Und da ist es: Apple HomeView. Ein Gerät, über das seit Jahren gesprochen wird, obwohl es noch gar nicht vorgestellt wurde. Aber das hat Apple nun geändert. Apple HomeView ist ein smartes Display, das mehr Potenzial hat, als man denkt und daher möchte ich meine ersten Gedanken dazu loswerden.

Apple HomeView …
… erklärt sich allein durch seinen Namen, wenn man sich das Gerät und seinen Namen dazu im Detail betrachtet. Für mich brauchte es zumindest nicht viel Erklärung, auch wenn Apple das mit einem Video sehr schön und amüsant umgesetzt hat. Und weil die meisten bei diesem Gerät nur über den Preis reden und deswegen herumheulen, habe ich mich mit den richtigen Thematiken dazu befasst. Ernsthaft? Wieso wird immer nur über den Preis diskutiert? Es ist doch nicht so, als würde jeder ein Apple HomeView überhaupt kaufen wollen, oder? Na ja, sei es drum. Diese Diskussion ist so alt wie die Geschichte zum „Billig iPhone“. Apple HomeView mischt viele Karten neu und platziert sich sehr zentral in Apple Home. Wo sonst der HomePod oder der Apple TV eine große Hauptrolle spielten. Apple Home View ist DER Home Hub schlechthin.
Ich habe bewusst die Wandmontage aufgezeigt. Und wieso?
Das Bedienen per Sprache ist in einem Smart Home die eine Sache. Die liegt aber nicht jedem. Also greifen wir zu einem Display. In einem Apple Home können alle Teilnehmer:innen das über ihr iPhone, iPad oder auch die Apple Watch umsetzen. Aber ein zentrales Display für alle, das hat einen anderen Charme. Und genau deswegen hängen seit vielen Jahren schon Displays an einem zentralen Ort in Häusern und Wohnungen, worüber viele Mitglieder der Familie etwas in ihrem Smart-Home steuern oder auch nur betrachtet. Wie groß dieses Display so sein sollte, darüber lässt sich streiten. Vielleicht müssen es keine 13 Zoll sein, denn HomeView zeigt die wichtigsten Dinge auf einem quadratischen 5,7-Zoll-Display an. Das wirkt klein, aber nur, wenn man meint darauf, die ganze Welt betrachten zu müssen. Wir schauen am Tag auch auf ein iPhone 13 mini und das ist für viele fein. Apple HomeView fokussiert sich mit seinem Display auf wesentliche Inhalte. Je öfter ich mir die Bilder und Videos dazu anschaue, je mehr verstehe ich dies. Die Wandmontage ist hier nochmals ganz klar ein Vorteil.
An der Wand …
… ist Apple HomeView erst einmal immer sichtbar. Vielleicht in einem Flur, einem Durchgang oder direkt neben der Haustür im Eingang. Hier kann HomeView auf Wunsch fest mit einer Stromquelle verbunden werden. Dies erfolgt dann von hinten durch die Wand. Man kann aber auch PoE nutzen und dann hängt das Display an der Wand, ist fest mit einer Stromquelle und einer Netzwerkverbindung verbunden. In diesem Fall ist es ein fest verbundener Home Hub. Ähnlich wie ein Apple TV, der via Ethernet angebunden ist. HomeView ist somit nicht nur ein Display, sondern auch ein Assistent via Sprache, ein Matter-Kontroller und ein Thread-Border-Router. Und angebunden via PoE so gut es nur geht. Das ist eine fantastische Sache, die viele so bisher nicht sehen oder verstehen.
