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Jahrelang galten Public-Cloud-Plattformen als die unumgängliche Zukunft der Unternehmensinfrastruktur. Unternehmen verlegten Anwendungen, Datenbanken, Backups und Dateispeicher in Cloud-Ökosysteme von Anbietern wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud – angezogen von dem Versprechen auf Skalierbarkeit, Flexibilität und geringere Vorlaufkosten. Heute überdenken jedoch viele Unternehmen diesen Ansatz. Immer mehr Firmen verlagern bestimmte Workloads zurück auf self-hosted Speicher, Private-Cloud-Systeme oder hybride Infrastrukturmodelle – ein Trend, der oft als „Cloud-Repatriation“ bezeichnet wird.  Steigende Cloud-Kosten, Bedenken hinsichtlich der Datenhoheit, Leistungsanforderungen und der Wunsch nach mehr operativer Kontrolle veranlassen Unternehmen dazu, genauer zu prüfen, welche Workloads wirklich in die Public Cloud gehören.

warum-immer-mehr-unternehmen-von-der-public-cloud-zu-self-hosted-speicher-wechseln-generisch-matthias-petrat-scaled Warum immer mehr Unternehmen von der Public Cloud zu self-hosted Speicher wechselnKI-generiertes Bild

Steigende Cloud-Kosten verändern die Gleichung

Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen den Public-Cloud-Speicher überdenken, sind die Kosten. Wenn Unternehmen zum ersten Mal in die Cloud migrieren, können die Preise attraktiv erscheinen, da keine teure Hardware im Voraus gekauft werden muss. Unternehmen zahlen nur für die Ressourcen, die sie tatsächlich nutzen. In der Praxis lassen sich Cloud-Kosten jedoch oft nur schwer vorhersagen, wenn die Nutzung zunimmt.

Speichergebühren, Bandbreitenkosten, Preise für API-Anfragen, Kosten für den Datenabruf und Gebühren für den Transfer zwischen Regionen können sich im Laufe der Zeit schnell summieren. Mehrere Branchenberichte weisen darauf hin, dass Unternehmen die langfristigen Betriebskosten im Zusammenhang mit der Public-Cloud-Infrastruktur häufig unterschätzen. Für Unternehmen mit stabilen, vorhersehbaren Workloads kann self-hosted Speicher über mehrere Jahre hinweg deutlich günstiger werden. Anstatt auf unbestimmte Zeit monatliche Cloud-Gebühren zu zahlen, können Unternehmen direkt in Hardware investieren und diese Kosten über die Zeit abschreiben.

Dies hat einige Unternehmen dazu veranlasst, Alternativen wie Private-Cloud-Infrastrukturen und managed Nextcloud-Umgebungen zu prüfen, die eine besser vorhersehbare Preisgestaltung bieten und gleichzeitig Zusammenarbeit, Dateisynchronisierung und sicheren Fernzugriff unterstützen. Die finanziellen Auswirkungen machen sich besonders bei Unternehmen bemerkbar, die große Datensätze, Backups, Medienarchive oder KI-bezogene Workloads speichern, bei denen der Speicherbedarf im Laufe der Zeit weiter steigt. Einige Unternehmen, die anfangs aggressiv auf Cloud-Umgebungen umgestiegen swaren stellten später fest, dass die laufenden Speicher- und Übertragungsgebühren ihre Erwartungen überstiegen. Analysten bezeichnen diese Erkenntnis oft als „Cloud-Rechnungsschock“.

Datensouveränität und Datenschutzbedenken

Datensouveränität ist zu einem weiteren wichtigen Faktor geworden, der die Einführung von self-hosted Speicher vorantreibt. Unternehmen, die in Europa und stark regulierten Branchen tätig sind, wünschen sich zunehmend mehr Kontrolle darüber, wo Daten physisch gespeichert und verarbeitet werden. Gesetze wie die DSGVO haben das Bewusstsein für Compliance, Datenschutz und grenzüberschreitende Datenübertragungen geschärft.

Manche Unternehmen befürchten, sich zu stark auf die Infrastruktur ausländischer Hyperscale-Cloud-Anbieter zu verlassen, insbesondere da geopolitische Spannungen und behördliche Kontrollen weiter zunehmen. Aktuelle Diskussionen rund um souveräne Cloud-Infrastrukturen in Europa zeigen, wie digitale Unabhängigkeit zu einer strategischen Priorität für Regierungen und Unternehmen gleichermaßen wird. Self-hosted Speicherumgebungen ermöglichen es Unternehmen, eine strengere Kontrolle über folgende Bereiche zu behalten:

  • Datenstandort
  • Zugriffsberechtigungen
  • Aufbewahrungsrichtlinien
  • Verschlüsselungssysteme
  • Backup-Infrastruktur
  • Interne Compliance-Standards

Dieses Maß an Kontrolle ist besonders wichtig für Branchen wie das Gesundheitswesen, den Finanzsektor, Rechtsdienstleistungen, das Bildungswesen und den öffentlichen Sektor. Viele Unternehmen sehen self-hosted Speicher auch als Möglichkeit, das Risiko durch externe Plattformen und sich ändernde Anbieterrichtlinien zu verringern.

