Die-Elektromobilitätslüge-Artikelbild-Kolumne Die Elektromobilitätslüge

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Wie beginnt man eine solch umstrittene Thematik? Ich könnte mit Fakten beginnen und sagen, dass die erste Autofahrt durch eine Frau stattfand. Ja, wirklich. Es war Bertha Benz, die Ehefrau von Carl Benz, die mit dem von ihrem Mann erfundenen Automobil einfach so von Mannheim nach Pforzheim fuhr, auf den 106km mehr als nur eine Probefahrt absolvierte und so die Eignung des neuen Verkehrsmittels bewies. Auf ihrer Fahrt musste Bertha allerdings einige Pausen einlegen, denn den Treibstoff Ligroin, was ein Leichtbenzin ist und den das damalige Automobil zur Verbrennung und Fortbewegung nutzte, gab es zur damaligen Zeit nur in Apotheken zu kaufen. Heute fährt jede Frau einfach so ein Automobil, aber im August 1888 war das schon eine Besonderheit für sich. Heute ist der Verbrennungsmotor allerdings verpönt, wird gnadenlos mit Umweltaspekten negativ bewertet und soll für Automobile mit Elektroantrieb Platz machen. So fahren heute einige Elektroautos durch die Gegend und spielen die Fahrt von Bertha Benz nach, in dem die Fahrer auf ihren Fernfahrten pausieren und nachtanken müssen – kein Benzin, sondern Strom.

Wir deutschen Edelbürger lieben unser Auto. Der eine mehr, der andere weniger. Heute setzen wird auf zwei Antriebsarten für unsere Karren. Das kann ein Benziner oder ein Diesel sein. Beide Verbrennungsmotoren sind relativ gleich. Benzin und auch Diesel werden aus Erdöl in Raffinerien hergestellt und beide sind Gemische aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Allerdings brennt nur Benzin, wenn es mit direktem Feuer in Berührung kommt – Diesel nicht. Aus diesem Grund arbeiten auch Benzin- und Dieselmotoren ganz unterschiedlich. Im Benziner wird das zerstäubte Benzin im Zylinder von einer Zündkerze entflammt und der dabei entstehende Druck treibt den Zylinder schließlich an. Im Dieselmotor sieht es da etwas anders aus. Hier wird im Zylinder die Luft so stark zusammengepresst, dass sie bis zu 900 Grad Celsius heiß wird. In diese heiße Luft wird Dieselkraftstoff in winziger Tropfenform zugeführt, wodurch sich der Kraftstoff selbst entzündet und durch den entstehenden Druck dann den Zylinder antreibt. Im Dieselmotor gibt es somit keine Zündkerzen. Man kann hier herauslesen, dass beim Dieselmotor der Wirkungsgrad höher und der damit verbundenen Verbrauch zeitgleich niedriger sind. Allerdings sind die Abgase beim Dieselmotor dadurch aber auch schmutziger und müssen vor dem Austritt gereinigt werden. Dinge die sich durch chemische aber auch physikalische Vorgänge regeln lassen. Das ist natürlich keine einfache Sache und dennoch mit Ingenieurskunst mehr als machbar. Allerdings löst auch Software hier heute schon einige Probleme in dem der Motor computertechnisch optimiert wird. Doch es gibt sie immer, die schwarzen Scharfe in der Herde. Menschen die es besser wissen, nicht können und dann tricksen. Und schon war er da – der Dieselskandal.

Der Dieselmotor ist heute eine verpönte Technik. Ist er doch dreckig und umweltschädlich. Fakt ist, dass jegliche Verbrennung Abgase mit sich bringt, welche dann in die Umwelt gelangen. Fakt ist, dass ein Benzin- und Dieselmotor gleichermaßen Co2 ausstoßen. Und Fakt ist, dass man Dinge schlecht und auch schön reden kann. In unserem Alltag basieren vielerlei Beförderungsmöglichkeiten auf einem Verbrennungsmotor. Das mag das Auto für den Alltag und das Motorrad, Wohnmobil oder Wasserboot in der Freizeit sein. Flugzeuge fliegen mit Kerosin als Treibstoff durch die Luft, Schiffe schippern mit einem Verbrennungsmotor durch jegliche Gewässer und auch Landmaschinen verrichten ihre Arbeit über einen Verbrennungsmotor. Gerade die großen Gerätschaften wie Schiffe, Landmaschinen und Baustellenfahrzeuge arbeiten in der Regel immer mit einem starken Dieselmotor, um die nötige Leistung auf die Welle zu bekommen. Ja, unser Alltag wäre ohne ein Verbrennungsmotor wirklich nicht der gleiche. Faktisch wäre unser Alltag und unser Lebensstand wie wir ihn heute besitzen, nicht ohne die Technologie des Verbrennungsmotors umsetzbar und haltbar. Und doch schimpft heute jeder über den Verbrennungsmotor und möchte ihn schnellstmöglich durch den Elektromotor ersetzen.

