Mein Zuhause ist ein HomeKit-Zuhause. Lichter schalten sich automatisch ein, wenn ich nach Sonnenuntergang nach Hause komme und aus, wenn ich das Haus verlasse. Die Heizkörper werden basierend auf An- und Abwesenheit so wie nach Uhrzeiten auf- und abgedreht. Einige Dinge laufen bei mir nach Automationen ab und werden vom HomeKit-Hub – in dem Fall ein Apple TV 4K und ein 10,5″ iPad Pro – durchgeführt. Doch auch manuell steure ich sehr viel und das mehrmals am Tag. Dabei stoße ich mit dem HomeKit-Framework unter iOS 11 und tvOS 11 immer wieder an Grenzen. Grenzen die nervig, unbefriedigend und nur durch Umwege zu meistern sind. Umwege, die manchmal nicht logisch erscheinen. HomeKit muss künftig mehr beherrschen.

Für das HomeKit-Zuhause gibt es allerhand Sensorik, allerdings fehlen noch einige wichtige. Dafür muss Apple neue Klassifizierungen für Hardware anlegen und freigeben. Er dann können Hardwarehersteller für HomeKit-Geräte agieren und ihre Idee in Platinen und Software gießen. Was für das Haus im Inneren gilt, gilt allerdings ach für den Außenbereich am Haus und Eigenheimbesitzer wie ich wissen, dass im Garten einiges an HomeKit-Szenarien machbar ist und wäre. Die Klassifizierungen für automatische Bewässerungen gibt es bereits und Elgato ist hier der erste auf dem deutschen Markt, der die Gartenbewässerung per HomeKit ermöglicht.

Schön, wenn der Rasen und Beete nach Uhrzeiten oder auch basierend auf An- und Abwesenheit bewässert werden können. Aber was bringt das wirklich? Nicht viel, denn die Bewässerung wird auch bei starken Regen gestartet, wenn man nicht zu Hause ist. Hier fehlt es an Sensorik für den Außenbereich.

  • Lichtsensorik (Lichteinfall in Lux)
  • Wassersensorik (Niederschlagsmenge in l/min)
  • Feuchtigkeitsensorik (Bodenfeuchtigkeit in %)
  • Windgeschwindigkeit (km/h)

Mit diesen Sensoren könnten Bewässerungen automatisch ausgesetzt werden, wenn es gerade regnet oder die Bodenfeuchtigkeit über einem prozentualen Wert liegt. Das ist smart, das ist intelligent – das wäre HomeKit angewendet im Garten. Diese Sensorik hätte aber noch mehr Möglichkeiten. So könnten bei starker Windgeschwindigkeiten, wie Organböen, alle Rollläden/Jalousien automatisch heruntergelassen werden, um Scheiben vor Bruch zu schützen – egal ob man daheim ist oder nicht. Wassersensorik könnte einen Mitteilung senden, wenn Niederschlag entdeckt wird. Dadurch könnten sich Markisen automatisch einfahren lassen, damit sich Markisenstoff nicht mit Wasser vollsaugt bzw. allgemein von der Kombination aus Wasser und möglichem Sturm beschädigt wird. Lichtsensorik könnte den Sonnenauf- und Sonnenuntergang punktgenau messen und Automationen exakt nach diesen Werten auslösen. Ebenfalls könnten im Außenbereich aber auch  Bewässerungen gestoppt werden, wenn die Sonne zu stark scheint – um mögliches Verbrennen von feuchten Pflanzenteilen in der Sonne zu vermeiden. Wir Gärtner wissen wovon die Rede ist. Schaltung ist im Garten heute wirklich wichtig geworden, denn der Garten gehört zum HomeKit-Haus. Ich besitze derzeit einen smarten Garten dank eines Gardena System – allerdings fehlt hier natürlich komplett die Anbindung an das HomeKit-Framework. Mehr dazu lest ihr hier.

Staubsaugerroboter saugen heute schon viele Haushalte und sie werden immer cleverer. Sie saugen durch Räume und orientieren sich dabei mit selbst erstelltem Kartenmaterial. Es wird Zeit, dass Apple diese Geräteklassifizierung in HomeKit einbindet und es so HomeKit-Staubsaugerroboter gibt. Diese könnten nur reinigen, wenn man das Haus verlässt und die Reinigung stoppen und zur Ladestation zurückfahren, wenn man nach Hause kommt. Das gleiche gilt auch für Rasenmähroboter, wodurch die ganze Sensorikthematik von gerade noch mehr Sinn ergibt. Ein Rasenmähroboter mäht dann beispielsweise nur den Rasen, wenn es gerade nicht regnet und/oder keine Bewässerung durchgeführt wird. Es sind logische Kettenreaktionen und Regelungen, die in der Praxis absolut sinnvoll erscheinen und Arbeit abnehmen.

