Wer zu Hause im heimischen Netzwerk agiert, der hat seine Geräte immer über eine IP-Adresse erreichbar. Diese gilt aber nur für das Netzwerk intern und nicht außerhalb davon. Bedeutet, dass man einen Raspberry Pi nur im heimischen Netzwerk erreichen und bedienen kann, aber nicht außerhalb. Das möchte man aber mittlerweile tun. Ich persönlich bediene insgesamt drei Raspberry Pi aber auch von unterwegs aus über DynDNS. So kann ich die Homebridge-Installation auf einem Raspberry Pi jederzeit verwalten und zwei OctoPi an zwei 3D-Druckern auch aus der Ferne bedienen. In dieser Anleitung erkläre ich euch wie ihr DynDNS einrichtet und somit für einen Raspberry Pi einen Fernzugriff erhaltet. Diese Anleitung erklärt die Einrichtung an einer Fritz!Box, einem Speedport Router und einem eero Router.

Anleitung-Fernzugriff-eines-Raspberry-Pi-mit-DynDNS-einrichten2-scaled Anleitung: Fernzugriff eines Raspberry Pi mit DynDNS einrichten

Als erstes muss eine Subdomain mit DynDNS erstellt werden

Schritt 1:

  • Besucht die Website des Betreibers No-IP.com (⇒LINK) und legt ein kostenloses Benutzerkonto an.
  • Bei dem Anlegen des Kontos ist es wichtig, dass einen Haken bei “Create my Hostname later” gesetzt und anschließend die Registrierung mit einem Klick auf “Free Sign Up” abgeschlossen wird.
  • Nachdem der Account aktiviert wurde und ihr euch angemeldet habt gelangt ihr zum Dashboard eures Accounts.
  • Zum Anlegen einer neuen Subdomain scrollt ihr nun zu dem Punkt “Quick Add” und tragt bei dem Feld “Hostname” einen Wunschnahmen ein. Ein Bespiel: maxmüllerdyndnsuniversum
  • Bei dem Feld Domain wählt ihr eine Endung für eure Subdomain aus. Am besten eignet sich hier immer die Endung ddns.net.
  • Nun bestätigt ihr das Ganze mit einem Klick auf den Button “Add Hostname”.
  • Der erste Schritt ist somit gemacht und weitere Einstellungen folgen später.

Schritt 2:

  • Wichtig ist, dass dieser Raspberry Pi möglichst durchgehend im Netzwerk arbeitet. Eine Homebridge-Installation auf einem Raspberry Pi ist somit ideal. Durch diese Laufzeit kommuniziert der Raspberry Pi alle 10 Minuten mit dem DynDNS-Anbieter und checkt die öffentliche IP-Adresse. Diese ist später der Fernzugang. Und da sich die IP-Adresse am Internetanschluss alle 24 Stunden einmal ändert, braucht es diesen Abgleich mit dem DynDNS-Anbieter und die dahinter stattfindende Weiterleitung.
  • Nun muss der Dynamic DNS Update Client für Linux auf den Raspberry Pi geladen und entpackt werden. Dieser Client prüft später in einem bestimmten Zeitintervall, ob sich die IP – Adresse geändert hat. Sollte dieses der Fall sein, teilt der Client die Information mit No-IP damit die Subdomain stets auf dem laufenden bleibt. Der Client lässt sich mit wenigen Befehlen über eine SSH-Verbindung im Terminal auf dem Pi installieren.

wget http://www.noip.com/client/linux/noip-duc-linux.tar.gz

tar xf noip-duc-linux.tar.gz

rm noip-duc-linux.tar.gz

 

Schritt 3:

  • Das soeben entpackte Archiv enthält einen Ordner, der umbenannt werden muss und in den ihr wechselt.

mv noip-* noipj+03MygyTTEHAx27qij6RVroyE9GtJ4QmA0eeAJHKpKjYY0VYMTj2GjIY0ncKgqNSRDGgBtOghFTc0YhQAAAABJRU5ErkJggg== Anleitung: Fernzugriff eines Raspberry Pi mit DynDNS einrichten

cd noip

 

Schritt 4:

  • Nach dem Wechseln ist die Anwendung zu kompilieren und zu installieren.

sudo make install

  • Nach der Installation wird man gebeten, seine Daten einzugeben.
  • Diese bestehen aus E-Mail-Adresse und Passwort vom No-IP Account sowie der angelegten Subdomain.
  • Anschließend ist noch ein Update Intervall in Minuten einzugeben. 10 Minuten sind hier durchaus sinnvoll.