Aufgestellt …
… ist Apple HomeView etwas starr. Mir fiel auf, dass man den oberen Teil nicht drehen kann. Man muss also das ganze Gerät drehen. Das wird auch in den Produktvorführungen öfter mal gemacht. Das sieht komisch aus. Möchte man also das Display nicht nur zu sich kippen, sondern auch drehen, muss man das ganze Gerät bewegen. Ich habe mal Dinge gezeigt bekommen, wo sich so etwas selbst drehen konnte – ohne mehr ins Detail gehen zu dürfen. Bei HomeView wäre es nett gewesen, wenn es sich auch eigenständig hätte drehen können, um eine Person zu „verfolgen“. Denn die Erkennung via Face ID klappt einfach mit mehreren Personen. Aufgestellt hat Apple HomeView im Fuß mehr Lautsprecher. An der Wand montiert fehlt dieser Teil, wodurch es an der Wand nur die Wand selbst als Resonanzkörper nutzen kann. Ich bin unsicher wie sich das an den Pappwänden der USA anhört. An gemauerten Wänden wird sich das nett anhören, aber es wird Bass fehlen, der im Fuß bei der Aufstellung vorhanden ist. In Summe klingt HomeView aufgestellt wahrscheinlich wie ein HomePod mini und an der Wand montiert wie ein iPad mini.
iPad mini ist ein gutes Stichwort.
Es kommt mir vor, als sei HomeView schon ewig fertig und wird nun jetzt endlich veröffentlicht. Anders kann ich mir nicht vorstellen, wieso dieses kleine Display kein OLED-Display ist und nur 500 Nits schafft. 500 Nits sind in einem hellen Raum jetzt nicht unbedingt der Hit. Hängt das Ding also mal in einem sehr sonnigen Raum, wird man viele Inhalte nicht gut sehen könne. Das kennt man vom derzeitigen iPad mini exakt auch genau so. Und scheinbar steckt da auch, bis auf die Größe, das gleiche Panel drin. Generell wirkt es etwas wie ein iPad mini, was da umfunktioniert wurde. Das zeigt auch die Center-Stage-Kamera.
Ein erstes Fazit
Apple HomeView ist ein super interessantes Gerät für ein Apple Home. Es ist DER Home Hub, der das Apple Home verwaltet aber auch bedienen lässt. Allein, dass er das Live-Bild einer Türklingel direkt öffnen kann, wenn jemand klingelt, ist schon ein Highlight. Aber scheinbar war das Ding schon ewig fertig und musste auf Siri AI und Apple Intelligence warten. Und auch das Display wirkt technisch erst einmal nicht so gut, wie man sich das wünschen würde. Vielleicht reicht es aber auch vollkommen aus. Ich werde das in der Praxis testen müssen. Für Deutschland ist Apple HomeView noch keine Option, da das Ding nicht ohne Siri AI und Apple Intelligence funktioniert.
Was etwas komisch ist, dass man für die Version als Wandmontage genauso viel zahlt, wie für die Version zum Hinstellen. Dabei ist bei der Wandmontage-Version weniger dabei – nur die Wandhalterung (keine Stromversorgung). So toll ich dieses Zubehör für Apple Home finde, so seltsam finde ich manche Facetten an ihm. Ich bin mir unsicher, wie oft dieses Gerät ein Update erfahren wir. Technisch fehlt ihm auch Wi-Fi 7 (es kann „nur“ Wi-Fi 6e). Ethernet geht nur via Wandmontage bisher. Einen App Store für dieses Gerät vermisse ich tatsächlich nicht. Ich bin nicht sicher, ob man dieses Gerät als Film-Kiste nutzen wollen würde. Aber: Man kann via iPhone Videos von der TV-App herüberschieben via Hand-Off. Man muss es klar sagen, dass es ein HomePod mit einem Display ist, der jetzt die Funktionen erhält, die nur über ein Display umsetzbar sind. Was man vorher also nur hören konnte, sieht man auf Wunsch nun auch. Die Funktionen sind zu einem HomePod tatsächlich sonst gleich. Das ist die Erkenntnis, nach dem ich mich viel mit diesem Gerät technisch beschäftigt habe.
Und dennoch freue ich mich auf einen Release für Deutschland.
Wann der kommt? Unsicher. Aber ich werde wahrscheinlich der Erste sein, der Apple HomeView in seinem Apple Home nutzen wird.
Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden..
∼ Arthur C. Clarke ∼

