Da freut man sich auf die IFA und dann ist sie auch schon wieder vorbei. September ist so mein Monat – IFA, Geburtstag, neue iPhone-Hardware und der Herbst beginnt. Nun sind wir am Anfang des Septembers und am Ende der IFA, die ich in diesem Jahr zum 16. Mal besucht habe. Verrückt.

Die IFA in Berlin …
… fand in diesem Jahr vom 4. bis einschließlich 8. September statt. Wenn ihr das hier lest, wird sie also schon vorbei sein. Wie jedes Jahr, war ich auch in diesem Jahr zu den ShowStopper-Events eingeladen. Die ich aber auch in diesem Jahr nicht besucht habe. Der Grund ist, dass mir da alles zu unfertig ist. Es rennen nur YouTuber herum, die Videos machen wollen/müssen, und man steht immer im Weg und hat kaum Gelegenheiten, selbst einmal Dinge näher betrachten zu können. Und da man da dann auch nur über Teppichrollen fällt und Kreissägen im Hintergrund jaulen hört, macht das alles keinen Spaß. Der beginnt für mich offiziell immer am ersten offiziellen Tag. Und das ist fein so. Ich verpasse da nichts.
Was ich in diesem Jahr gelernt habe.
Man muss keinen Firmennamen nennen, aber mir fiel auf, dass jede davon etwas mit Robotik macht. Das kann ein fahrender oder laufender Roboter sein, der im Haushalt helfen soll und der kurz auf der IFA auch demonstriert, wie er ein Kleidungsstück in eine Waschmaschine packt und diese schließt. Sind es nicht solche riesigen Apparate, sind es kleine und niedliche Hunde, die eine Robotik darstellen. Meist ist es Robotik in Kombination mit KI.
Wenn man genauer hinschaut, sind das aber alles Prototypen, die nur aufzeigen, dass hier an etwas geforscht wird. Nichts ist fertig oder gar kaufbar. Ihr bekommt es gezeigt und es ist amüsant, aber mehr nicht. Wenn ich mir das genauer betrachte, dann werden diese Dinge nie auf den Markt kommen, weil sie es eigentlich nicht müssen. Sie sind nur ein Mittel. Ich habe durch einige Gespräche gelernt, dass diese Firmen finanzielle Unterstützung von China erhalten, wenn diese sich im Bereich Robotik engagieren. Also kann man sich denken, wieso manche Firmen solche Prototypen zeigen, obwohl dies weniger zu den bisherigen Produkten passt. Man grast sich die Förderung vom Staat ab. Clever. Aber nüchtern betrachtet eben ein unsinniges Zeigen von „Produkten“.
Das Smart-Home wandelt sich.
Vor einigen Jahren waren Matter und auch Thread eine Seltenheit. Da gab es nur ein paar Player auf dem Markt und fertig. In diesem Jahr merkt man, und das sah ich schon bei der Light & Building etwas, dass sich hier mehr tut. Firmen denken um. Shelly wäre hier ein solches Beispiel, die endlich via Firmwareupdate den Thread-Chip in manchen Relais aktivieren und somit dann diese mit Matter-over-Thread nachrüsten. Das sieht man an vielen Ecken.
Wago hat bspw. für seine Relais angekündigt, dass die Firmware angepasst wird und man somit das Relais zwischen Jalousie und Rollladen wechseln kann. So ist einmal der Neigungswinkel nutzbar und einmal nicht – je nachdem, ob man das Relais für eine Jalousie oder einen Rollladen nutzt. Da baut der Hersteller weiterhin auf Matter-over-Thread, und rüstet nur die Firmware nach. Und auch andere Hersteller switchen. Yeelight zeigt nur noch Geräte mit Matter-over-Thread und das ist sehr löblich.
Auch Aqara setzt weiterhin auf diesen Zug. Und Sensereo bauen Rauchmelder neu, die in Zukunft ja vielleicht auch fest installiert ein Thread-Router sein könnten. In Summe habe ich einige Dinge hinter verschlossenen Türen gezeigt bekommen, die leider nicht besprochen werden dürfen. Aber Hersteller sind an Dingen dran, die man sich heute eigentlich wünscht und auch als selbstverständlich ansehen würde. Matter 1.5 ist aber noch nicht überall angekommen. Vor allem muss ich hier immer dazu sagen, dass Matter in Apple Home nur an der Oberseite kratzt und nicht alles bietet, was Matter kann. Und ich weiß bedauerlicherweise nicht, wieso Apple hier nicht etwas mehr liefert. Oder sie warten selbst noch auf etwas. Wir werden sehen. Ich schweife ab …
Smart-Home soll mehr KI erhalten.