Zeiten ändern sich und auch Technologien. In Anbetracht der Entwicklung und der damit verbundenen Technologiesprünge, sind heute 10 Jahre wie damalige 100 Jahre. Wir entwicklen uns und zwar immer schneller. Das bedeutet gleichermaßen nun mal aber auch, dass alte Dinge für neue Dinge weichen müssen. An diesem Aspekt möchte man nun auch mit der Elektromobilität anknüpfen und den Verbrennungsmotor auf das Abstellgleis schieben. Theorie ist allerdings das eine und die Praxis dahinter das andere. Der Elektromotor arbeitet emissionsfrei und das bedeutet, dass er keine Abgase beim aktiven Betrieb generiert. Anders als ein Verbrennungsmotor arbeitet er also absolut sauber und rückstandslos. Statt Benzin- oder Dieselkraftstoff benutzt der Elektromotor Strom als Treibstoff, der in einem verbauten Akku gelagert ist. Bis hier sieht die ganze Sache sauber, einfach und logisch nachvollziehbar aus – doch die Elektromobilität ist eine große Lüge für sich.

Beginnen wir ganz von vorne. Ein klassisches Automobil wird entweder durch einen Benzin- oder Dieselmotor angetrieben und lässt dabei Co2 entstehen – das ist nicht wegzureden. Im gleichen Augenblick fährt ein Automobil mit Elektroantrieb Co2-los und auch geräuschlos an einem vorbei. Der erste Punkte ist hier, dass man ein von hintern anfahrendes Elektroauto, bis auf die Abrollgeräusche der Reifen, nicht hört. Dass mag manch einen stören und manch einen nicht. Im Verkehr können lautlose und sich schnell bewegende Fahrzeuge aber auch eine Gefahr darstellen – doch das ist eine Sache für sich. Ist das Automobil mit Verbrennungsmotor leer, dann wird es an der Tankstelle halt wieder aufgetankt und erreicht mit einer Tankfüllung auch gut und gerne 700km – je nach Automobil, Tankgröße und Fahrstil. Ein Elektroauto ist ebenfalls einmal leer und wird dann aufgeladen. Zwischen dem klassischen Tanken und dem Nachladen liegen hier allerdings schon einmal ganze Welten. Ein Tankvorgang dauert im Durchschnitt 10 Minuten und erlaubt danach eine hohe und beruhigende Reichweite. Das Nachladen dauert teilweise 6 Stunden und erlaubt dann durchschnittliche 200km an Reichweite. Das kann man so nicht pauschal sagen, denn alle Automobile aus beiden Welten sind untereinander unterschiedlich. So kann das eine Auto mit Verbrennungsmotor vielleicht sogar bis zu 1000km mit einer Tankfüllung und das eine Elektroauto mit einer Akkuladung vielleicht sogar bis zu 600km weit kommen. Hier entscheidet also immer das Automodell, der Fahrstil aber auch die Jahreszeit. Autos mit Elektroantrieb sollen alle Probleme lösen die der Verbrennungsmotor und gerade der verpönte Dieselmotor verursacht haben. Er soll Emissionen vermeiden, Autos sicherer machen und uns endlich in der Zukunft ankommen lassen. Fakt ist aber, dass die Elektromobilität keine Probleme löst, sondern diese nur durch neue Probleme ersetzt.