Doch gerade die Steuerung braucht ein großes Update. Einmal muss die Home-App von Apple alle wirklichen Funktionen des HomeKit-Frameworks beherrschen, damit man nicht auf Drittanbieterapps ausweichen muss. Ja, gewisse Dinge kann die Home-App nicht, wenn es um Automationen geht – und vor allem sind dies sensorbasierte Automationen (Reaktionen anhand von Werten). Außerdem muss die Home-App sich im Hintergrund aktualisieren und sofort beim Start den Status aller einzelnen Geräte präsentieren können. Hintergrundaufgaben kann Apple mit iOS perfekt und die Home-App sollte dies endlich annehmen. Auch fehlt eine Home-App unter macOS. Wie oft wollte ich schon am Mac schnell ein Licht in seiner Lichtstärke ändern, ohne zum iPhone greifen oder Siri anschreien ansprechen zu müssen. Am Mac geht nix in Sachen HomeKit – gar nix. Auch Siri am Mac kann dir in solchen Dingen nicht helfen und stellt sich auf doof – dämlicher noch als sonst. macOS braucht eine Home-App und Siri auf dieser Plattform eine Anbindung an das HomeKit-Framework, dann sind wir einen großen Schritt weiter. Und wo der Mac sich schon im WiFi-Netzwerk befindet und auch Bluetooth mit an Board ist, könnte ein Mac auch als HomeKit-Hub fungieren. Von einer Home-App unter tvOS, sprich auf dem Apple TV, halte ich nicht viel. Die Bedienung wäre in der Praxis zu kompliziert – meiner Meinung nach.

Videoüberwachung ist das eine, die Verwaltung das andere. HomeKit erlaubt derzeit nur das Streamen des Videobildes. Durch Sensorik in diesen Kameras kann auf Bewegungen reagiert und ein Push an den Haus- bzw. Wohnungseigentümer verschickt werden. Allerdings nehmen die wenigsten Kameras das Bild auch für einen späteren Zeitpunkt auf. Könnten in HomeKit eingebundene Kameras also nicht auf Wunsch für eine Anzahl von Sekunden das Bild als Video aufnehmen und dieses in den iCloud-Speicher schieben? Alles wäre wie bisher verschlüsselt und damit sicher. Auch sollten sich für HomeKit-Kameras Bereiche im Sichtfeld der Kamera anlegen lassen, um so Bewegungen von Bewegungen unterscheiden zu können. Auch hat HomeKit oft ein Problem mit dem Streamen von 1080p-Streams, wobei man manche HomeKit-Hardware dann lieber auf 720p runterdreht, dem Problem aus dem Weg geht und mit einem doch noch klaren Bild lebt. Hier geht mehr Apple, viel mehr. Denn nur ein Push für eine erkannte Bewegung und das Streamen des derzeitigen Sichtfeld reicht nicht aus – nicht wenn es um einer Sicherheitskamera geht.

Siri ist eine Baustelle für sich – in etlichen Punkten. Für HomeKit muss sie einiges neu verstehen lernen und vor allem Zusammenhänge und Definitionen klar trennen, nachvollziehen und durch Befehle reagieren können. Fakt ist, dass Siri bisher nur einen HomeKit-Befehl pro Gerät empfangen kann. “Hey Siri, schalte die Deckenlampe im Esszimmer ein.” Allerdings kann sie keine verketteten Befehle. “Hey Siri, schalte die Deckenlampe im Esszimmer auf 50% und auf die Farbe Rot.” Nein, das geht nicht und muss alles derzeit in zwei Befehlen abgesetzt werden. Das gilt auch für Geräte ansich. Siri muss verstehen können, dass ich Esszimmer die Deckenlampe auf 70% Lichtstärke gestellt haben möchte und sie den Heizkörper im Wohnzimmer abdrehen soll. In einem Satz, durch einen Befehl. Auch wäre es hilfreich, wenn Siri Befehle mit zeitlichem Verfall annehmen und ausführen könnte “Hey Siri, schalte den Ventilator für 45 Minuten ein.” Oder auch so. “Hey Siri, schalten den Luftbefeuchter ein bis ich das Haus verlasse.” Oder nach Zeiten. “Hey Siri, stelle bis 19 Uhr den Heizkörper im Wohnzimmer auf 25 Grad.” Und wo wir dabei sind. Automationen sollten sich nicht nur manuell auf Zuruf aktivieren lassen, sondern auch per Siri zeit- und ortsbasierend steuern lassen. “Hey Siri, aktivere die Szene Guten Morgen morgen um 6 Uhr.” Oder auch. “Hey Siri, aktiviere die Szene Jalousien Zu wenn ich das Haus verlasse.” Es sind diese Einmalbefehle die man sich wünscht, die dann verfallen aber Auslöser für ein smartes Zuhause sind.

Sehr gespannt warte ich auf die Keynote und die Entwicklervideos der WWDC 2018. Ich hoffe, das Apple noch mehr in und an HomeKit gearbeitet hat und viele Dinge auf einen Nenner bringt – gerade Siri ist ein wirkliches Merkmal für die schnelle Steuerung eines HomeKit-Heims. Es gilt iOS 12, tvOS 12, watchOS 5 und macOS 10.14 fit für die nächste HomeKit-Generation zu machen. Dies gibt für mich dann auch zeitgleich den Startschuss, um mit den Arbeiten an meiner 4. Buchauflage von “HomeKit – die Schnittstelle zum Zuhause” zu beginnen.

Bildquelle Artikelbild: Apple


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