Einige Hersteller zeigen daher Basisstationen, die das Smart-Home lokal halten und via KI-Einheit „analysieren“. Im Grunde sind es Stationen, die via LAN angebunden sind, und eine oder mehrere Festplatten und eine KI-Recheneinheit besitzen. Das System analysiert Videoaufnahmen von Kameras demnach lokal via KI und speichert sie auch lokal. Das wäre ein solcher Anwendungsfall. Dies muss aber auch bezahlt werden und ich bin unsicher, ob man hier ab 1000 € wirklich einsteigen möchte. Dass Apple das aber so schon lange macht, wissen wenige. Zumindest ist der Gedanke alt und Apple analysiert die Videostreams von Kameras seit Apple Home Secure Video lokal auf einem Apple TV oder HomePod. Die Verarbeitung ist daher lokal. Das Video selbst liegt aber in der iCloud. Apple schafft das mit einem kleinen Gerät. Da wird künftig noch mehr gehen, wenn Apple Intelligence einsteigt. Hier verschwimmen also ein wenig die Ansätze, wie ein Smart-Home analysiert wird. Interessant, wo welche Reise hingeht.
Neue Geräte …
… möchte ich hier gar nicht explizit erwähnen. Es wird einige Dinge geben, welche ich euch in Artikeln vorstellen werde. Mit meiner App verpasst ihr diese dann auch nicht. Viele Geräte, die ich meist jetzt schon teste und die auch neu auf der IFA herumliefen. Andere sind wahrscheinlich schon unterwegs zu mir, um bald getestet zu werden. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig. Ihr werdet ein paar nette Matter-Geräte für Apple Home kennenlernen.
Ich hatte mit sehr vielen Firmen lange Gespräche. Dabei gebe ich gerne Feedback für oder aus der direkten Praxis, wie Endkunden Geräte nutzen und sich auch Features wünschen würden. Größtenteils findet das großen Anklang und Aussagen werden direkt notiert. Bei anderen erlebt man nur Schulterzucken. Man merkt schnell, wo nur Schein und auch Sein existiert – bei vielen Ausstellern. So kommt man oft mit technischen Fragen, die keiner versteht. Sprachlich kann ich nicht mehr als mit Deutsch und Englisch dienen, aber auch das reicht manchmal nicht. Manchmal glaube ich, dass die falschen Leute an den Ständen stehen. Das ist schade, weil die Produkte interessant wirken und einfach eine falsche Präsentation erhalten.
IFA – ein Connecting-Place.
Für mich ist die IFA eine Zeit des Wiedersehens und des Kennenlernens. Seit Jahren treffe ich dort Kolleg:innen, Partner:innen, aber mittlerweile auch Freunde. Es ist eine Zeit des Zusammenkommens. Einmal im Jahr an einem Ort. Man pflegt Kontakte, tauscht sich aus und lernt wieder neue Leute aus anderen Kreisen kennen. Hier noch einmal ein Danke an Nuki und an Tink die mich jeweils an einem Abend zu einem Event eingeladen haben, wo genau solch ein Austausch stattfindet.
Aber all das ist auch anstrengend. Man steht um 6 Uhr auf und dann geht es eigentlich bis 0 Uhr meist durch. Viele Eindrücke, die man in kurzen Nächten verarbeiten muss. Aber es sind immer tolle Tage. Auch daher verbinde ich diese Tage immer mit einer Woche Urlaub in Berlin, wo Dinge etwas verschwimmen und sich alles etwas entspannter angehen lässt.
Ein Fazit zur IFA 2026.
Die Messe war in diesem Jahr ruhiger als sonst. Weniger Publikum. Zumindest sagt mir mein Gefühl das. Ich kenne noch Messetage, an denen man nicht durch Gänge kam und Menschen mit etlichen Taschen behangen waren. Dieses Bild gibt es so nicht mehr. Nimmt man nicht an Meetings vor Ort teil, bekommt man auch alles schon drei Tage vorher als Pressemitteilung inklusive Embargo. Fein, aber mehr oder weniger auch sinnfrei. Dann benötigen wir keine Messen, wenn auch eine Pressemitteilung ausreicht. Vielleicht sehe nur ich das so.
Ich fahre mit mehr Wissen und mit mehr menschlichen Begegnungen nach Hause. Zwischenmenschliche Werte, die über keinen E‑Mail-Verteiler jemals entstehen werden. Vielleicht ist daher die gute alte „News“ auch tot und es zählen wieder andere Ausarbeitungen im Internet. Danke für jede Begegnung, jedes Gespräch und jeden Austausch – das ist IFA.