Leistung und Latenz sind wichtiger denn je

Öffentliche Cloud-Infrastrukturen bieten enorme Skalierbarkeit, liefern aber nicht immer die beste Leistung für jede Arbeitslast. Anwendungen mit großen Datensätzen, kontinuierlicher Dateisynchronisation, Videoverarbeitung, KI-Inferenz oder umfangreicher interner Zusammenarbeit können Latenzprobleme oder Bandbreitenengpässe aufweisen, wenn sie vollständig in entfernten Cloud-Umgebungen gehostet werden. Self-hosted Speicher kann oft Folgendes verbessern:

  • Die Leistung des lokalen Netzwerks
  • Die Geschwindigkeit der Dateiübertragung
  • Die Reaktionsfähigkeit interner Anwendungen
  • Die Latenz bei der Datenverarbeitung
  • Die Effizienz der Zusammenarbeit in Echtzeit

Dies wird immer wichtiger, da KI-Systeme und Workloads im Bereich High-Performance-Computing zunehmen. Einige Unternehmen stellen fest, dass die Verlagerung bestimmter Speicher- und Verarbeitungsaufgaben näher an ihre eigene Infrastruktur Verzögerungen reduzieren und die betriebliche Effizienz verbessern kann. Unternehmen, die KI-Modelle lokal ausführen, reagieren besonders empfindlich auf die Speicherleistung, da moderne KI-Workloads extrem große Datenmengen generieren.

Anbieterabhängigkeit ist zu einem ernsthaften Problem geworden

Ein weiterer häufiger Grund, warum Unternehmen sich von öffentlichen Cloud-Anbietern abwenden, ist die Anbieterabhängigkeit. Im Laufe der Zeit können Unternehmen stark von proprietären Cloud-Diensten, APIs und Infrastruktur-Ökosystemen abhängig werden. Eine spätere Migration kann technisch schwierig und finanziell kostspielig werden. Viele Unternehmen bevorzugen mittlerweile Infrastrukturstrategien, die Flexibilität und Interoperabilität in den Vordergrund stellen. Self-hosted Speicherlösungen bieten oft eine direktere Kontrolle über:

  • Softwarekonfigurationen
  • Backup-Systeme
  • Datenportabilität
  • Hardware-Upgrades
  • Sicherheitsrichtlinien
  • Langfristige Infrastrukturplanung

Open-Source-Plattformen wie Nextcloud und self-managed Objektspeichersysteme werden immer attraktiver, da sie es Unternehmen ermöglichen, die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter-Ökosystem zu vermeiden. Einige Unternehmen befürchten zudem Preisänderungen oder Serviceeinschränkungen, die große Cloud-Anbieter im Laufe der Zeit einführen könnten.

Das Wachstum der KI beschleunigt die Neubewertung der Infrastruktur

Künstliche Intelligenz verändert Infrastrukturentscheidungen erheblich. Moderne KI-Workloads erfordern enorme Mengen an Speicherplatz, GPU-Rechenressourcen und kontinuierliche Datenverarbeitung. Die Preise für GPUs in der Public Cloud können für Unternehmen, die kontinuierlich großangelegte KI-Operationen durchführen, extrem hoch werden. Da der Einsatz von KI zunimmt, investieren einige Unternehmen direkt in private Infrastruktur, anstatt sich vollständig auf cloudbasierte KI-Dienste zu verlassen. Branchenberichte deuten darauf hin, dass Unternehmen zunehmend auf hybride oder lokale KI-Umgebungen umsteigen, um besser vorhersehbare Kosten und eine strengere Kontrolle über sensible Daten zu erlangen. Der lokale Betrieb von KI-Systemen kann zudem Compliance-Anforderungen vereinfachen, da vertrauliche Datensätze innerhalb der Grenzen der internen Infrastruktur verbleiben. Gleichzeitig machen kleinere und effizientere KI-Modelle den lokalen Einsatz praktischer als in früheren Jahren.

Hybride Infrastruktur wird zum bevorzugten Modell

Trotz des wachsenden Interesses an self-hosted Speicher verzichten die meisten Unternehmen nicht vollständig auf Cloud Computing. Stattdessen setzen viele Unternehmen auf hybride Strategien, die Folgendes kombinieren:

  • Öffentliche Cloud-Dienste
  • Private Cloud-Infrastruktur
  • Lokaler Speicher
  • Colocation-Einrichtungen
  • Edge-Computing-Systeme

Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, Workloads in Umgebungen zu platzieren, die den Anforderungen an Leistung, Compliance und Kosten am besten entsprechen.

