entschlossen, mich mehr damit zu beschäftigen, und nutze seitdem auch für viele Aufgaben KI-Modelle. Nachdem ich mir im Umgang mit KI grundsätzlich sicher war und auch die Fallgruben kannte, habe ich mich dazu entschlossen, mit KI auch Apps zu programmieren, und bin dabei in ein Loch gefallen. Meine Reise in die KI-Programmierung hatte begonnen.
KI-erweitertes Bild (Hand mit iPhone eingefügt)
Code lesen …
… kann ich nur bis zu einem gewissen Punkt. Bei HTML und speziell HTML 5 blicke ich da noch durch. Bei Programmcode kann ich einiges lesen, verliere aber schnell den Zusammenhang, was genau von abhängig ist. Code schreiben kann ich gar nicht. Außer ein paar Dingen in HTML. Aber damit komme ich nicht weit. Wenn CSS ins Spiel kommt, bin ich dann ganz raus. Ich kann offen sagen, ich kann keinen Code lesen und schreiben. Andere können das. Sich Dinge einzugestehen, ist wichtig. Und man muss auch nicht alles können. Auch das ist wichtig zu verstehen. Aber man kann sich selbst schulen. Oder man holt sich Hilfe hinzu. Ich habe in den vergangenen 14 Tagen beides zeitgleich gemacht. Ich bin schlauer als vorher, da ich weiß, wie ich ein Werkzeug bedienen kann, um an ein Ziel zu kommen.
Seit 14 Tagen …
… sitze ich jetzt in einem Loch, in dem ich Code mithilfe von KI programmieren lasse. Dadurch habe ich gelernt, wie ich Apps für iOS und iPadOS programmieren kann. Außerdem habe ich so gelernt, wie ich mit WordPress-Plug-ins selbst programmieren kann. Das war eine steile Lernkurve, in der ich oft die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, laut geflucht und mehrmals dabei war, alles wieder zu lassen. Einfach wegrennen und es dann doch andere für mich machen lassen. Das funktioniert bei mir dann genau einen Tag, und dann sitze ich wieder daran und versuche es weiter. Ja, manchmal hilft eine Nacht Schlafen einfach. Und so kam ich dann doch jeden Tag ein Stückchen näher an die Erkenntnis, dass KI mir Arbeit abnimmt, aber auch nur dann, wenn ich weiß, wie ich KI als Werkzeug zu bedienen weiß. Die KI ersetzt mich nicht. Nur weil ich mir vielleicht Werkzeug für die Werkstatt kaufen kann, kann ich noch lange keine Möbel damit bauen und muss in kein Möbelhaus mehr. Das war ein Vergleich, den ich mir nach 14 Tagen zurechtgelegt habe. Nur, weil ich also eine KI als Werkzeug besitze, kann ich lange nichts damit vernünftig anstellen. Allerdings habe ich genau diese Lernkurve absolviert, um dieses Werkzeug jetzt bedienen zu können. Bisher nicht perfekt, aber das grobe Handwerk beherrsche ich nun.
Das Ergbenis?
Ich habe eine native App für iOS und iPadOS gebaut! Meine erste App! Wow! Oder? Ich hatte ein Ziel. Ich wollte eine App haben, die mir von Zwischensteckern die Daten abruft, die Erzeugung von Strom aufzeigt und mir berechnet, wie viel Strom am Tag erzeugt wurde und wie viel € das genau sind. Das eskalierte in einer App für meine Balkonkraftwerke, die an Zwischensteckern von Meross hängen. In der App von Meross kann man diese Daten einsehen, aber es gibt keine sinnvolle Ansicht und auch kein Widget. Also war es mein Ziel, eine App zu bauen, die mir mehrere Wünsche erfüllt. Ich schaue jetzt in eine App, die mir pro Zwischenstecker genau sagt, wie viel Watt gerade von der Sonne kommen, und summiert mir dies als Gesamtwert.
Die App rechnet aus, wie viel kWh und € bisher, im Monat. Im Jahr und überhaupt angefallen sind – einzeln und in Summe. Sie zeigt mir auch an, wann das erste Mal Sonnenstrom am Morgen kam, wann zuletzt und wie hoch der Peak am Tag war. Auch errechnet sie anhand aller Werte, wie viel CO₂ dieser erzeugte Strom in Bezug auf durch fossile Energien erzeugten Strom, eingespart wurde. Und damit ich nicht in die App selbst schauen muss, zeigt mir ein Widget den Ertrag des Tages in kWh und € an. Dieses Widget aktualisiert sich alle 15 Minuten. Das ist eine Einschränkung von Apple – auch das habe ich dadurch alles erst gelernt. Auch, dass ich dieses Widget mit der KI in SwiftUI programmieren musste und vorherige Versuche scheiterten. Ich habe mich zwei Stunden mit der KI „gestritten“, was die Berechnungen von Summen angeht, und Formeln mit ihr entwickelt.

Dann bin ich komplett exkaliert.