Schritt 5:

  • Nachdem alles installiert ist und die Anwendung die nötigen Daten kennt müsst ihr die Anwendung mit folgendem Befehl noch starten.

sudo noip2

Schritt 6 (empfohlen aber nicht erforderlich):

  • Damit der Update Client beim Booten des Pi’s ebenfalls startet, kann dazu eine Crontab angelegt werden, in die eine Zeile am Ende angefügt wird.

Befehl:

crontab -e

Zeile:

@reboot cd /home/pi/noip && sudo noip2

Schritt 7:

  • Abschließend müsst ihr eurem Router noch mitteilen, dass ihr mit dynamischer DNS arbeiten möchtet und die entsprechenden Ports freigeben.

DynDNS Anmeldung und Portfreischaltung bei der Fritz!Box

Schritt 1:

  • Zunächst greift ihr auf die Weboberfläche eurer Fritz!Box zu, damit der Fernzugriff für den Raspberry Pi über DynDNS nach und nach eingerichtet werden kann.
  • Dies geht entweder über den Aufruf fritz.box im Browser oder über die IP-Adresse des Routers, welche in der Regel 192.168.2.1 lautet.
  • Auf der Weboberfläche angekommen loggt ihr euch mit eurem Passwort ein.

Schritt 2:

  • Nun geht ihr im linken Menü auf den Eintrag “Internet” und wählt dort den Unterpunkt “Freigaben” aus.
  • Dort angekommen wählt ihr oben den Reiter “DynDNS” aus.
  • Hier gebt ihr die Daten eures No-IP Accounts ein und bestätigt die Eingabe im Anschluss über “Übernehmen”. Die Fritz!Box kommuniziert bei jedem Verbindungsaufbau nun ganz automatisch mit dem Dienst.

Schritt 3:

  • Nun geht ihr im linken Menü auf den Punkt “Internet” und anschließend auf den Unterpunkt “Freigaben”.
  • Jetzt solltet ihr eine Übersicht euer Portfreigaben sehen. Die Liste kann aber auch noch leer sein, wenn ihr hier noch nie etwas angelegt habt oder anlegen musstet.

Schritt 4:

  • Um eine neue Portfreigabe anzulegen klickt ihr nun auf den Button “Gerät für Freigaben hinzufügen”.
  • Im Dropdown-Menü wählt ihr das Gerät im Netzwerk aus, das später aus der Ferne erreichbar sein soll – in diesem Fall ein Raspberry Pi.
  • Ganz unten klickt ihr nun den Button “Neue Freigabe”.
  • Im Dropdown Menü zu Anwendungen wählt ihr den Eintrag “Andere Anwendung” aus.
  • Als Bezeichnung wählt ihr eine eigene Bezeichnung dieser Freigabe aus – dies dient nur als Titelt der Freigabe in der späteren Freigabenliste.
  • Daraufhin müsst ihr das Protokoll wählen, in welchem der Service seine Daten sendet und empfängt. Falls euch dieser nicht bekannt ist, versucht erst TCP (meist benutzt) und probiert die anderen, falls TCP nicht funktioniert.
  • Die dritte Einstellung hört auf den Namen “Port”. Hierbei geben wir den Port an, der zum Senden von Daten verwendet werden soll. Der Port eines Raspberry Pi ist standardmäßig Port 80. Bei “Port an Gerät” muss der Porteintrag bei “Von” und “Bis” identisch sein.
  • Nun gilt es einen gewünschten externen Port zu wählen. Die Ports von 27 bis einschließlich 31 sind frei und können hier gut eingesetzt werden. So können relativ einfach bis zu fünf Geräte später per DynDNS aus der Ferne angesprochen werden. Hier trägt man den Port ein, welcher zum Empfangen von Daten verwendet werden soll. In den meisten Fällen ist der Port zum Senden und Empfangen derselbe Port.
  • Aktiviert das Kästchen neben dem Aktivieren der Freigabe und aktiviert auch den Eintrag “Internetzugriff über IPv4 und IPv6”
  • Klickt auf “Ok” und im Fenster dahinter dann auf “Übernehmen”.

Schritt 6:

  • Zu guter Letzt geht es noch in die Netzwerkübersicht.
  • Dort wählt ihr den Pi aus und hakt das Feld an, dass dem Gerät immer dieselbe IPV4 Adresse zugewiesen werden soll. Dieser Schritt ist wichtig, damit der Pi bei einem Netzwerk-Neustart keine neue IP bekommt und der Fernzugriff weiterhin möglich ist.