Der Akku eines Elektroautos muss aufgeladen werden, wenn er leer ist. Aber das kennen wir ja von unserem iPhone. Ist der Akku leer, dann schnell damit an die Steckdose und in kurzer Zeit geht es wieder weiter. Doch schon heute haben wir ein Recyclingproblem von Akkus aus mobilen Geräten. Jedes Jahr werden Millionen von Tonnen an Akkumulatoren durch neue ersetzt und das kennt jeder, der seinen iPhone-Akku hat nach einigen Jahren wechseln lassen. Und wohin mit den alten Akkus? Tja, das ist ein Frage für sich. Recycling ist das Zauberwort und viel Zauber braucht es auch dabei, denn Akkumulatoren jeglicher Art lassen sich zwar recyceln, allerdings sehr schwer und nur dank vieler chemischer und thermischer Zugaben. Beim Recycling werden die Akkumulatoren in ihre Bestandteile zerlegt und dabei entsteht eine Menge Co2 und jede Menge giftiger Abgase. Wir tragen in unserer Hosentasche also ganz schön viel Chemiekram mit uns rum. Im Elektroauto sitzen wir sogar darauf. Nun, was beim iPhone-Akku noch klein wirkt, ist beim Elektroauto schon um einiges größer. Der im Fahrzeugboden verbaute Akku macht durchschnittlich 55% vom Gesamtgewichts des Elektroautos aus. Im Durchschnitt wiegt solch ein Akku 435kg. Zwar geben Hersteller einige Jahre an Garantie und dennoch gerät der Akku an ein Lebensende seiner Ladezyklen. Fakt ist also, dass nach einigen Jahren der Fahrleistung jedes Jahr Millionen von extrem großen Akkumulatoren zum Recyceln anfallen. Und Fakt ist auch, dass heute noch keiner weiß wie man diese große Art von Akkubausteinen überhaupt wieder verwerten soll. Das Stockholmer Umweltforschungsinstitut IVL hat mittlerweile errechnet, dass die Akkuproduktion für nur einen Tesla S ganze 17 Tonnen an Co2-Ausstoß mit sich bringt. 17 Tonnen entspricht übrigens einer Laufleistung von 200.000km eines modernen Benzin- bzw. Dieselmotors. Wo ist also hier der Mehrwert?

Stimmt, beim Nachladen des Akkus. Naja, leider nicht, denn in Deutschland wird die Hälfte des genutzten Stroms aus Kohle und Gas erzeugt. Somit werden Emissionen freigesetzt um später damit ein emissionsfreies Fahrzeug anzutreiben. Die Rechnung geht also nicht auf. Was in der Mitte gespart wird, wird am Anfang und am Ende in gleicher Menge ausgegeben. Bedeutet, dass ein Elektrofahrzeug bei der Produktion allgemein mehr Co2 als bei einem klassischen Automobil hervorbringt, es dann zwar emissionsfrei fährt, am Ende aber dann noch riesige Recyclingprobleme aufkommen lässt. Fakt ist, dass die Elektromobilität eine große Lüge für sich ist und nur neue Probleme mit sich bringt. Elektroautos haben schlicht eine zu kurze und nicht zufriedenstelle Reichweite für weite Fahrten und hier spielen noch nicht einmal wettertechnische Faktoren und zusätzliche Stromverbraucher die erste Rolle. Elektroautos benötigen für den Ladevorgang des verbauten Akkus viel zu viel Zeit, auch wenn es Schnellladetechniken an Ladesäulen gibt – die dann wiederum teuer sind, den verbauten Akku an seine physikalischen Grenzen bringen und damit auch seine Lebenszeit auf Dauer stark verkürzen. Außerdem sind Elektroautos teurer als ein klassisches Auto mit Verbrennungsmotor, aber wieso? So viele Bauteile (zum Beispiel ein Getriebe) werden bei einem Elektroauto eingespart und fallen daher nicht ins Gewicht – egal ob beim Gesamtgewicht des Autos oder beim Kostenpunkt. Alles nur eine Spielerei für Leute mit Geld? Eine Ära eines neuen Edelbürgers der sein Auto liebt? Neutral betrachtet alles mehr Schein als Sein, schaut man sich die Thematik einmal genauer an. Wir Deutschen möchten heute alle Autos mit Verbrennungsmotor direkt durch Elektroautos ersetzen. Vielleicht sollten wir erst einmal mit der Mammutaufgabe beginnen, dass jeder deutsche Bürger Zugang zu einen Breitbandinternetanschluss erhält über den er in 20 Jahren dann vielleicht seinem fortschrittlichem Elektrofahrzeug ein Firmwareupdate verpassen kann.

Ein vernünftiges Auto soll seinen Besitzer überallhin transportieren – außer auf den Jahrmarkt der Eitelkeiten.

∼ Henry Ford ∼


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