Erzeugung ist natürlich toll. Aber was ist mit Verbrauch? Also habe ich mir Gedanken gemacht, was mich interessiert, und dann meine Wallbox von easee via API in die App geklebt. Ich kann damit sehen, wann die Wallbox mein Auto lädt und wie viel kWh und € dafür anfallen – pro Tag, pro Monat und pro Jahr. Somit weiß ich, wie hoch meine „Spritkosten“ in einem Monat waren. Auch meinen Schreibtisch habe ich in den Verbrauch geklebt und sehe genau, wie viel Strom alles verbraucht. Das ist nett zu wissen. An einem Tag können das 1,5 kWh sein. Wusste ich vorher nicht. Auch nicht, dass mein Saugroboter 190 Watt zieht, wenn er die Wischpads trocknet und mit UV-Licht sterilisiert. Alles nette Daten, die ich visuell sehe, da ich sie aufbereiten lasse, da ich mit KI Code schreiben kann.
Die App …
… nutze ich nur intern. Sie ist hardcodiert und hat Daten in sich, die nur für mich wichtig sind. Allerdings habe ich sie umgebaut. Eigentlich habe ich sie komplett neu gebaut. Ich habe somit ein zu 90 % fertiges App-Konstrukt, mit dem auch ihr euer Balkonkraftwerk tracken könnt. Ich bin hier aber noch an den Feinheiten dran. Es könnte also sein, dass ich diese App bald in den App-Store werfe und ihr sie euch kaufen und laden könnt. Vielleicht. Denn erst einmal teste ich das Ding noch ein wenig durch. Ihr bekommt es mit, wenn es so weit ist. In meiner Story auf Instagram zeige ich euch seit Tagen schon Eindrücke von meiner KI-Reise.
Mehr! Ich wollte mehr!
Neben Apps wollte ich vorwiegend in WordPress mehr. Also habe ich mithilfe von KI gezielt Plug-ins gebaut, die mir meine Arbeit erleichtern. Dinge, die ich vorher manuell gemacht habe. Zum Beispiel habe ich mir ein Plug-in gebaut, das direkt an Google Analytics andockt. Ich kann im Dashboard nun eine ganz eigene Ansicht von Seitenaufrufen sehen. Ich ziehe mir also Daten aus Google Analytics, lasse sie aufbereiten und so anzeigen, wie ich sie für sinnvoll erachte. Im Dashboard und auch in der Beitragsspalte. Ich sehe auf einen Blick, was so läuft und was nicht. Dafür musste ich zuvor in Google Analytics einen Bericht erstellen. Einen solchen Bericht habe ich als Plug-in direkt in WordPress geklebt. Ein Klick und ich bin immer am Ziel. Ich bin da noch an zwei anderen Plug-ins dran, über die ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt mal mehr erzähle. „Im Dashboard begrüßt mich jetzt auf jeden Fall ein: „Hi Matthias! Hier sind die Seitenaufrufe:“
Wieso das Ganze?
Ihr kennt meine App und ihr nutzt sie mittlerweile tausendfach. Aber diese App muss ein paar Sprünge machen. Und diese möchte ich mitmachen. Daher sind alle bisherigen Dinge Trockenübungen, um meine App für den Blog neu zu programmieren. Und um ehrlich zu sein, habe ich schon ein fertiges Grundgerüst in Liquid Glas, mit haptischem Feedback und allerhand neuer Technik, gebaut. Das Grundgerüst läuft bisher fehlerfrei, aber es fehlen noch Features. Ich bin hier eine solche One-Man-Show. Im Blog und im Shop. Ich hatte und habe hier aber ein wenig Hilfe gehabt. Bei Dingen, die ich selbst nicht kann oder konnte. Erst einmal sind der Blog und die App dran. Vielleicht kommt dann der Shop dran. Schauen wir mal. Aber ich bin auf dem Weg, dass ich Code mit KI-Werkzeug selbst zurechtbiege, wenn auch nicht immer direkt perfekt. Aber welcher Programmierer kann das schon?
Was ich gelernt habe:
Eine KI ersetzt mich und auch die Arbeit selbst nicht. Eventuell ersetzt sie die Arbeit eines anderen Menschen – allerdings auch nicht konkret. Sie löst nämlich die Arbeit selbst nicht ab, sondern lässt sie als ein Werkzeug erledigen. Also beschäftigt man sich als Mensch mit dem Werkzeug, um die Arbeit zu erledigen. Man kann Arbeit also neu erledigen. Vielleicht auch schneller. Vielleicht auch besser. Und in meinem Fall halt überhaupt erst. Man kann sich gegen Dinge wehren, und das habe ich in Bezug auf Programmierung lange gemacht. Das ist vorbei.
Also ist KI ein neues Werkzeug für mich, das mich neue und andere Arbeit erledigen lässt. Ich spiele sehr viel herum. Wirklich sehr viel. Das alles mache ich mit der KI von Replit. Die zahle ich auch. Der Ausflug und das Lernen in dieser KI-Welt haben mich 300 € gekostet. Testen, scheitern und testen und gewinnen. Es ist ein großer Lernprozess. Das Geld war daher wie eine Schulung, aber mit eigenen Aufgaben, eigenem Tempo und eigenem Anspruch. Von diesem Ausflug bin ich nun zurück, aber die große Reise hat damit erst begonnen.
Computer sind wertlos. Sie geben nur Antworten.
∼ Pablo Picasso – Künstler und kreativer Revolutionär ∼
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