DynDNS Anmeldung und Portfreischaltung bei dem Speedport

Schritt 1:

  • Zunächst greift ihr auf die Weboberfläche eures Speedports zu, damit der Fernzugriff des Raspberry Pi über DynDNS korrekt eingestellt werden kann.
  • Dies geht entweder über den Aufruf speedport.ip im Browser oder über die IP-Adresse des Routers, welche in der Regel 192.168.2.1 lautet.
  • Auf der Weboberfläche angekommen loggt ihr euch mit eurem Passwort ein.

Schritt 2:

  • Auf der Übersichtsseite angekommen klickt ihr oben auf den Reiter “Internet”.
  • Nun wählt ihr den Reiter “Dynamisches DNS” aus und füllt die leeren Felder mit euren Daten aus.

Schritt 3:

  • Als nächstes wählt ihr den Reiter “Port-Umleitungen” aus.
  • Hier gebt ihr einen Namen für die Umleitung an und wählt als Gerät einen Raspberry Pi aus.
  • Bei dem Punkt “Umzuleitende Ports” gebt ihr unter “TCP” einen beliebigen öffentlichen Port an. Die Ports von 27 bis einschließlich 31 sind frei und können hier gut eingesetzt werden. So können relativ einfach bis zu fünf Geräte später per DynDNS aus der Ferne angesprochen werden. Hier trägt man den Port ein, welcher zum Empfangen von Daten verwendet werden soll. In den meisten Fällen ist der Port zum Senden und Empfangen derselbe Port.
  • Nun muss das ganze gespeichert werden und der Router ist bereit für den Fernzugriff.

Schritt 4:

  • Zu guter Letzt geht es noch in die Netzwerkübersicht.
  • Dort wählt ihr den Raspberry Pi aus und hakt das Feld an, dass dem Gerät immer dieselbe IPV4 Adresse zugewiesen werden soll. Dieser Schritt ist wichtig, damit der Pi bei einem Netzwerk-Neustart keine neue IP bekommt und der Fernzugriff weiterhin möglich ist.

Anleitung-Fernzugriff-eines-Raspberry-Pi-mit-DynDNS-einrichten1-scaled Anleitung: Fernzugriff eines Raspberry Pi mit DynDNS einrichten

Portfreischaltung für ein eero Netzwerk am Beispiel mit einer Fritz!Box

Schritt 1:

  • Zunächst befolgt ihr die Schritte 1 bis 3 bei der Fritz!Box, damit der Fernzugriff des Raspberry Pi über DynDNS nun auch auf diesem Wege korrekt eingestellt werden kann.
  • Schritt 4 unterscheidet sich darin, dass anstelle des Raspberry Pi’s das eero Gateway als Hauptrouter für die Weiterleitung gewählt wird. Denkt auch daran, dass ihr dem eero Router eine feste IP-Adresse vergebt.

Schritt 2:

  • Öffnet die eero App.
  • Dort tippt ihr auf das Menü-Symbol und wählt den Punkt “Netzwerkeinstellungen” aus.
  • Dort angekommen tippt ihr auf „Erweiterte Einstellungen“.
  • Wenn ihr euch in den erweiterten Einstellungen befindest, tippt auf “Reservierungen & Portweiterleitungen”.
  • Fügt eine Reservierung unter “IPV4 Reservierungen & Port – Weiterleitungen” hinzu.

Schritt 3:

  • Jetzt wählt ihr das Gerät, für das die Reservierung und die Portweiterleitung eingerichtet werden soll.
  • Nun reserviert ihr für den Pi die IP Adresse und speichert es ab. Die IP-Adresse könnt ihr euch zuvor in der eero App in der Liste der aufgeführten Geräte heraussuchen und kopieren.

Schritt 4:

  • Als nächstes geht es an die Portweiterleitung, in dem ihr das Gerät erneut auswählt.
  • Bei dem Feld Name benennt ihr die Weiterleitung.
  • Bei “External Port” gebt ihr den Port an, den ihr in der Fritz!Box für den eero Hauptrouter gewählt habt an. Bei “Internal Port” gebt ihr den Port an, auf den ihr mit eurem Fernzugriff zugreifen möchtet.
  • Bei Protokoll wählt ihr “TCP” aus oder lasst es auf “TCP & UDP” stehen. Nun klickt ihr oben rechts auf speichern.

HINWEIS! Der Ablauf sollte bei einem Speedport und anderen angebunden MESH-Routern relativ identisch sein.