Zum Beispiel:

  • Die öffentliche Cloud kann weiterhin für vorübergehende Skalierung oder globale Verteilung genutzt werden
  • Vertrauliche Daten können auf self-hosted Speicher verbleiben
  • Backups können über mehrere Umgebungen hinweg repliziert werden
  • KI-Inferenz kann lokal laufen, während das Training in der Cloud stattfindet

Branchenexperten bezeichnen hybride Infrastrukturen zunehmend als realistischere Langzeitstrategie als rein „Cloud-First“-Ansätze.

Die Technologie für self-hosted Speicher hat sich verbessert

Ein Grund dafür, dass self-hosted Infrastrukturen attraktiver werden, ist, dass moderne Tools deutlich einfacher zu verwalten sind als ältere Unternehmenssysteme.

Heutige self-hosted Plattformen umfassen oft:

  • Webbasierte Verwaltungsoberflächen
  • Automatisierte Backups
  • Containerisierte Bereitstellung
  • Integrierte Verschlüsselung
  • Synchronisierungstools
  • Mobiler Zugriff
  • Integration von Identitätsmanagement

Auch Open-Source-Ökosysteme sind inzwischen deutlich ausgereifter. Unternehmen können nun Speichersysteme der Enterprise-Klasse bereitstellen, ohne jede Komponente von Grund auf neu entwickeln zu müssen. Gleichzeitig ist die Hardware leistungsfähiger und erschwinglicher geworden. SSDs mit hoher Kapazität, effiziente NAS-Systeme und kompakte Serverhardware ermöglichen es Unternehmen, eine zuverlässige Speicherinfrastruktur zu geringeren Kosten als früher bereitzustellen.

Sicherheitsaspekte erfordern nach wie vor einen Mittelweg

Self-hosted Speicher bietet zwar mehr Kontrolle, bringt aber auch zusätzliche Verantwortlichkeiten mit sich. Public-Cloud-Anbieter investieren stark in Sicherheitsinfrastruktur, Redundanz und Überwachungssysteme. Unternehmen, die Workloads wieder vor Ort verlagern, müssen sicherstellen, dass sie Folgendes ordnungsgemäß verwalten können:

  • Patch-Management
  • Backup-Überprüfung
  • Notfallwiederherstellung
  • Zugriffskontrollen
  • Netzwerksicherheit
  • Hardware-Wartung

Für kleinere Unternehmen ohne eigene IT-Teams kann es nach wie vor schwierig sein, eine vollständig self-hosted Infrastruktur sicher zu warten. Daher setzen viele Unternehmen eher auf Managed Private Hosting oder hybride Ansätze als auf eine vollständig unabhängige Infrastruktur. In der Branche wird zunehmend betont, dass es kein allgemeingültiges „bestes“ Infrastrukturmodell gibt. Die richtige Lösung hängt stark von Workload-Mustern, regulatorischen Anforderungen, Budget, technischem Know-how und Geschäftszielen ab.

Die Zukunft des Unternehmensspeichers

Die Abkehr von der Public Cloud hin zu self-hosted Speicher bedeutet nicht zwangsläufig eine Ablehnung von Cloud Computing an sich. Vielmehr spiegelt sie eine allgemeine Reifung der Strategien für Unternehmensinfrastrukturen wider. Unternehmen gehen immer analytischer vor, wenn es darum geht, wo Workloads ausgeführt werden sollten und welche Umgebungen die beste Balance bieten zwischen:

  • Kosteneffizienz
  • Compliance
  • Leistung
  • Skalierbarkeit
  • Sicherheit
  • Operative Kontrolle

Da der Einsatz von KI, Datenschutzbestimmungen und Speicheranforderungen weiter zunehmen wird, werden Unternehmen ihre Infrastrukturentscheidungen wahrscheinlich immer wieder neu bewerten. Anstatt sich vollständig auf einen einzigen Public-Cloud-Anbieter zu verlassen, bevorzugen viele Unternehmen heute flexible Architekturen, die den Komfort der Cloud mit der Kontrolle und Vorhersehbarkeit self-hosted Systeme verbinden.

Fazit

Immer mehr Unternehmen wenden sich von reinen Public-Cloud-Strategien ab, da die Realität des langfristigen Infrastrukturmanagements komplexer ist, als es die frühen Narrative zur Cloud-Einführung suggerierten. Steigende Kosten, Compliance-Anforderungen, Leistungsbedenken, Anbieterabhängigkeit und wachsende KI-Workloads tragen alle zu einem erhöhten Interesse an self-hosted Speicher und hybriden Infrastrukturmodellen bei. Public-Cloud-Dienste bieten nach wie vor große Vorteile in Bezug auf Skalierbarkeit und Flexibilität, aber Unternehmen erkennen zunehmend, dass nicht jede Workload dauerhaft in die Public Cloud gehört. Die Zukunft des Unternehmensspeichers wird wahrscheinlich ein Gleichgewicht zwischen dem Komfort der Public Cloud und der Kontrolle über die private Infrastruktur beinhalten, sodass Unternehmen Systeme aufbauen können, die ihren betrieblichen, finanziellen und regulatorischen Anforderungen besser entsprechen.

 

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