1. Die Freigabe am Speedport für den eero Router oder einen anderen Router einrichten.

2. Anschließend in der eero App oder der App eines anderen Router Herstellers die eben erwähnten Schritte gleichermaßen durchführen.

Subdomain mit Router verbinden

Zu guter Letzt muss der Subdomain noch mitgeteilt werden, mit welchem Router sie kommunizieren soll und über welchen Port.

Schritt 1:

  • Loggt euch bei eurem No-IP Account ein.
  • Im Dashboard werdet ihr sehen, dass ihr “1 host without recent dynamic updates” habt.
  • Klickt auf die Schaltfläche mit der Meldung.

Schritt 2:

  • Ihr befindet euch nun auf der Übersichtsseite der Hostnames.
  • Bei eurer neuen Subdomain wird der Status des letzten Updates gelb sein.
  • Klickt auf die Schaltfläche mit dem Datum.

Schritt 3:

  • Nun bekommt ihr eine Meldung angezeigt, dass noch kein Update gefunden wurde.
  • Klickt die Meldung mit dem Button “Configure Now” weg.

Schritt 4:

  • In dem jetzt angezeigten Fenster wählt ihr eure Subdomain aus und klickst dann auf “Next Step”.
  • Bei dem folgenden Fenster gebt ihr im oberen Feld die Bezeichnung eures Routers ein und im unteren Feld tragt ihr “Raspberry Pi” ein.
  • Klickt auf die Schaltfläche “Next Step”.

Schritt 5:

  • Die Frage, ob der Computer dauerhaft im Netzwerk läuft bestätigt ihr mit “Ja”.
  • Anschließend werdet ihr aufgefordert, den DUC zu downloaden. Klickt auf die grüne Schaltfläche “Download DUC” und schließt das sich öffnende Fenster direkt wieder und klickt auf die Schaltfläche “Next Step”.
  • Es erscheint ein Hinweis über Ports am Raspberry Pi den ihr über den Button “Next Step” überspringt.
  • Zu guter Letzt gebt ihr den Port an, welchen ihr als öffentlich im Router hinterleg habt und klickt auf “Check Port”.

Anleitung-Fernzugriff-eines-Raspberry-Pi-mit-DynDNS-einrichten3 Anleitung: Fernzugriff eines Raspberry Pi mit DynDNS einrichten

Solltest ihr die Schritte genau nach dieser Anleitung befolgt haben, …

… so habt ihr jetzt den vollen Fernzugriff auf den Raspberry Pi über DynDNS. Und das von jedem Standort der Welt aus. Um jetzt auf den Raspberry Pi zugreifen zu können gebt ihr als Adresse nun immer den Hostnamen eurer Subdomain an und unter Port den eingerichteten öffentlichen Port der Subdomain. Eine externe Adresse zu einem Gerät kann somit zum Beispiel so aussehen: maxmüllerdyndnsuniversum.ddns.net:27

Der Benutzername und das Passwort bleiben weiterhin die gleichen, die ihr vorher auch für den Zugriff auf den Raspberry Pi benutzt habt. Auf diese Weise könnt ihr euren Raspberry Pi mit eurer Homebridge-Installation (⇒LINK) nun auch aus der Ferne steuern/verwalten. Ich nutze dies vor allem dafür, um auch aus der Ferne den Stream der Kamera am OctoPi einsehen zu können. Das erlaubt mir immer einen Blick auf den 3D-Druck über OctoPod (⇒LINK), auch wenn ich nicht zu Hause bin. So kann ich auch aus der Ferne schon die Druckdüse und das Heizbett aufheizen und finde bei der Ankunft direkt einen druckbereiten 3D-Drucker vor.

Der Dienst von No-IP.com ist übrigens kostenfrei. Die einzige Limitierung ist, dass der Dienst immer nur 30 Tage arbeitet. Ihr bekommt nach dieser Zeit eine E-Mail an die von euch hinterlegte E-Mail-Adresse. In dieser müsst ihr einen Link anklicken und somit den Dienst für die nächsten 30 Tage aktivieren. Der Dienst bleibt dennoch kostenlos und das Klicken eines Links einmal im Monat sollte auch kein Problem sein. Wen das dennoch nervt, der klickt sich für ca. 20 € pro Jahr einfach den Pro-Dienst bei No-IP.com (⇒LINK) der die Verlängerung alle 30 Tage automatisch durchführt.

*verlinkte Produkte zu Onlineshops sind Affiliate-Links

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